Da ist er, der erste gemeinsame Titel: Kevin Krawietz (20. der Weltrangliste) und Horia Tecau (23.) haben am Sonntagmittag das Finale im westfälischen Halle gegen Hubert Hurkacz (73., Polen) und Felix Auger-Aliassime (81., Kanada) mit 7:6 (4) und 6:4 gewonnen. Das deutsch-rumänische Duo hatte vor dem Sieg in Halle schon in den Finals von Rotterdam und Barcelona (beide 2021) gestanden, waren dort aber jeweils unterlegen. In Halle hat es endlich geklappt. Für Krawietz ist es der sechste Doppeltitel auf ATP-Level in seiner Karriere. "Kracau" bekommen für ihren Sieg in Halle 40 200 Euro Preisgeld und 500 Punkte für die Weltrangliste.

Mit dem Witzmannsberger Krawietz hat erstmals seit 2014 wieder ein deutscher Tennisprofi den Doppelwettbewerb des Haller Rasenturniers gewonnen. Damals hatte sich Andre Begemann mit dem heutigen Krawietz-Trainer Julian Knowle den Titel geholt. Und Krawietz' Partner Horia Tecau sorgte für eine Premiere: Erstmals steht ein Rumäne in der Siegerliste des Turniers. "Wir sind super glücklich. In Deutschland zu spielen und dann noch zu gewinnen, macht uns stolz", freuten sich "Kracau" , die nach ein paar Tagen Pause zum wichtigsten Tennisturnier nach Wimbledon (28. Juni bis 11. Juli) reisen.

Die Aufschläger dominieren

Vor dem Endspiel wurde ein Doppel-Finale der Extraklasse erwartet. Schließlich winkte dem Duo Auger-Aliassime/Hurkacz, das nicht gesetzt war, der zweite Titelgewinn der ATP-Tour und Krawietz/Tecau, die auf Position 3 gesetzt waren, traten bei ihren bisherigen Spielen in Halle souverän auf. Und das Spiel hielt, was es versprach. Im ersten Satz gab es kaum Möglichkeiten, zu breaken. Denn: Die Aufschläger bestimmten die Szenerie auf dem Center Court. Fünf Breakbälle wehrten die beiden Teams ab, einen durch Krawietz und Tecau, vier durch Auger-Aliassime und Hurkacz.

"Kracau" hatte leichte Vorteile, die sich auch im Tiebreak zeigten. Krawietz und Tecau legten noch einmal eine Schippe drauf, entschieden den Tie-Break mit 7:4 für sich und gingen nach Sätzen mit 1:0 in Führung. Auch im zweiten Durchgang blieb das Bild gleich. Krawietz/Tecau und Auger-Aliassime/Hurkacz trennten nicht viel und beide Doppel überzeugten weiterhin mit starken Aufschlagspielen. Beim Stand von 3:3 wurde Tecau bei seinem Aufschlag gestoppt. Aber nicht vom Gegner, sondern durch eine Reparatur des Netzes durch den Stuhlschiedsrichter.

Bis Jahresende ein Team

Durch die unfreiwillige Spielunterbrechung ließen sich die Finalisten aber nicht aus dem Rhythmus bringen. Auf einen weiteren Tiebreak hatten "Kracau" aber offensichtlich keine Lust mehr. Nachdem das deutsch-rumänische Duo zunächst drei Breakbälle liegen gelassen hatte, machten "Kracau" beim Stand von 5:4 mit ihrem zweiten Matchball den Sieg perfekt.

Noch bis Jahresende wird Kevin Krawietz mit Horia Tecau ein Team bilden. Das bestätigte der Witzmannsberger dem dem Tennispodcast "Chip & Charge". Krawietz' etatmäßiger Partner, der Kölner Andreas Mies, laboriert noch an einer Knieverletzung. In Halle weilte Mies unter den Zuschauern - und unterstützte Krawietz von der Tribüne.