Ein Spiel, das der HSC Coburg nicht hätte verlieren dürfen, ging verloren. Im Duell mit dem Tabellenvorletzten kassierte der Tabellenletzte eine herbe Niederlage und verpasste es, mit dem zweiten Saisonsieg die rote Laterne abzugeben und den Rückstand auf das rettende Ufer zu verkürzen.

1. Bundesliga

TuSEM Essen - HSC Coburg 29:27 (16:11)

Die letzte Szene des ersten Durchgangs passte ins Bild, das der HSC in den letzten zehn Minuten vor der Pause abgab. Coburg bekam noch einen Siebenmeter zugesprochen und hätte noch einmal verkürzen können. Doch Milos Grozdanic scheiterte an TuSEM-Torwart Sebastian Bliß. Im Duell der beiden Aufsteiger gingen die Hausherren mit einer komfortablen 16:11-Führung in die Kabinen.

Dabei machte der HSC im ersten Abschnitt lange Zeit vieles richtig. Nach vier Minuten führte die Mannschaft von Trainer Alois Mraz mit 3:0 und war besser im Spiel. Der Angriff, und zu diesem Zeitpunkt vor allem Tobias Varvne, zeigte sich effizient und die Abwehr hatte sich gut auf das Essener Spiel eingestellt. Noch kamen die Hausherren nicht zu ihrem bekannten Tempospiel und auch der Rückraum hatte noch keine Durchschlagskraft.

Doch im Laufe der ersten Halbzeit wendete sich das Blatt. Der HSC konnte zwar zweimal - beim Stand von 6:6 und 8:8 - den ersten Rückstand verhindern und selbst wieder in Führung gehen. Doch beim 11:10 durch Lukas Becher (22.) ging Essen erstmals in Führung - und zog in den verbleibenden Minuten bis zur Pause davon. Coburg tat sich im Angriff zunehmend schwer und Bliß im TuSEM-Tor wurde zu einem echten Faktor.

Bliß vor der Pause stark

Bliß kam auf acht Paraden in der ersten Hälfte und hatte entscheidenden Anteil, dass dem HSC zwischen Minute 21 und 30 nur noch ein Törchen gelang. Mit schnellen Toren zog Essen über 13:11 auf 16:11 zur Pause davon. Die Ausgangslage wurde für den HSC, der erneut auf Kapitän Andreas Schröder verzichten musste, nach nur drei Minuten im zweiten Abschnitt weiter erschwert.

Pouya Nezhad Norouzi kassierte nach einem Gesichtstreffer an Rozman die rote Karte (33.). Während Coburg damit ein spielerisches Element flöten ging, setzte sich Essen Stück für Stück ab. Beim 23:15 (30.) deutete sich eine herbe Klatsche an. Doch der HSC gab nicht auf und kämpfte sich mit einem 4:0-Lauf auf 20:24 (46.) zurück. Und beim 24:27 (53.) durch Christoph Neuhold waren die Oberfranken plötzlich wieder in Schlagdistanz. Und das vor allem, weil das Torwart-Duell diesmal an den HSC und Jan Kulhanek ging.

Zweieinhalb Minuten vor dem Ende hätten die Gäste gar auf 26:27 herankommen können, doch ein Anspiel an den Kreis fing Essen ab und den Gegenstoß verwandelte Felix Klinger zum 28:25 (58.). Mit zwei Toren durch Neuhold und Varvne stellte Coburg den Anschluss wieder her - zumindest ein Punktgewinn schien möglich. Doch Essen spielte die 47 Sekunden restliche Spielzeit clever herunter und Jonas Ellwanger traf sechs Sekunden vor Schluss zum 29:27-Endstand.

HSC Coburg: Kulhanek/Poltrum - Nezhad, Sproß (3), Kelm, Nenadic, Billek (8), Zetterman (4), Varvne (6), Schikora (1), Kurch, Zeman, Grozdanic, Neuhold (5)