Das macht die "Mission Impossible" für den HSC 2000 Coburg heute Abend um 19 Uhr beim Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt noch komplizierter: Nationalspieler Florian Billek wird den Coburgern aufgrund von Bauchmuskelproblemen fehlen. Der Rechtsaußen laboriert seit einigen Wochen an einer Verletzung in der Bauchmuskulatur und muss nun für mindestens zwei Wochen pausieren. Trainer Jan Gorr hofft, dass sein Schützling zum Heimspiel gegen die MT Melsungen am 15. April wieder auflaufen kann: "Flo hat schon längere Zeit leichte Probleme in der Bauchmuskelgegend. Bislang haben wir das zusammen mit unserer medizinischen Abteilung immer gut lösen können. Da aber im Zuge der andauernden Belastung keine vollständige Genesung eingetreten ist, müssen wir ihm jetzt leider eine Zwangspause verordnen, um eine Ausdehnung der Verletzung auszuschließen. Wenn alles nach Plan verläuft, kann Flo im günstigsten Fall im Heimspiel gegen Melsungen aber
wieder angreifen." ct/cb


Wie SG-Coach Ljubomir Vranjes den HSC aktuell einschätzt und die eigene Belastung seines Teams sieht, hat er im Interview mit dem Tageblatt preisgegeben.

Herr Vranjes, Spitzenreiter gegen Schlusslicht: Eigentlich eine klare Sache, oder?
Ljubomir Vranjes: Eine klare Sache ist das immer nur bei den sogenannten Experten. Wir Spieler und Trainer wissen, dass nichts klar ist, bevor die zweimal 30 Minuten nicht gespielt sind. Wir müssen unsere Arbeit machen und dann können wir uns am Ende auch über zwei Punkte freuen. Wir sind natürlich die bessere Mannschaft, keine Frage. Aber jede Mannschaft, die in der 1. Handball-Bundesliga spielt, denen begegnen wir mit Respekt und mit 100 Prozent Einstellung auf dem Spielfeld.

Magdeburg, Brest, Coburg, Brest, Rhein-Neckar-Löwen, Füchse Berlin: Sehen sie aufgrund dieses Programms Optionen, die stark beanspruchten Kräfte gegen den HSC zu schonen?
Das Programm ist schon knallhart und es fehlt bei der Aufzählung gegebenenfalls ja auch noch das Finale beim Final Four. Nichtsdestotrotz, schonen, das gibt es für mich nicht. Wir können uns im Sommer schonen, das ist die passende Zeit dafür. Wir werden wie jedes Spiel auch gegen Coburg Vollgas geben und wollen am Ende das Spiel gewinnen.

In Brest hat Flensburg in den Schlussminuten einen klareren Sieg vergeben, warf "nur" noch das Siegtor nach 25:20-Führung. Ist das auch ein Indiz für die hohe Anzahl an Spielen, speziell nach der intensiven Partie in Magdeburg?
Wir haben zwei richtig harte Auswärtsspiele hinter uns und wir freuen uns, endlich mal wieder zu Hause in der Handball-Bundesliga zu spielen. Das Spiel gegen den SC Magdeburg war natürlich intensiv, aber auch Brest hat in dieser Saison bisher nur ein Spiel vorher zu Hause verloren und das war im August. Natürlich wäre eine bessere Ausgangslage durchaus möglich gewesen, aber ich bin sehr, sehr zufrieden, was meine Jungs dort in Weißrussland geleistet haben.

Coburg ist Tabellenschlusslicht. Was beeindruckt sie trotzdem an der Mannschaft?
Coburg hat ein Spielsystem und an dem halten sie konsequent fest, das beeindruckt mich. Das System ist ein gutes, nur im Vergleich zum Gegner verlieren sie oft den qualitativen Vergleich der einzelnen Spieler. Des Weiteren beeindruckt mich die Einstellung der Spieler. Sie geben immer Gas und das mag ich sehr.

Ist ein Einsatz von Tobias Karlsson möglich?
Tobias hat einen sehr harten Schlag gegen den Kopf bekommen und war einen Moment weggetreten. Es geht ihm aber schon sehr viel besser wieder. Ich wollte am Sonntag nichts mehr riskieren. Er wird heute beim Abschlusstraining ein Reha-Training durchführen und dann werden wir sehen. Tobias braucht nach seiner Verletzungspause Spielpraxis und die würde ich ihm gern auch gegen Coburg geben.

Die Fragen stellte Ralph Bilek.