"Früh übt sich, was ein Meister werden will". Dieses Zitat seines berühmten Namensvetters Friedrich Schiller hat sich Simon Schiller anscheinend zu Herzen genommen. Denn bereits neun Punkte beträgt der Vorsprung seines Teams in der höchsten Spielklasse des Fußballkreises.

Der letztjährige Bezirksligist ist erstklassig aus den Winter-Startlöchern gekommen (3:1 in Fürth und 5:1 gegen Ketschendorf) und stürmt dem sofortigen Wiederaufstieg mit großen Schritten entgegen. Am 21. Spieltag hofft die Liga aber generell erst einmal auf schönes Wetter, keinen Spielausfall und drückt den "Puppenstädtern" im Heimspiel gegen den souveränen Primus aus Meeder die Daumen, damit das Titelrennen offen bleibt.


Schon 19 Spielausfälle

Bereits 19 Partien sind in dieser Saison ausgefallen. Im Samstagsspiel treffen die Tabellennachbarn Niederfüllbach (8.) und FC Coburg II (9.) aufeinander. Bei den Sonntagsspielen schwebt das Abstiegsgespenst über der Partie Schwabthal gegen Heilgersdorf und in Wildenheid will der TBVfL den Spitzenreiter aus Meeder ärgern.
"Heute sind sie fällig, ich schwör"s euch, Jungs. Die sind fällig. Absolut fällig. Okay?"


"Heute sind sie sind fällig..."

Jürgen Klinsmanns Zitat aus dem Sommermärchen 2006 verwendet heute so mancher Einpeitscher. Auch in der Kreisliga beim letzten Einschwören vor dem Spiel in der Kabine oder im Mannschaftskreis auf dem Platz. Damit sollen die letzten Prozent an Motivation aus den Kickern herausgekitzelt werden.

Ob am Sonntag der Ligakrösus Meeder in Neustadt fällig ist, darf bezweifelt werden. Die Zahlen sprechen nämlich klar für den Bezirksliga-Absteiger und im Hinspiel überfuhr der TSV-Express den überforderten TBVfL mit einem halben Dutzend Treffer: "Wir werden es besser machen und alles daran setzen zu punkten", gibt Coach Marco D`Antimi vor, der mit der Vorstellung seiner Elf in Ebersdorf (1:4) nicht zufrieden war und eine Reaktion seiner Jungs erwartet. In Meeder ist man gelassen, denn das Neun-Punkte-Polster ist beruhigend und dazu ein Tim Knoch in Galaform.

Im Duell der Gegensätze empfängt die schwächste Abwehr (50 Gegentore) aus Fürth am Berg die beste Abwehr aus Pfarrweisach (17 Gegentore). Der TSSV wird alles versuchen im dritten Spiel des neuen Jahres endlich aufs Papier zu kommen und muss dabei vor allem den Top-Torjäger Daniel Schneidawind kalt stellen.


Schießbude gegen Bollwerk

Nicht lange ist es her, da duellierten sich Staffelstein und Ebersdorf um den Aufstieg. Für die Sylvia zählt das natürlich auch diese Saison, aber die Badstädter hingegen kämpfen um den Klassenerhalt und könnten mit einer Überraschung nach der Trainerentlassung von Stefan Nöth zumindest den Relegationsplatz verlassen.


Doppelte Tore = Doppelte Punkte

Der SV Großgarnstadt holte mit 20 Toren 16 Punkte und muss am Samstag bei den doppelt so erfolgreichen Locals ran: 40 Tore/ 32 Punkte. Im Hinspiel machte Alexander Sapov mit einem Doppelpack den Unterschied, aber endlich sieht es bei den "Blau-Gelben" personell besser aus. Vor allem Andi Asselborn zeigte mit dem späten Ausgleich bei seinem Comeback wie wichtig er für die SVG ist.

Und wie steckt Ketschendorf den Rückschlag weg? Nach dem 1:5 in Meeder ist die Buchberg-Elf wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, hat aber weiterhin alle Chance auf den 2. Rang. Beim TSV Bad Rodach wird es nicht einfach. Die "Löwen" - zuletzt fünf Spiele ungeschlagen - wollen ihren Lauf ausbauen und den Abstand nach hinten vergrößern. Von hinten weg will auch die Spvg Ahorn, die als letztes Team der Kreisliga den Spielbetrieb 2017 aufnimmt. Beim VfB Einberg wartet gleich eine schwere Aufgabe.


Gewinner ist voll dabei

Letzter gegen Vorletzter treffen in Schwabthal aufeinander. Sicher wird es ein Kampfspiel und der Gewinner kann dann sogar die Nichtabstiegsplätze in Schlagdistanz bekommen. Die Heilgersdorfer hoffen nach der Zwangspause die guten Ansätze aus Einberg mitzubringen, während der SVS die schwache Heimbilanz (erst ein Sieg) gerne aufpolieren möchte. oph/nh