Der Auftakt zur Titelverteidigung in Paris ist geglückt, doch es war ein hartes Stück Arbeit. Der Witzmannsberger Tennisprofi Kevin Krawietz gewann mit seinem rumänischen Doppelpartner Horia Tecau in der ersten Runde der French Open gegen den Ecuadorianer Gonzalo Escobar (Doppel-Weltranglistenplatz 49) und Uruguayer Ariel Behar (51) mit 6:3, 3:6, 7:6.

Wie eng es zuging, machte sich im Tiebreak deutlich: Ein Doppelfehler gab den Ausschlag zugunsten des an Position 9 gesetzten Duos Krawietz/Tecau. Der Witzmannsberger sprach im Anschluss von einem "schwierigen Match, gefühlt waren wir die besseren Spieler, aber am Ende wurde es schon sehr eng".

1. Satz

Gerade einmal 24 Minuten dauerte der erste Durchgang auf Platz 4 des Stade Roland Garros. Dabei sah es zunächst so aus, als würde keinem Doppel ein entscheidendes Break gelingen. Zu souverän schlugen alle Beteiligten auf. Die Ballwechsel waren in aller Regel schnell beendet.

Dem deutsch-rumänischen Duo gelang der erste Punktgewinn bei gegnerischem Service gar erst im vierten Spiel. Dann waren die beiden aber zur Stelle. Tecau bescherte sich und seinem Partner mit einem gut platzierten Return zwei Breakbälle. Gleich den ersten nutzte Tecau mit einem Volley zum 5:3. Nun lag es am Rumänen, den Vorsprung zu verteidigen - und das gelang ohne Probleme. Der erste Aufschlag funktionierte weiterhin prächtig (94 Prozent gewonnene Punkte in Satz 1), Krawietz wehrte am Netz alles ab. Mit einem Servicewinner beendete Tecau den ersten Durchgang.

2. Satz

Krawietz/Tecau bescherten ihren Gegnern zu Beginn eine Drucksituation. Nach 0:40 kämpfte sich das deutsch-rumänische Duo beim Stand von 1:1 zurück, so dass es über Einstand ging. Einen Breakball konnten sich die beiden aber nicht erspielen. Behar/Escobar brachten ihren Aufschlag durch. Knifflig wurde es für Krawietz und seinen Partner bei 2:3 aus ihrer Sicht. Tecau ließ beim Aufschlag etwas nach, zwei Breakbälle waren die Folge. Zwar wehrte Krawietz den ersten und Tecau den zweiten Breakball ab, das Spiel holten die beiden jedoch nicht mehr. Ein vermeidbarer Fehler des Witzmannsbergers besiegelte das 2:4.

Um den Satz nicht abzugeben, brauchte es ein Re-Break. Krawietz/Tecau waren bei gegnerischem Aufschlag deutlich besser im Spiel als noch in Satz 1. Passagen mit längeren Ballwechsel häuften sich. Nur diesmal gab es überhaupt nicht die Möglichkeit, das Service des Gegners anzugreifen. Nach 30 Minuten hatte das ecuadorianisch-uruguayische Duo nach Sätzen ausgeglichen. "Wir haben keinen Zugriff auf die Returns bekommen, das hätte besser sein können", sagte Krawietz. "Dazu kam ein nicht ganz so gutes Aufschlagsspiel von uns und schon bist du im 3. Satz."

3. Satz

Allein im dritten Durchgang gab es mehr Breakchancen als in den ersten beiden Sätzen zusammen (8 zu 7). Ein Break gelingen wollte jedoch keinem der beiden Doppel. Schon im ersten Spiel mussten Krawietz/Tecau zwei Möglichkeiten abwehren. Die beiden bewiesen gute Nerven und brachten ihr Aufschlagsspiel durch. Als Escobar im darauffolgenden Spiel bei 15:40 aus Wut seinen Schläger auf den Boden schmiss, sah es so aus, als könnte das deutsch-rumänische Duo auf die Siegerstraße einbiegen. Doch leichte Fehler zerstörten die Breakmöglichkeiten nicht nur in diesem Spiel, sondern auch in der Folge ein ums andere Mal.

Aufpassen mussten Krawietz/Tecau beim Stand von 3:3. Ihre Gegner erspielten sich ihren dritten Breakball, den Krawietz mit einem Rückhand-Slice abwehrte. Ein Servicewinner brachte schließlich das 4:3. Mit etwas Glück hätte der fünfte Breakball des deutsch-rumänischen Duos den Sieg gebracht. Nach einem starken Ballwechsel holte Tecau den Punkt, der bei 5:4 den ersten Matchball bedeutete. Im Grundlinienduell mit Escobar zog Tecau jedoch den Kürzeren. Da kein Doppel seinen Aufschlag abgab, musste die Entscheidung im Tiebreak fallen.

Krawietz/Tecau legten vor, ehe Escobar der spielentscheidende Fehler unterlief. Der Ecuadorianer brachte beide Aufschläge nicht im Feld unter - Doppelfehler. Das Minibreak war geschafft. Den Vorsprung ließen sich der Witzmannsberger und sein Doppelpartner nicht mehr nehmen. Der Rumäne stellte nach insgesamt einer Stunde und 55 Minuten den Einzug in die zweite Runde sicher. "Ich bin froh, dass wir die Runde überstanden haben. Jetzt heißt es erstmal erholen, ehe wir uns aufs nächste Match vorbereiten", sagte Krawietz.

Runde 2: Gegner ist noch offen

Wer dann der Gegner sein wird, ist noch offen. Krawietz und Tecau können sich am Mittwoch in Ruhe anschauen, wie Thiago Monteiro (Brasilien) mit John Millman (Australien) gegen Yoshihito Nishioka (Japan) und Yen-Hsun Lu (Taiwan) ums Weiterkommen kämpfen.