Der Traum vom Titel-Hattrick bei den French Open ist geplatzt: Tennisprofi Kevin Krawietz verlor mit dem Rumänen Horia Tecau am Dienstag im Viertelfinale von Roland Garros gegen die Kolumbianer Juan Sebastián Cabal/Robert Farah. Der Witzmannsberger und sein Interimspartner, der den verletzten Andreas Mies vertritt, mussten sich nach zweieinhalb Stunden dem an Position 2 gesetzten Duo mit 2:6, 7:6, 5:7 geschlagen geben.

Schon vor sechs Wochen beim ATP-Turnier in Barcelona erwiesen sich Cabal/Farah als zu stark. Dort unterlag die deutsch-rumänische Kombination im Finale mit 4:6, 2:6.

1. Satz

Auf beiden Seiten gab es zu Beginn viele Breakchancen. Während die Kolumbianer ihre vierte Möglichkeit verwerteten, ließen Krawietz/Tecau gleich sechs Möglichkeiten ungenutzt. Damit verpasste es die deutsch-rumänische Kombination, schnell zurückzufinden. Stattdessen kassierten Krawietz/Tecau das nächste Break. Nach einer guten Viertelstunde lagen die beiden mit 0:3 hinten.

Es galt, ein Gegenmittel gegen die starken Kolumbianer zu finden. Welche Klasse Cabal/Farah jedoch haben, bewiesen sie von Beginn an. Krawietz drängte Cabal in einer Situation mit zwei Überkopf-Volleys mächtig in die Defensive, doch beim dritten Angriffsschlag des Witzmannsbergers setzte der Kolumbianer zum Konter an und machte den Punkt.

Es lief aber nicht alles rund bei den beiden. Auch bei eigenem Aufschlag mussten Cabal/Farah weiter kämpfen. Mehrmals ging es über Einstand, doch in den entscheidenden Situationen zeigten sie starkes Tennis. Nach 43 Minuten sicherten sich die Kolumbianer den ersten Satz. Aus deutsch-rumänischer Sicht war eine Steigerung nötig. Vor allem beim ersten Aufschlag. Funktionierte dieser in den vorherigen Runden noch einwandfrei, waren es zu diesem Zeitpunkt lediglich 50 Prozent gewonnene Punkte nach dem ersten Service.

2. Satz

Diesmal gelang Krawietz/Tecau ein besserer Start als im Satz zuvor. Zwar gab es beim Aufschlag von Krawietz eine frühe Breakmöglichkeit für die Kolumbianer, doch der Witzmannsberger hielt sein Service. Das deutsch-rumänische Duo ließ selbst eine gute Gelegenheit verstreichen, als es bei 3:2 eine Chance auf ein Break hatte.

Positiv war jedoch schon einmal, dass die Quote der gewonnen Punkte beim ersten Aufschlag nach oben ging (80 Prozent). Eine weitere Möglichkeit auf ein Break konnten sich Krawietz/Tecau jedoch nicht erspielen. Dafür brachte Krawietz mit einem souverän durchgezogenen Aufschlagsspiel die beiden in den Tiebreak.

In diesem zeigten die Kolumbianer ungewohnte Schwächen. Farah produzierte zu Beginn einen Doppelfehler, der Krawietz/Tecau ein Minibreak bescherte. Die Kolumbianer schlugen zurück, gaben aber einen weiteren Aufschlag ab, als sie sich gegenseitig in die Quere kamen. Ein weiterer Doppelfehler bedeutete das 5:2. Der Vorsprung reichte: Der dritte Doppelfehler von Farah besiegelte nach einer Stunde und drei Minuten den ersten Satzverlust der Kolumbianer im Turnier.

3. Satz

Krawietz/Tecau starteten perfekt und nutzten die zu Beginn des dritten Satzes anhaltende Schwächephase ihrer Gegner sofort zu einem Break. Der Witzmannsberger legte mit einem starken Aufschlagsspiel nach. Besser hätte die Anfangsphase für das deutsch-rumänische Duo nicht laufen können. Krawietz/Tecau hatten eine weitere Breakchance, doch den kompletten Fehlstart verhinderten die Kolumbianer gerade noch.

Die Unzufriedenheit bei Cabal/Farah wurde dennoch größer. Denn bei gegnerischem Service waren sie chancenlos. Die ersten drei Aufschlagsspiele gewannen Krawietz/Tecau zu null. Vor allem der erste Aufschlag war in dieser Phase Trumpf.

Doch die Kolumbianer sind nicht umsonst die Nummer 2 der Setzliste. Sie schafften das Re-Break, zu dem Tecau mit einem Doppelfehler beitrug. Zur entscheidenden Phase fanden sie wieder zu ihrem Spiel. Auf einmal war es Krawietz, der gegen den Matchverlust servierte. Der 29-Jährige blieb cool, es stand 5:5. Es deutete alles auf einen erneuten Tiebreak hin, doch Cabal/Farah schafften zum ungünstigen Zeitpunkt aus Sicht von Krawietz/Tecau ein Break. Mit einem unerreichbaren Lob buchten sich die Kolumbianer ihr Ticket für das Halbfinale. Krawietz und Tecau müssen dagegen ihre Koffer packen.