Der aus Coburg stammende Nils Wich-Glasen (22) schwimmt weiter auf einer Erfolgswelle. In Knoxville in Tennessee fanden die Conference Meisterschaften der South-East-Conference im Schwimmen statt. Dabei überzeugte der ehemalige Vestestädter mit starken Leistungen.

Die Veranstaltung ist die größte und stärkste Conference, bei der seit Jahren die Topteams bei den NCAA (USA Gesamthochschulmeisterschaft) kommen. Zur NCAA werden die besten 30 Athleten/innen jeder Strecke aus allen Conferencemeisterschaften eingeladen.

Nils Wich-Glasen hat sich bereits zum dritten Mal die Teilnahme an dieser hochwertigen Meisterschaft gesichert, da er sowohl über die 100 Brust als auch über die 200 Brust die zusätzlichen notwendigen A-Cuts, also Pflichtnormzeiten erzielte.


Zweimal Silber

Zudem erkämpfte er sich in beiden Strecken jeweils die Silbermedaille und behauptete sich dabei gegen den Nürnberger Fabian Schwingenschlögel (deutscher B-Kader), für Missouri startend, der ganz knapp die Olympischen Spiele in Rio verpasste und 2016 NCAA-Sieger über 100 Brust und Bronzemedaillengewinner über 200 Brust war. Vor allem glänzte Wich-Glasen über die 100 Meter, da er hier in der Regel den Sprintern den Vortritt lassen musste. Er konnte sich dieses Jahr aber athletisch enorm verbessern und erreichte erstmals das Finale, dies sogar als Vorlaufschnellster: Knapp geschlagen war er dennoch mit der Silbermedaille mehr als zufrieden.


Nur der Weltmeister schneller

Seine Bestzeit hier betrug 00:51,58 Minuten. Das bedeutet, da der Wettkampf auf einer Yardbahn (100y = 91,4 Meter) geschwommen wird, umgerechnet eine Zeit von 00:57,25 Minuten auf einer 25-Meter-Bahn. Mit dieser Zeit würde er sich, auch wenn man die Umrechnungsungenauigkeiten einbezieht, in den deutschen Bestenlisten hinter Welt-und Europameister Marco Koch einreihen.

Gleiches gelang ihm wieder über seine Lieblingsdisziplin über 200 Meter Brust. Auch hier war er Vorlaufschnellster. Er führte bis kurz vor Schluss und musste dann dem Olympiateilnehmer McKnee mit 19 Hundertstel Rückstand den Sieg überlassen. Seine Zeit von 01:52,41 Minuten ergibt umgerechnet auf die 25-Meter-Bahn eine überragende 02:04,77 Minuten. Dies hätte im Dezember die Qualifikation für die Weltmeisterschaft bedeutet. Zu diesem Zeitpunkt konnte er allerdings wegen Prüfungen an der Uni nicht bei der DM in Berlin starten, um sich zu qualifizieren. Der Vergleich zeigt aber, dass er weiterhin nicht nur zur deutschen Spitze gehört.

Letztlich startete Nils Wich-Glasen noch über die 200 Lagen. Hier schaffte er erstmals die Teilnahme an einem Finale auf dieser Strecke. Er gewann das C- Finale in 01:45,03 Minuten (umgerechnet 01:56,58 Minuten) und freute sich über Platz 17. Durch seine tollen Leistungen belegt er in den USA-College-Swimming-Bestenlisten über 100 und 200 Brust Platz 4, nur wenige Hundertstel zu den drei Führenden. Er kann deshalb durchaus optimistisch auf die NCAA Ende März blicken und hoffen, dort auch in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können. wg