Er hat es geschafft: Kevin Krawietz hat zum ersten Mal die BMW Open in seiner Wahlheimat München gewonnen. Mit seinem Doppelpartner Wesley Koolhof siegte der Witzmannsberger gegen das belgische Duo Sander Gillé und Joran Vliegen nach einem 4:6, 6:3 und 10:5 im Champions-Tiebreak. Das Endspiel des ATP-250-Turniers begann mit über zweistündiger Verzögerung. Dauerregen in der bayerischen Landeshauptstadt, doch "Koolwietz" blieben cool.

Obwohl das an Position 3 gesetzte belgische Duo den besseren Start hatten. Gillé (35. der Doppel-Weltrangliste) und Vliegen (32.) gingen zunächst in Führung. Aber dann drehten Krawietz (18.) und Koolhof (12.) auf. Das an Position 1 gesetzte deutsch-niederländische Duo trotzte einer erneuten Zwangspause wegen einsetzenden Regens, glich aus und setzte sich im Champions-Tiebreak die Krone auf. Der Lohn: 15 360 Euro Preisgeld und je 250 Punkte für die Weltrangliste.

Der erste Satz

Mit einem Traumstart eröffneten "Koolwietz" das Finale im regnerischen München. Gleich im ersten Spiel gelangen Krawietz und seinem Partner ein Break, nahmen dem belgischen Duo das Aufschlagspiel ab. Es war der Startschuss eines spannenden ersten Satzes, in dem die Belgier leichte Vorteile hatten und mit 2:1, 3:2 und 4:3 in Führung lagen. "Koolwietz" glich zwar stets aus, aber drehten den Satz nicht. Auch, weil der Coburger und sein niederländischer Partner nur einen von fünf Breakbällen gewannen. Zum Vergleich: Das belgische Doppel holte sich zwei von drei möglichen Breakbällen. Zudem hatten Krawietz/Koolhof bei den gewonnen Aufschlagspielen (4/6) das Nachsehen gegenüber Gillé/Vliegen (5/6). Die Folge: Satz 1 ging mit 6:4 an die an Position 3 gesetzten Belgier.

Der zweite Satz

Im zweiten Satz setzte der Regen wieder ein. Beim Stand von 1:1 war das Endspiel für rund 45 Minuten unterbrochen. Die Zwangspause schien "Koolwietz" gutgetan zu haben. Das fränkisch-niederländische Duo drehte auf und stellte beim 4:2 die Weichen, nach Sätzen auszugleichen.

Krawietz und Koolhof zeigten sich deutlich verbessert, gewannen zwei von zwei Breakbällen und brachten vier ihrer fünf Aufschlagspiele durch. Selbst die drei Doppelfehler fielen nicht ins Gewicht. Mit 6:4 ging Satz 2 an "Koolwietz" - der Champions-Tiebreak musste die Entscheidung bringen.

Der Tiebreak

Zehn Zähler müssen her, dann steht der erste Sieg in Krawietz' Wahlheimat fest. Mit Siebenmeilenstiefeln eilen "Koolwietz" zum Triumph in München. Über 3:1, 5:1 und 7:1 rückt der Sieg bei den BMW-Open näher. Beim 9:2 scheint alles klar zu sein. Doch die Belgier verkürzen auf 5:9. Geht das etwa noch schief? Nein! Mit dem 10:5 ist alles klar. Kevin Krawietz und Wesley Koolhof holen sich im Doppel den Sieg.

So geht's weiter

Zeit zum Ausruhen hat der Witzmannsberger aber nicht. In dieser Woche stehen die Mutua Madrid Open in der spanischen Hauptstadt auf dem Turnierplan. Bei dem ATP-Turnier spielt Krawietz an der Seite von Horia Tecau (22. der Doppel-Weltrangliste/Rumänien), der 2019 an der Seite von Jean-Julien Rojer (27./Niederlande) das Turnier gewann. In der ersten Runde trifft "Kracau" auf das Duo Édouard Roger-Vasselin (14./Frankreich) und Henri Kontinen (31./Finnland).

Dem deutsch-rumänischen Doppel winkt im Falle eines Sieges ein Preisgeld in Höhe von 62 760 Euro und je 1000 Punkte für die Weltrangliste. Der Einzug ins Finale ist mit 43 940 Euro und je 600 Weltranglistenpunkten dotiert. Für das Halbfinale gäbe es 30 120 Euro und je 360 Zähler.