Der Freitag in Melbourne war nicht der Tag von Kevin Krawietz. Das Ausscheiden des Witzmannsbergers in der zweiten Runde des Doppelwettbewerbs und in der ersten Mixed-Runde kam aufgrund der ungewohnten personellen Konstellationen nicht ganz überraschend und war deshalb durchaus verschmerzbar für den 29-Jährigen.

Mehr tat Krawietz aber weh, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass das deutsche Erfolgsdoppel "Kramies" für längere Zeit als vermutet gesprengt wird. "Andi hatte gestern eine Operation und ist erstmal für sechs Monate raus", sagte Krawietz am Freitag in Melbourne: "Das wird eng für die Olympischen Spiele. Klar, das ist extrem bitter."

Der am Knie verletzte Mies wird somit nicht nur aller Voraussicht nach die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) verpassen, sondern auch die French Open (17. Mai bis 6. Juni) und Wimbledon (28. Juni bis 11. Juli). All die großen Ziele, die sich der Kölner und der Franke gemeinsam für das Jahr 2021 setzten, sind damit hinfällig - unter anderem der angepeilte dritte Titelgewinn in Serie beim Grand-Slam-Turnier in Paris. Mit wem Krawietz in den nächsten Monaten aufschlagen wird, ist noch offen. "Wahrscheinlich werde ich einige Turniere mit Struffi spielen", sagt Krawietz. Mit seinem Landsmann spielte der Witzmannsberger zuletzt zwei Doppelpartien beim ATP Cup (ein Sieg, eine Niederlage). Weitere Auftritte mit dem Karlsruher Hanfmann sind wegen dessen schlechter Platzierung in der Weltrangliste (895) unwahrscheinlich. Betrachtet man die Rankings, wäre eine Zusammenarbeit mit Spielern wie Tim Pütz, André Begemann und Dominik Koepfer möglich.

Gegner sind gnadenlos effektiv

Pierre-Hugues Herbert war einer der ersten Doppelpartner überhaupt für Kevin Krawietz. Mit dem Franzosen gewann er 2009 Junioren-Wimbledon. In der zweiten Runde der Australian Open hatte Krawietz mit Hanfmann gegen eben jenen Herbert und dessen Landsmann Nicolas Mahut mit 5:7, 3:6 das Nachsehen. Dabei verkauften sich "Kranf" gegen das an Position 8 gesetzte Doppel nicht schlecht, doch waren die Franzosen mit zwei Breaks bei zwei Breakbällen gnadenlos effektiv. Nach einer Mini-Pause ging es für Krawietz gleich weiter mit der Partie im Mixed-Wettbewerb. Mit Laura Siegemund unterlag Krawietz nach knapp eineinhalb Stunden Ben McLachlan und Ena Shibahara (Japan) mit 6:7 (3:7), 4:6.ct/dpa