Die erste Woche in Paris hat Tennisprofi Kevin Krawietz geschafft: Der Witzmannsberger zog mit Horia Tecau, der den verletzten Andreas Mies vertritt, am Samstag ins Viertelfinale der French Open ein. Gegen die an Position 7 gesetzten Jamie Murray (Großbritannien) und Bruno Soares (Brasilien) gewann die deutsch-rumänische Kombination mit 6:3, 3:6 und 6:3.

1. Satz

Viel besser hätte der Auftakt für Krawietz/Tecau nicht laufen können. Nur eine Minute dauerte das erste Aufschlagsspiel des 36-jährigen Rumänen. Von Beginn an erspielte sich die deutsch-rumänische Kombination immer wieder leichte Punkte, während Murray/Soares für ihre Zähler hart arbeiten mussten. Krawietz/Tecau nahmen ihren Gegnern früh den Aufschlag ab. Soares besiegelte das Break mit einem Doppelfehler. Anschließend hämmerte er seinen Schläger gleich zweimal auf den Boden. Der Ärger über die misslungene Anfangsphase war aus Sicht des britisch-brasilianischen Duos verständlich.

Auf der Gegenseite lief es deutlich besser. So gelang Tecau mit dem zweiten Aufschlag auch einmal ein Ass. Generell geriet das Service von Krawietz/Tecau nicht in Gefahr. Sie ließen in Satz 1 keinen Breakball zu. Besonders auf den ersten Aufschlag war Verlass: Wenn er kam, lag die Quote der gewonnenen Punkte bei 89 Prozent. Nach 29 Minuten ging der erste Satz mit 6:3 an den Witzmannsberger und seinen Interimspartner.

2. Satz

Im zweiten Durchgang war zunächst alles in der Reihe. Möglichkeiten, das Service des Gegners anzugreifen, boten sich nicht. Krawietz/Tecau hielten ihr Niveau des ersten Durchgangs aufrecht und auch ihre Gegenüber steigerten sich. Bei 3:4 aus Sicht des deutsch-rumänischen Duos geriet der Aufschlag von Krawietz erstmals in Gefahr. Murray/Soares erspielten sich drei Breakchancen, gleich die erste brachte die Vorentscheidung in diesem Satz. Murray schlug anschließend zum Satzausgleich auf.

Der Brite hatte dabei keine Probleme und stellte auf 6:3. Nach 31 Minuten war die Partie wieder ausgeglichen. Der Durchgang verlief ähnlich wie der erste Satz, nur umgekehrt. Diesmal waren es Krawietz/Tecau, die sich keinen Breakball erspielen konnten.

3. Satz

Im Entscheidungssatz wurde es für Krawietz/Tecau sofort brenzlig, als sie im ersten Aufschlagsspiel zwei Breakbälle gegen sich hatten. Doch das Duo bewies Nervenstärke, wehrte die Möglichkeiten ab und holte sich noch das Spiel. Und es wurde besser: Dank eines Doppelfehlers waren es auf einmal Krawietz/Tecau, die Breakchancen hatten. Die erste von drei Gelegenheiten verwertete Krawietz mit einem Volley direkt auf den Mann. Das wichtige Break zum 2:0 war geschafft.

Krawietz brachte sein Service im Anschluss locker durch. Es zeichnete sich ein schnelles Ende der Partie ab. Krawietz/Tecau übten im Returnspiel ordentlich Druck aus, eine weitere Breakchance kam aber nicht hinzu. So blieb bis zum 5:3 alles in der Reihe, ehe Tecau zum Match servierte. Das Aufschlagsspiel wurde zur Zitterpartie. Zwei Doppelfehler bescherten Murray/Soares leichte Punkte. Dazu kam der erste Aufschlag nicht. Das britisch-brasilianische Duo hatte sogar noch einmal die Chance zum Break, doch Krawietz/Tecau schafften es, die Türe rechtzeitig zuzumachen.

Trotz des kurzen Wacklers am Ende zogen der Witzmannsberger und sein Partner nach einer Stunde und 37 Minuten verdient ins Viertelfinale der French Open ein.

Dort treffen Krawietz/Tecau auf das nächste Top-Duo. Es geht gegen die an Position 2 gesetzten Kolumbianer Robert Farah und Juan Sebastián Cabal, die in ihren drei bisherigen Partien noch keinen Satz abgegeben haben.