Ein Jahr und zwei Monate sind seit dem 2. Spieltag der Fußball-Bezirksliga West vergangen. Ende Juli 2019 trafen der TSV Mönchröden und der SV Ketschendorf im Hinspiel aufeinander. Die überlegenen "Mönche" belohnten sich damals spät, aber rechtzeitig. Marius Stammberger erzielte das 1:0 in der 89. Minute. Die Erinnerungen an die Partie dürften bei allen Beteiligten bereits verblasst sein, die Kräfteverhältnisse sind aber gleich geblieben. Das Team von Trainer Thomas Hüttl ist im Nachholspiel vom 17. Spieltag auf dem Sportgelände am Buchberg, wo am Sonntag ab 13 Uhr 200 Zuschauer zugelassen sind, klarer Favorit.

Das ist natürlich auch Tabellenführer SC Sylvia Ebersdorf am Samstag ab 16 Uhr gegen den Tabellensechsten FC Oberhaid.

Bezirksliga West

SV Ketschendorf (10.) - TSV Mönchröden (5.)

Als eine der wenigen Mannschaften kamen die Ketschendorfer bereits in den "Genuss", ein Pflichtspiel im Kalenderjahr 2019 zu bestreiten. Anfang März gelang kurz vor der coronabedingten Pause ein wichtiger 1:0-Sieg bei Jura Arnstein und der Sprung ins hintere Mittelfeld der Tabelle.

"Wir haben nach wie vor das Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen. Davon sind wir alle überzeugt. Die Vorbereitung verlief allerdings durchwachsen, und vor dem ersten Spieltag kann man nicht genau sagen, wo wir stehen", erklärt Ketschendorfs Spielertrainer Patrick Schuberth. "Allerdings sind wir klarer Außenseiter und haben gegen den TSV nichts zu verlieren. Die notwendigen Punkte müssen wir sicher in den darauffolgenden Wochen holen. Der Druck liegt also komplett beim TSV, und vielleicht ist genau das unsere Chance."

Für den Mönchrödener Trainer Thomas Hüttl ist das Gastspiel in Ketschendorf eine Rückkehr in bekanntes Territorium. Der 56-Jährige betreute den SVK von 2012 bis 2015, schaffte gleich in seiner ersten Saison den Aufstieg in die Kreisliga. Den möglichen Aufstieg in die Landesliga mit seinem aktuellen Verein hat er noch nicht aufgegeben.

Bei vier Punkten Rückstand und einem Spiel weniger als der Tabellenzweite TSV Burgebrach sind die Chancen noch intakt. "Dem Derby gegen Ketschendorf fiebern alle Spieler entgegen. Die lange Zeit der Vorbereitung war geprägt von Höhen und Tiefen. Die Testspiele ohne Zuschauer konnten wie geplant durchgeführt werden. Siege und auch Niederlagen wechselten sich ab. Am Ende ziehen wir jedoch ein positives Fazit. Wir sind bereit für den Re-Start", sagt Hüttl.

Er stellt sich auf einen kompakten und gut verteidigenden Gegner ein, der auf die eine oder andere Konterchance wartet. "Mit Geduld und hoher Konzentration wollen wir dieses Spiel angehen und am Ende erfolgreich sein." Mit Kapitän Niklas Ehrlich und Deren Ciray muss Hüttl allerdings auf zwei Stammkräfte verzichten.

SV Ketschendorf: Shabestari/Rutz - Bauer, Dietz, Griebel, Jungkunz, Kalk, Knoch, Krüger, Luther, Mayer, Mönch, Reuss, Schoder, Schreiner, Schuberth, M. Schwesinger, S. Schwesinger, Seyfarth, Tritscher, Wuttke TSV Mönchröden: J. Köhn/Schulz - Greiner, Puff, Biemann, Emig, Rahmani, Stammberger, Punzelt, Giller, Scheler, Müller, Späth, Werner, Beichel, Beetz

SC Sylvia Ebersdorf (1.) - FC Oberhaid (6.)

Der FC Oberhaid weist auf fremdem Terrain eine beeindruckende Bilanz gegen die Spitzenmannschaften der Bezirksliga auf.

Viermal war man bei den zwischen Platz 2 und 5 rangierenden Teams zu Gast und blieb dort bisher ohne Niederlage, so dass sich Sylvia-Trainer Dieter Kurth und seine Truppe der Schwere der Aufgabe bewusst sind. Nach der langen Zwangspause und trotz ordentlich gelaufener Vorbereitungsspiele wissen die Ebersdorfer natürlich noch nicht, wo genau sie stehen. Aber die Verantwortlichen sind optimistisch, mit einem Sieg in diesem Nachholspiel des 20. Spieltages den Vorsprung auf die Verfolger weiter ausbauen zu können. Die Gäste stapeln eher tief. "Dieses schwere Spiel, in das wir als klarer Außenseiter gehen, kommt für uns vielleicht gerade zur rechten Zeit. Beim Top-Favoriten können wir uns sowieso nicht viel ausrechnen", so Oliver Dotterweich, Sportvorstand des FC Oberhaid.

"Dies auch, weil aus verschiedensten Gründen der Fitnesszustand des Kaders noch nicht optimal ist. Unser Fokus ist mehr auf das nächste Spiel gerichtet. Zudem haben wir noch personelle Probleme. Das soll aber nicht heißen, dass wir die Partie abschenken."

Die letzte Pflichtspiel-Niederlage der Ebersdorfer datiert übrigens vom 6. September 2019 (1:3 beim SV Merkendorf).

In der spielfreien Zeit sind mit Fabian Bergmann, Niklas Tscherner, Pascal Neuber und Sasa Trivuncevic vier junge ehrgeizige Spieler zum Kader der ersten Mannschaft gestoßen, von denen keiner älter als 21 Jahre ist. Auf Trinvuncevic und Routinier Bastian Pöche muss Kurth verletzungsbedingt verzichten.

SC Ebersdorf: U. Knauer - Carl, Atessacan, Engelmann, Tranziska, Heidenreich, Tscherner, Autsch, Dalke, Özer, Böhnlein, Knoch, Bergmann, Thiel, Pietschmann.