Brian Ankersen dürfte in der vergangenen Woche gut gelaunt gewesen sein. Der neue Trainer des HSC 2000 Coburg holte gegen den EHV Aue (32:23) im zweiten Spiel unter seiner Regie den ersten Sieg. Weil danach eine Länderspielpause auf dem Plan stand, hatte der 33-jährige Däne über eine Woche Zeit, dem Handball-Zweitligisten seine Spielphilosophie weiter näherzubringen. Im Auswärtsspiel am Mittwoch (19 Uhr, bei sportdeutschland.tv) bei den Eulen Ludwigshafen soll noch mehr "Ankersen-Handball" zu sehen sein.

2. Bundesliga

Eulen Ludwigshafen - HSC 2000 Coburg

"Mit der Trainingswoche bin ich sehr zufrieden, die Jungs haben überragend mitgezogen", ist Ankersen froh, dass er über eine Woche mit den HSC-Profis trainieren konnte. Die hatten sich nach dem Heimsieg über Aue ein paar freie Tage verdient, dann bat Ankersen wieder in die Halle - es gibt schließlich noch viel zu tun.

"Wir haben uns zwar verbessert, aber haben noch Luft nach oben - in Angriff und Abwehr", sagt Ankersen. Blickt man auf die Zahlen der Eulen, wie Coburg Absteiger aus der Bundesliga, dürfte vor allem der offensive Mannschaftsteil gefordert sein.

Denn: Ludwigshafen hat die beste Abwehr der Liga. Die Mannschaft von Trainer Ceven Klatt, der sich bei den Rimparer Wölfen für höhere Aufgaben empfohlen hatte, hat in sieben Spielen nur 196 Gegentore zugelassen. Bereits in den vergangenen Bundesliga-Jahren waren die Eulen für ihre starke Abwehr bekannt, eine Etage tiefer knüpfen sie daran an - obwohl Klatt anders verteidigen lässt.

"Sie spielen zwar weiterhin eine 6:0-Formation, aber viel flacher als in den vergangenen Jahren", hat Ankersen Unterschiede in Eulen-Defensive ausgemacht. Einen Plan, die Abwehr zu knacken, hat sich Ankersen schon zurecht gelegt.

Schnelles Spiel, sichere Pässe

"Wir wollen viele Eins-gegen-eins-Situationen schaffen. Dafür brauchen wir aber ein schnelles und sicheres Passspiel." Die nach wie vor vorhandenen technischen Fehler im HSC-Spiel müssen sich also weiter reduzieren. Aber auch in der Deckung ist der Däne noch nicht zufrieden: "Wir haben gegen Aue zu viele Tore über Außen bekommen, obwohl wir nicht richtig überspielt wurden."

Dafür hatte der HSC nach anfänglichen Schwierigkeiten Kreisläufer Bengt Bornhorn im Griff und kassierte generell weniger Gegentore über den Kreis als noch gegen Hamm. "Das war ein großes Thema. Wir wollen kompakter stehen und Würfe aus dem Rückraum provozieren", schildert Ankersen seine Abwehr-Vorstellungen.

Hauptaufgabe der HSC-Abwehr: Die Halbspieler des Gegners unter Druck setzen und in die Mitte drängen. "Unsere Torhüter haben eine ihre Stärken bei Würfen aus dem Rückraum. Wenn wir den Druck auf den Gegner erhöhen, haben es die Torhüter einfacher", erklärt Ankersen. Zudem soll der ballferne Abwehrspieler Druck auf den gegnerischen Spielmacher aufbauen, um dem Angriffsspiel den Schwung zu nehmen.

Harmloser Eulen-Angriff

Gegen Ludwigshafen muss der HSC vor allem die Wirkungskreise von Neu-Nationalspieler Hendrik Wagner, der in der kommenden Saison zum Bundesligisten HSG Wetzlar wechseln wird, Stefan Salger sowie den Spielmachern Pascal Bührer und Jan Remmlinger eingrenzen. Richtig ins Laufen ist der Eulen-Angriff aber noch nicht gekommen.

Nur 183 Mal netzte Klatts Mannschaft, die als Tabellenelfter ähnlich wie der HSC (14.) noch Probleme hat, ein. Lediglich der TV Großwallstadt und der TSV Bayer Dormagen trafen im bisherigen Saisonverlauf seltener.

Die Aufgebote:

Eulen Ludwigshafen: Asanin, Urbic - Salger, Remmlinger, Wagner, Falk, Keskic, Klimek, Dietrich, Bührer, Haider, Hofmann, Klein

Trainer: Klatt

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Jochens, Apfel - Grozdanic, Preller, Billek, Schikora, Schröder, Toom, Varvne, Juskenas, Fuß, Mubenzem, Bauer, Kurch, Schäffer

Trainer: Ankersen

Schiedsrichter: Malte / Bona