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Coburg
Fußball

Was macht eigentlich ... Frank Greiner?

Ex-Profi Frank Greiner (53) hatte immer Biss - jetzt ist der Franke für den VfL Wolfsburg als Trainer in Schulen unterwegs. Sein Herz schlägt auch für Tennis - wegen der Töchter.
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Frank Greiner hat 330 Bundesligaspiele auf dem Buckel. Der 53-Jährige, der aus Meilschnitz (Stadtteil von Neustadt bei Coburg) stammt, schoss dabei 24 Tore, wurde Deutscher Vize-Meister und DFB-Pokalsieger.
Frank Greiner hat 330 Bundesligaspiele auf dem Buckel. Der 53-Jährige, der aus Meilschnitz (Stadtteil von Neustadt bei Coburg) stammt, schoss dabei 24 Tore, wurde Deutscher Vize-Meister und DFB-Pokalsieger.
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Frank Greiner sitzt am frühen Morgen in seinem Büro beim VfL Wolfsburg. Mails checken - und dann geht es schon wieder nach Hause. Es ist noch nicht einmal 10 Uhr. Mobiles Arbeiten ist ab jetzt angesagt. Das Coronavirus hinterlässt überall seine Spuren.

"Der VfL hat alles auf ein Minimum heruntergeschraubt und uns Trainer heimgeschickt. Ich werde meine Trainingspläne jetzt erst einmal von zu Hause aus erstellen. Außerdem sind die Schulen ja eh alle geschlossen."

Frank Greiner ist für das Projekt "Fußball in der Schule" bei den "Wölfen" verantwortlich. So wie er es einst auf dem Platz mit unbändigem Kampfgeist, Disziplin und Fleiß zum Musterprofi schaffte, so arbeitet der inzwischen 53-jährige Meilschnitzer an dieser, wie er sagt "Herzensangelegenheit". Er spricht mit Begeisterung vom "Wölfi-Club" und davon, dass er die "Fans von morgen" an seinen Vereinen binden will.

Erfolge mit den "Roten Teufeln"

Natürlich erzählt er den Kids dabei auch Geschichten aus seiner außerordentlich erfolgreichen Karriere: Greiner spielte schließlich für vier namhafte Vereine: 1. FC Köln, VfL Wolfsburg, 1. FC Nürnberg und 1. FC Kaiserslautern.

Mit den "Roten Teufeln" erlebte der gebürtige Coburger, der in den Neustadter Stadtteilen Fürth am Berg und Meilschnitz aufwuchs, 1996 erst den Abstieg, ehe er nur eine Woche später mit Kaiserslautern DFB- Pokalsieger wurde. Der tränenreiche Auftritt nach dem Abstieg aus der 1. Liga an der Seite von Weltmeister Andreas Brehme nach der entscheidenden Niederlage bei Bayer Leverkusen ist vielen Fans noch in Erinnerung. Aber auch als Trainer sammelte er wertvolle Erfahrungen.

Er war im Jugendbereich als Co-Trainer bei den A-Junioren des VfL Wolfsburg tätig und engagierte sich 2006 als Coach beim Niedersachsenligisten MTV Gifhorn, bei dem er aufgrund einer personellen Notsituation sogar sein Comeback als Spieler feierte. Zeit zum Wundenlecken nahm sich "Fränky" aber selten. Für den ehemaligen Jugendspieler der DJK/Viktoria Coburg und späteren Bayernligaspieler des VfB Coburg gab es immer nur eine Richtung: "Du musst nach vorne schauen. Den Blick für das Wesentliche haben, immer ehrgeizige Ziele." Von Rückschlägen - eine Verletzung verhinderte den Sprung in die Nationalmannschaft - ließ er sich nie stoppen.

Einjähriges Gastspiel in Russland

Nach seiner aktiven Zeit ging es turbulent weiter. Er arbeitete für die Sparkassen-Versicherung in Kassel und führte gemeinsam mit seinem Kumpel und Ex-Nationalspieler Uwe Bein sechs Jahre eine internationale Fußballschuhe - und bereiste dabei viele Länder: Das Duo gab sein Können und Wissen in der Türkei, Tunesien und Ägypten weiter.

Nach einem einjährigen Gastspiel in der 1. Liga Russlands als Assistenztrainer bei FK Mordowia Saransk kehrte er in die VW-Stadt zurück und engagiert sich seit 2014 hauptberuflich in der Fußballschule des VfL. Der zweifache Familienvater arbeitet jetzt als Scout für die "Wölfe". Das Projekt "Fußball in den Schulen" hat er mit ins Leben gerufen. Zuerst waren es sieben, jetzt 25 und nächstes Jahr sollen es bereits 35 Schulen sein, an denen der ehemalige Rechtsverteidiger Talente sichtet und für die "Wölfe" begeistern soll.

"Das macht mir richtig Spaß mit den Kindern", schwärmt Greiner, der sich um Jungen und Mädchen im Alter zwischen acht und 14 Jahren intensiv kümmert. Intensiv kümmern - das trifft aber vor allem auch auf sein Engagement für die beiden Tennis-begeisterten Töchter zu. Er fördert und fordert Sophie und Lena so gut er kann. Natürlich sei der Weg nach ganz oben steinig, "doch mir haben auch nur die wenigsten den Sprung in die 1. Bundesliga zugetraut", erinnert sich Greiner an seine Anfangszeit in Meilschnitz.

Im kleinen Neustadter Stadtteil legte er unter der Regie seiner beiden großen Förderer - Vater Harald und BFV-Auswahlcoach Harald Rößl - endlose Sonderschichten ein. Im Garten umkurvte er Zeltstangen im Slalom-Parcours oder sprintete in der nur einen Steinwurf entfernten Meilschnitzer Sandgrube zigmal rauf und runter. So wie er einige Jahre später am Betzenberg die Außenbahnen beackerte.