Es ist Zeit, auf Wiedersehen zu sagen: Wenn am Sonntag (13 Uhr, bei Sky) der Handball-Bundesligist HSC 2000 Coburg den TuSEM Essen zum letzten Spieltag der Saison empfängt, wird es ein Tag der Abschiede sein. Sowohl die Hausherren als auch die Gäste werden nach nur einem Jahr das Oberhaus in Richtung Liga 2 verlassen - zudem werden einige Coburger Spieler ihr letztes Spiel im HSC-Trikot bestreiten.

Bundesliga

HSC 2000 Coburg - TuSEM Essen

Sieben Spieler der Oberfranken geben ihre Abschiedsvorstellung. Felix Sproß (seit 2017), Konstantin Poltrum, Christoph Neuhold, Pontus Zetterman (alle seit 2018), Stepan Zeman (seit 2019), Pouya Norouzinezhad (seit 2020) und Paul Dreyer (seit Februar 2021) werden den Verein verlassen und spielen ein letztes Mal in der HUK-Arena. "Es ist schön, dass einige Zuschauer dabei sein können. Aber es ist nicht das Gleiche wie bei einer vollen Halle", sagt der Schwede Pontus Zetterman, der in die Schweiz zum BSV Bern wechselt. Drei Jahre spielte der 27-jährige Linkshänder für Coburg, zählte zu den Leistungsträgern und verpasste kaum ein Spiel - obwohl er sich zeitweise mit einer Schulterverletzung und Problemen an der Achillessehne durch die Spiele quälte.

Schwedisches Trio beim HSC

"Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, ich habe nur zwei Spiele verpasst", sagt der Dauerbrenner, der 2018 vom TuS Nettelstedt-Lübbecke zum HSC kam. Dort erweiterte er das schwedische Duo Tobias Varvne/Markus Hagelin zu einem Trio. "Das war eine schöne Zeit und hat die Integration einfacher gemacht. Wir haben uns auf und neben dem Feld gut verstanden." Nachdem Hagelin 2019 den HSC verlassen hatte und nun Zetterman geht, bleibt vom einstigen Schweden-Trio nur noch Varvne übrig.

Zetterman spricht von Höhen und Tiefen, wenn er an seine Zeit in der Vestestadt denkt. "Wir hatten ein sehr gutes Jahr mit dem Aufstieg in die Bundesliga. Diese Saison war leider nicht gut." Abgeschlagen tritt Coburg den Gang zurück ins Unterhaus an. Dem HSC fehlte in der Breite die Qualität für die Bundesliga. Auf Zetterman trifft das nicht zu, der Schwede spielte eine gute Saison. 86 Treffer erzielte Zetterman in 37 Spielen selbst, 128 weitere legte er auf. In Sachen Vorlagen liegt der 27-Jährige ligaweit auf dem sechsten Platz. "Das zählt zu meinen Stärken, aber es kommt auch auf die Mitspieler an", bleibt Zetterman bescheiden und lobt die von ihm besonders oft in Szene gesetzten Florian Billek und Stepan Zeman.

Gegen den Mit-Auf- und Mit-Absteiger aus Essen will Zetterman mit seinen Toren und Vorlagen dazu beitragen, einen versöhnlichen Abschluss zu feiern - und Essen in der Tabelle noch abzufangen. Ein Sieg mit drei Toren Unterschied ist nach der 27:29-Niederlage im Hinspiel dafür nötig. Nach dem Spiel steht dann die offizielle Verabschiedung an. "Es wird etwas Besonderes und emotional werden. Ich werde Coburg vermissen", sagt Zetterman, der nach fünf Jahren in Deutschland seine Karriere in der Schweiz fortsetzt. "Ich hatte Lust, noch einmal etwas Neues kennenzulernen und zu erleben. Und mit Ante Kaleb spielt ein ehemaliger Mitspieler aus Lübbecke-Zeiten dort."

In der Schweiz gelten die Kadetten Schaffhausen als Abonnement-Meister, in diesem Jahr sicherte sich aber Pfadi Winterthur den Titel. Für seinen künftigen Verein, der zuletzt 1985 Schweizer Meister wurde, war im Play-off-Viertelfinale Schluss.