Er ist eine Institution auf Rechtsaußen, ein Publikumsliebling beim HSC 2000 Coburg - und seit Mittwochabend der erfolgreichste Torschütze der Vereinsgeschichte: Florian Billek. Seit sieben Jahren steht der gebürtige Hesse beim HSC unter Vertrag und ist verlässlicher Torjäger. Gegen den TVB Stuttgart (28:26) erzielte Billek fünf Tore und überholte den bisherigen Rekordtorschützen Ronny Göhl.

Sein erster Treffer des Tages, das zwischenzeitliche 5:1, war Billeks 1332. im HSC-Trikot - der neue Vereinsrekord war perfekt. "Es war ein sehr schönes Tor, das ein wenig den Druck genommen hat", sagt HSC-Geschäftsführer Jan Gorr. Nach einem Gegenstoß bekam Billek auf der rechten Außenbahn den Ball und hob ihn gekonnt über Stuttgarts Torwart Primoz Prost. Billek durfte nach dem Spiel aber nicht nur den vierten Coburger Saisonsieg bejubeln, sondern sich auch über Geschenke des HSC freuen. Nur eine Sache fehlte in diesem Moment: die Zuschauer.

Auf und neben dem Feld wichtig

"Es war für das, was möglich war, ein würdiger Rahmen und ein emotionaler Moment", sagte Gorr. Der Geschäftsführer hob die Bedeutung Billeks für den HSC hervor. "Er ist unglaublich schnell, hat eine enorme Sprungkraft und einen unbändigen Willen, alles für den Erfolg zu tun." Aber auch neben dem Feld sei Billek eine wichtige Persönlichkeit. "Er übernimmt Verantwortung und ist ein Vorbild", sagt Gorr. Dass Billek einst nach Coburg ging, obwohl unklar war, ob es der HSC in die 2. Liga packen würde, spreche zudem für seinen Charakter. Während ein Coburger für seine Verdienste geehrt wurde, ist ein Ex-Coburger zum HC Erlangen gewechselt: Stefan Lex. Der Linkshänder soll den von Verletzungen gebeutelten fränkischen Rivalen im Rückraum entlasten. Eine Rolle, die auch der HSC für ihn vorgesehen hatte.

Lex sagte HSC ab

"Wir hatten ihn zu einer anderen Saisonphase kontaktiert, aber aus familiären Gründen hatte er damals abgesagt", sagt Gorr. Dass der HSC auf die Verletzung von Jakob Knauer (Achillessehnenriss) noch in dieser Saison reagiert und für die verbleibenden neun Spiele einen Linkshänder holt, "kann ich ausschließen", sagt Gorr. Möglich sei, dass der HSC sich für die neue Runde mit einem weiteren Halbrechten verstärkt. Eigentlich sollte Merlin Fuß (TV Hüttenberg) mit Knauer das Duo im rechten Rückraum bilden. Weil Lokalmatador Knauer auch die Hinrunde der kommenden Saison verpassen wird, justiert der HSC für die neue Spielzeit vermutlich mit einem Linkshänder nach.