Das Bundesliga-Comeback des HSC 2000 Coburg am Dienstag, 6. Oktober, in der stärksten Handball-Liga der Welt gegen den SC DHfK Leipzig kann nun wohl doch mit Zuschauern über die Bühne gehen.

Die Chefs der Staatskanzleien haben sich in ihrer Austauschrunde am Dienstag auf eine bundeseinheitliche Lösung für einen Probebetrieb mit Zuschauern im Profisport geeinigt. Beschlossen wurde eine sechswöchige Testphase, die zu Beginn eine Kapazität von 1000 Zuschauern beziehungsweise 20 Prozent der größtmöglichen Auslastung bedeutet. "Für uns würde das bedeuten, dass wir zu unserem ersten Bundesliga-Heimspiel zumindest rund 1000 Zuschauer begrüßen dürfen", sagt Jan Gorr, Geschäftsführer des HSC 2000 Coburg.

In ihrem fast 100-seitigen Hygienekonzept hatten die Coburger in der HUK-Arena mit 1250 Zuschauern für den Start geplant. "Unter dem Aspekt, dass wir in der vergangenen Woche noch damit rechnen mussten, komplett ohne Zuschauer zu starten, ist der neue Beschluss natürlich sehr positiv zu sehen und ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch hoffen wir natürlich darauf, dass unserer Konzeption in vollem Umfang entsprochen wird", so Gorr.

Die bisherigen Gespräche mit den lokalen Behörden seien sehr kooperativ verlaufen, so dass die Coburger Verantwortlichen nun auf grünes Licht auch vonseiten der Stadt Coburg warten. Bisher hat den Behörden die Freigabe der Landesregierung gefehlt, um individuelle Lösungen vor Ort zu ermöglichen. Diese Voraussetzung ist nun gegeben. "Wir werden die Konzepte wie zugesagt umsetzen und somit bestmöglich den so wichtigen Gesundheitsschutz beachten. Wir sind hochmotiviert zu zeigen, dass ein Bundesliga-Handballerlebnis für die Zuschauer auch in dieser Phase sicher möglich ist."

Partner bekommen Vorzug

Aufgrund der im Vergleich zum Normalbetrieb immer noch deutlich begrenzten Kapazität werden Sponsoren und Dauerkarteninhaber für den Probebetrieb im Oktober den Vorzug bekommen. "Unsere Partner haben uns nicht zuletzt in der Corona-Krise hervorragend unterstützt. Ohne unsere Sponsoren wäre Handball auf Bundesliganiveau definitiv nicht möglich. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass wir diese bei einer begrenzten Auslastung zuerst bedienen", so Gorr.

Gleiches gelte für die Dauerkarteninhaber: "Es war für uns wahnsinnig wichtig, dass viele unserer treuen Dauerkartenbesitzer von Rückerstattungen abgesehen haben. Deswegen werden wir die freien Kapazitäten auch zuerst an unsere Stammkunden vergeben. Wir arbeiten momentan noch an einer fairen Lösung für alle Beteiligten, so dass die Dauerkartenbesitzer, die beim ersten Heimspiel nicht berücksichtigt werden konnten, dafür im zweiten Spiel dabei sind."

Zweiter Test gegen HC Elbflorenz

"Als wir gestern von der Entscheidung erfahren haben, sind uns einige Steine vom Herzen gefallen", sagt HSC-Trainer Alois Mráz. Bevor es für den Tschechen und sein Team in zwei Wochen in der Liga ernst wird, stehen noch drei Testspiele in der Fremde an. Den Anfang am Donnerstag macht die Partie beim Zweitligisten HC Elbflorenz um 18.30 Uhr in der Ballsportarena Dresden (mit gewisser Anzahl an Zuschauern, aber keine Gästefans).

Die Coburger möchten sich für die mäßige Leistung im Testspiel gegen den identischen Gegner vor knapp drei Wochen (26:31) in Bad Blankenburg rehabilitieren und an die Leistung des Erlangen-Spiels (30:31-Niederlage) anknüpfen. Der HC Elbflorenz, Tabellen-14. der abgebrochenen Zweitliga-Spielzeit 2019/20, scheint in diesem Jahr zu Höherem berufen. Nach dem Erfolg gegen den HSC setzte sich das Team von Trainer Rico Göde mit 28:23 gegen den Erstligisten Eulen Ludwigshafen und mit 29:25 gegen den ThSV Eisenach durch.