"Für ihn kommt das Spiel zu früh. Er wird nicht dabei sein", sagt Alois Mraz, Trainer des HSC 2000 Coburg, über eine seiner wichtigsten Personalien. Kapitän und Abwehrchef Andreas Schröder fehlt auch beim so wichtigen Auswärtsspiel am Samstagabend (20.30 Uhr, live bei Sky) bei TuSEM Essen. Der Aufsteiger hatte gehofft, dass Schröder nach seiner Wadenverletzung für das "Vier-Punkte-Spiel" rechtzeitig fit wird. Daraus wird nichts, auch Schröders Einsatz beim nächsten wichtigen Spiel am Dienstag gegen die Eulen Ludwigshafen kommt wohl zu früh.

Zwar zeigten die Coburger bei der MT Melsungen (32:27), dass es auch einmal ohne den erfahrenen Schröder im Abwehrzentrum geht. Doch beim jüngsten Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen (21:29) knüpfte die HSC-Deckung nicht an die Vorstellung bei der MT an. "Wir haben die Zweikämpfe nicht gewonnen und standen in der Abwehr nicht gut genug", musste Mraz feststellen.

Verlieren verboten

Auch wenn Göppingen bislang eine überzeugende Saison spielt, nach dem Melsungen-Coup dürfte sich der HSC schon mehr ausgerechnet haben. Mit dem Gastspiel beim Mit-Aufsteiger aus Essen bekommen es die Coburger nun aber wieder mit Gegnern auf Augenhöhe zu tun. TuSEM hat nur einen Zähler mehr gesammelt als der HSC und könnte bei einem HSC-Sieg an Tabellenende wandern. Für beide gilt: verlieren verboten.

Doch Trainer Mraz versucht, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. "Von Außen wird natürlich Druck aufgebaut. Aber für uns ist die Ausgangslage wie vor jedem Spiel: Wir wollen gewinnen." Es gelte, trotz der angespannten Lage im Abstiegskampf mit der nötigen Lockerheit in das Spiel zu gehen. Die Essener, bei denen Jamal Naji auf Aufstiegstrainer Jaron Siewert (jetzt Füchse Berlin) folgte, verloren zuletzt beim neuen Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt (28:35). Wie Coburg holte der dreimalige deutsche Meister bislang einen Saisonsieg (33:27 gegen Balingen-Weilstetten). Zudem gab es gegen Hannover-Burgdorf (26:26) ein Unentschieden.

"Sie haben schlaue Mittelmänner, wurfstarke Halbe, gute Kreisläufer und kommen über das Tempo", sagt Mraz über den Gegner. Der HSC-Trainer will mit einer kompakten 6:0-Deckung den Essenern den Schwung aus ihrem Spiel nehmen. "Dafür müssen wir ein Bollwerk aufstellen", weiß Mraz, dass sich die Deckung steigern muss. Aber auch der Angriff muss ein anderes Gesicht zeigen. "Wir haben gegen Göppingen nicht die nötige Durchschlagskraft erzeugen können und zu viele Chancen liegen lassen." Punkte, die bei der MT Melsungen besser waren und in Essen abgerufen werden sollten, wenn der zweite Saisonsieg gelingen soll.