Letztlich blieb Gastgeber SG Bad Rodach/Großwalbur gegen Meisterfavorit SG Rödental chancenlos, doch es war ein kurioses Bezirksoberligaderby. Nicht nur weil der Rodacher Ferdinand Wagner seine Negativserie mit fünf roten karten in Folge fortsetzte.


SG Bad Rodach Großwalbur
gegen SG Rödental 22:34

Im fünften Spiel in Folge sah Rodachs Scharfschütze Wagner "Rot". Bis zur Hinausstellung in Minute 15 hatte die SG aus Rodach das Spiel gegen den Spitzenreiter im Griff. In der Anfangsphase hielt Marcel Heublein ziemlich jeden Ball, der auf sein Tor kam (5:2). Die Abwehr stand erstaunlich sicher und im Angriff zeigte Wagner den Gästehüter die Grenzen auf.
Dann kassierte Ferdinand Wagner eine sehr harte Strafe. Ein Foul war es mit Sicherheit, aber eine rote Karte? Aus Rodacher Sicht ein Witz!
Nach dieser Strafe schalteten einige Rodacher Spiele in den "Frust-Modus" und die SG aus Rödental übernahm langsam aber sicher das Kommando in diesem Derby. In dieser Phase vergaben die Hausherren auch noch vier Strafwürfe und genehmigte den designierten Meister eine Ergebniskosmetik zum 6:7.
Dann lief nicht mehr allzu viel im Rodacher Angriff und die Gäste kamen immer besser ins Spiel, was vor allem an der Präsens des osteuropäischen Star-Akteurs Trotsenko lag. Bis zur Halbzeit konnten die Rodacher den Vorsprung der SGR auf drei Tore verkürzen und ein noch kurzweiliges Spiel bieten.
Rodach vergab nach der Pause zu viele Chancen, hatte jedoch einen lichten Moment und verkürzte zumindest auf 19:23. Reservist Bastian Wutschka durchbrach öfters die Gästeabwehr und markierte drei sehenswerte Treffer in Folge. Doch dies sollte das letzte Aufbäumen der Hausherren bleiben.
Rödentals Angreifer Fabian Cichon schlüpfte in die Rolle der "Legende Andi Ißle" und blieb einfach am Neunmeter stehen und wartete auf den Ball - das funktionierte. Er erzielte im letzten Drittel ein Großteil seiner Treffer. Am Ende verlor Rodach unter Wert mit 22:34.
SG Bad Rodach/Großwalbur:
Heublein/Weiß - Wagner (5), Wutschka L. (4), Reinermann (4), Wutschka B. (3), Liebermann (3/1), Bunk (2), Kretschmer (1), Kuhn, Gräßel.
Siebenmeter:
5/1. - Zeitstrafe: 2. - Rote Karte: Wagner (15.).
SG Rödental: Cichon/Bittermann - Cichon 9/4, Trotsenko 7, Günther 6, Schuhmann 3, Krauß 3, Fladt 2, Eberlein 2, Metz 1, Zell 1. - Siebenmeter: 5/3. Zeitstrafen: 3.
SR: Bayer/Schimik (TS Schwarzenbach). tkr


HG Hut/Ahorn - SG Marktleuthen/
Niederlamtiz 24:23 (14:11)

Mit einer "Not-Mannschaft" musste die Roß-Truppe gegen den Tabellendritten antreten. Sogar der etatmäßige Torhüter Johannes Beetz wurde als Feldspieler eingesetzt. Doch ausgerechnet er sollte zum Matchwinner für Hut/Ahorn werden. In zeitweise sogar doppelter Unterzahl erzielte er nämlich die spielentscheidenden Treffer zum 23:21 und 24:22.
Allerdings hatten sich die Gastgeber den äußerst knappen Sieg am Ende selbst unnötig schwer gemacht. Zumindest in der ersten Halbzeit wussten alle Spieler kämpferisch zu überzeugen und die Mannschaft zeigte sich trotz der angespannten Personallage auch erstaunlich spielstark. Thomas Linke nicht nur als herausragender Torschütze, Achim Friedrich gewohnt bärenstark in der Deckung und diesmal auch als Kreisläufer sowie Daniel Schulze taten sich dabei noch besonders hervor. 13:7 führte die Handballgemeinschaft in der 22. Minute, ehe die einsatzfreudigen und kompakt auftretenden Gäste bis zum Wechsel wieder etwas verkürzen konnten (14:11).
Die Hausherren konnten diesen Drei-Tore-Vorsprung dann jedoch im weiteren Verlauf behaupten (18:15, 20:17). Obwohl bei einigen HG-Akteuren der Kräfteverschleiß in den letzten zehn Minuten unübersehbar war, reichte es gerade noch so zum glücklichen Heimerfolg.
HG Hut/Ahorn: Jan Claas de Rooij - Beetz (3), Jan Dirk de Rooij (1), Friedrich (2), Gahn (1), Harbecke (2), Legat (2), Linke (7/1), Schulze (4), Weikard (2). - SR: Thomas Bönisch (SG Rödental) / Dirk Weisflog (HSC 2000 Coburg). wau


TV Weidhausen gegen
HG Kunstadt 25:36

Im Grunde spiegelt das 25:36 Endergebnis ziemlich exakt das derzeitige Kräfteverhältnis zwischen dem TV Weidhausen und der HG Kunstadt in der Handball Bezirksoberliga der Männer. Wer darauf gehofft hatte, dass der TV Weidhausen aus seinem Heimvorteil Kapital schlagen würde sah sich schon in den ersten 15 Minuten des Spiels getäuscht. Da hatten die Gäste bereits einen klaren Vorsprung herausgeholt.
Mit einer extrem offensiven Deckung, die auf eine direkte Manndeckung hinauslief, versuchte der TV Weidhausen in den Anfangsminuten die Gäste zu überraschen. Doch das Vorhaben musste nach kurzer Zeit aufgegeben werden. Zu variabel zeigten sich die Spieler der HG Kunstadt und nicht immer klappte die Absprache innerhalb des TVW-Abwehrverbandes.
Glanzparaden von Marcel Schieber und verdeckte Würfe von Daniel Recknagel sorgten zwar dafür dass der TVW mit 2:1 in Führung ging, doch von da an regierte die HG Kunstadt in der Mainfeldhalle. Auch Alexander Kießling stellte im Tor der HGK seine Klasse unter Beweis und auf dem Feld war es Anton Lakiza, der die Weichen für die HG auf Sieg stellte.
Trotz des verbissenen Kampfes zwischen beiden Teams blieb die Partie jedoch erfreulich fair, auch noch als Kunstadt mit dem 22:35 den höchsten Vorsprung in diesem umkämpften Lokalderby herausgearbeitet hatte.
Die letzten beiden Tore zum 25:36-Endstand gehörten dem Gastgeber, der trotz der klaren Niederlage mit erhobenem Haupt die Halle verließ. kag
Tore TV Weidhausen: Lippert 5, C. Büttner 5, S. Büttner 4/4, Prall 3, D. Recknagel, A. Knauer, F. Büttner je 2, J. Bauer, M. Knauer je 1. - Tore HG Kunstadt: Lakiza 10/4, Stirbati, Beuerle je 6, Piskac 5, O. Oester 3, N. Oester, Jung je 2, Maile, Petersen je 1. - SR: Löhner, Fischer (HG Naila).