Auf dem ersten Blick hatte der 80:71-Erfolg der Dresden Titans über die Orange Academy Ulm am Mittwochabend aus Coburger Sicht wenig Positives zu bieten. Denn nach dem 17. Saisonerfolg der Sachsen im 21. Spiel steht fest, dass der BBC Coburg keine Chance mehr auf Hauptrundenplatz 1 in der Pro B Süd hat. Eine Tatsache, die aber schnell zu einer Randnotiz verkam.

Denn nach der Schlusssirene setzten die Dresdner und Ulmer ein Zeichen, das man während der 40 Minuten nicht setzen kann. Alle Spieler, Trainer und Betreuer präsentierten im Mittelkreis ein großes Plakat für den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten BBC-Spieler Christopher Wolf. "Alle für einen", "Wir halten zusammen" und "Du schaffst das" war auf dem Banner neben der 12, der Rückennummer des gebürtigen Bambergers, zu lesen. Eine Dankesnachricht von Wolf für die Unterstützung ließ auf der Facebook-Seite der Titans nicht lange auf sich warten. Aufmunterungen, die der BBC-Kapitän in dieser schwierigen Lebensphase gut gebrauchen kann. Wie der Klub mitteilte, wurde beim 26-Jährigen vor einigen Tagen ein Port für die anstehende Chemotherapie gelegt, die zeitnah beginnen wird.

ProB Süd

BBC Coburg (2.) -

Arvato College Wizards (4.)

Das letzte Heimspiel in der Hauptrunde der steht für den BBC Coburg am Samstag an: Die Vestestädter erwarten die Arvato College Wizards aus Karlsruhe am Samstag (19.30 Uhr/live auf sportdeutschland.tv). Unabhängig vom Spielausgang wird der BBC Coburg die Hauptrunde als Tabellenzweiter der ProB Süd beenden.

Damit einher gehen zwei Heimspiele gegen Teams aus der ProB Nord am 27. März und 4. April sowie ein Auswärtsspiel bei einem Konkurrenten aus der Südstaffel am 1. April. Die Gegner stehen derweil noch nicht fest: Klar ist nur, dass einer der Gegner entweder die Itzehoe Eagles und die WWU Baskets Münster sein wird, die untereinander den dritten Platz der Nordstaffel ausspielen. Für den Sechstplatzierten aus dem Süden sowie den Siebten aus dem Norden gibt es dagegen noch eine ganze Reihe von Kandidaten. Allein im Süden sind noch die Klubs aus München, Ulm, Hanau und Koblenz möglich.

Bevor es an die Play-offs geht, stehen allerdings noch zwei Hauptrundenspiele für die Vestestädter an: Den Anfang macht das Duell gegen die Arvato College Wizards Karlsruhe, ehe dann am Dienstag das Nachholspiel bei den White Wings Hanau die Hauptrunde beschließt. Der Fokus liegt aber zunächst auf den Zauberern aus der Fächerstadt. Der Aufsteiger steht derzeit auf Rang 4, hat vier seiner letzten fünf Spiele gewinnen können und wäre nur zu gerne die erste Mannschaft, die dem BBC im Jahr 2021 eine Niederlage beibringen könnte. Schon im Hinspiel war es denkbar knapp, als sich die Coburger beim 85:82 nur nach Verlängerung durchsetzen konnten.

Die Badener können auf eine Menge Qualität im Kader verweisen. Angeführt wird das Team vom ehemaligen A-Nationalspieler Rouven Roessler, der mit 40 Jahren der älteste Spieler im deutschen Profibasketball ist und älter als nicht weniger als 20 Trainer aus BBL, ProA und ProB. Trotzdem ist der Flügelspieler mit 15,4 Punkten im Schnitt immer noch der zweitbeste Scorer seiner Mannschaft, zweitbester Passgeber und steht mit mehr als 32 Minuten länger auf dem Feld als jeder andere Spieler.

Unter dem Korb kann Trainer Daniel Nelson - auch er jünger als sein Führungsspieler - auf ein starkes Duo aus dem US-Amerikaner Alex Thompson und 2,09-Meter-Hüne Eyke Prahst setzen. Thompson, der aus der ersten finnischen Liga an den Rhein kam, ist mit 17,3 Zählern pro Spiel Topscorer des Teams, auch aus der Distanz gefährlich (34,4 Prozent Dreierquote) und greift sich 5,7 Rebounds pro Partie.

Der 23-Jährige Prahst stammt aus der Jugend der MHP Riesen Ludwigsburg und ist mit durchschnittlich 10,3 Rebounds der beste Spieler der gesamten ProB in dieser Kategorie. Da er zudem noch 14,8 Punkte je Einsatz erzielt, ist er zudem der einzige Akteur der Südstaffel, der im Schnitt ein Double-Double - also zweistellige Werte in zwei Kategorien - verbuchen kann.

Ex-Coburger kommt nur partiell zum Zug

Zum Leidwesen von Moritz Bär: Der letztjährige Coburger steht nach überstandenem Handbruch als Back-up von Prahst bereit, sieht pro Spiel allerdings nur etwas über neun Minuten Einsatzzeit und kommt auf 2,3 Zähler sowie 1,6 Rebounds. Allerdings kennt Bär das Zusammenspiel mit Prahst bereits: Beide spielten in der Jugend bereits in Ludwigsburg gemeinsam und teilten sich auch dort schon die Minuten auf der Centerposition. Keine leichte Aufgabe also für den BBC, der nach zwei Wochen Pause aber immerhin ausgeruht in die Partie gehen kann. mv/mg