Philipp Barsties fällt erneut lange Zeit aus. Der Rückraumspieler des HSC 2000 Coburg ist damit zweifelsohne der Pechvogel des Jahres. Der Abwehrspezialist wurde nämlich erneut am Knie operiert und ist nun wieder für rund ein Jahr zum Zuschauen verdammt.
Wir sprachen mit dem ehrgeizigen Handballer, dessen Vertrag erst vor kurzem verlängert wurde. Dabei gibt Barsties einen Einblick in seine momentane Gefühlswelt und schildert, wie es zu dieser erneut sehr schweren Verletzung kam.

Philipp, du hast Dich nach deinem Kreuzbandriss in die Mannschaft zurück gekämpft. Allerdings gibt es nun die nächste Hiobsbotschaft. Was ist passiert?
Philipp Barsties: Ja das stimmt, ich konnte endlich wieder mit der Mannschaft trainieren und auch Spiele bestreiten. Leider sind mit der steigenden handballerischen Trainingsbelastung wieder Beschwerden aufgetreten.
Das Knie hat zwar immer mal hier und da gezwickt, aber diese Dinge konnten wir mit unseren Physiotherapeuten und Mannschaftsarzt immer in den Griff bekommen.

Zuletzt waren die Beschwerden dann aber doch zu stark, oder?
Ja genau. Ich musste das Training abbrechen. Ich konnte mein Bein mit dem betroffenen Knie im Training bei gewissen Aktionen nicht mehr halten. Es wurde festgestellt, dass meine Kreuzbandplastik zu locker in meinem Knie eingesetzt wurde. Das Knie war instabil und mein Außenmeniskus hat diese Instabilität ausgeglichen. Durch die Überlastung hat sich das Knie entzündet und auch der Meniskus einen leichten Schaden erlitten. Und wenn mein Knie in einem Moment erwischt wird, in dem die muskuläre Stabilisierung und Unterstützung nicht gegeben ist, dann könnte mir das ganze Knie um die Ohren fliegen. Die Folgeschäden wären dann nicht tragbar. Diese Erkenntnis hat mich letztendlich zu diesem Schritt mit den Operationen geführt.

Du bist ja in der vergangenen Woche erneut operiert worden, was haben die Ärzte diesmal gemacht?
Letzte Woche wurde mir meine Kreuzbandplastik, die ich letztes Jahr eingesetzt bekommen habe, wieder entfernt und die Bohrkanäle, in denen diese Kreuzbandplastik saß, verfüllt. In drei Monaten, wenn die Bohrkanäle verwachsen und ausgehärtet sind, folgt die zweite OP, danach werden neue Kanäle gebohrt und eine neue Kreuzbandplastik eingesetzt.

Kannst Du Dir erklären, weshalb das jetzt alles so kam?
Den Grund dafür kann ich mir nur durch die Diagnose erklären, nämlich dass mir mein Kreuzband im letzten Jahr falsch eingesetzt wurde.

Dein Vertrag in Coburg wurde vor Deiner erneuten Knieverletzung verlängert. Du hast also Zeit, um an deinem Comeback zu arbeiten. Wann kannst Du wieder spielen?
Als ich meine Vertragsverlängerung unterschrieben habe, hatte noch niemand an solch eine Diagnose gedacht. Diese Horror-Diagnose stellte sich erst eine Woche nach der Vertragsverlängerung heraus. Der Verein steht trotz allem hinter mir, was mir in dieser Zeit auch gewaltig hilft und Sicherheit gibt. Der Heilungsprozess wird rund ein Jahr dauern. Schlimmer hätte es für mich kaum laufen können.

Und wie geht es Dir momentan, wie gehst Du mit dem Rückschlag um?
Tja wie soll es mir gehen? Ich hab bis jetzt noch kein Wort dafür gefunden, was nur annähernd beschreiben könnte, wie es mir geht - es ist sicher ein Albtraum, der sich jetzt wiederholt. Und der dauert ein ganzes Jahr.

Die Fragen stellte Thomas Apfel