Bei seiner Heimpremiere und dem Fan-Comeback vor knapp 400 Zuschauern musste der BBC Coburg am Samstagabend eine 55:68-Niederlage gegen die Orange Academy Ulm hinnehmen. In einem über weite Phasen knappen Spiel, das von Ballverlusten auf beiden Seiten geprägt war, konnten sich die jungen Ulmer erst im Schlussviertel entscheidend absetzen. Insbesondere von der Dreierlinie hatten beide Mannschaften an diesem Abend kein Glück: nur drei der 34 Distanzversuche landeten im Korb.

Latrell Jamal Großkopf drückte dem Spiel mit 19 Punkten und 10 Rebounds seinen Stempel auf. Aufseiten der Hausherren erzielte Sven Lorber 18 Punkte.

ProB Süd

BBC Coburg -

Orange Academy Ulm 55:68

(15:12, 17:23, 16:18, 7:15)

Frenetischer Jubel brandete vor der Partie beim Einlauf des Kapitäns auf: Chris Wolf lief nach überstandener Krebserkrankung erstmals wieder vor Fans in die Arena. Die Euphorie der eigenen Anhänger münzte der BBC zunächst auch in Zählbares auf dem Feld um. Princeton Onwas setzte nach Rebound von Sven Lorber ein erstes Statement und stopfte den Ball ins Netz (3.). Nachdem wiederum Lorber dem Ulmer Marius Stoll im Spielaufbau den Ball stahl und anschließend den Korbleger zum 10:4 verwandelte, bestand für den Ulmer Coach Anton Gavel erstmals Redebedarf (5.). Zunächst erhöhten die Vestestädter noch auf 13:4, im weiteren Verlauf fingen sich die Ulmer aber und lagen am Ende des ersten Viertels nur noch mit drei Punkten zurück (15:12).

Dass es bei beiden Teams nicht rund lief, machte sich am energischen Coachen beider Übungsleiter an der Seitenlinie bemerkbar. Vor allem Coburgs Trainer Valentino Lott war zeitweise sichtlich unzufrieden mit der Darbietung seiner Schützlinge. Die Vielzahl an Ballverlusten und vergebenen Würfen jenseits der Dreierlinie prägten schon in der ersten Hälfte das Spiel.

Ulm übernahm nach einem Wurf von Nat-Sidi Diallo zunächst die Führung (19:20), bevor der BBC diese durch einen Dreier von Lorber wieder zurückeroberte. Bezeichnend, dass dies der einzige Coburger Treffer von draußen bei 16 Versuchen blieb. Kurz vor der Halbzeit stoppte Onwas Ulms Flügelspieler Großkopf unerlaubt beim Dreierversuch (20.). Großkopf blieb cool, und Ulm ging mit einer Drei-Punkte-Führung (32:35) in die Katakomben.

Im dritten Abschnitt musste der BBC Coburg einen herben Verlust hinnehmen. Nach einem Block von Antonio Dorn blieb Onwas unter dem Korb zurück und verließ anschließend mit schmerzverzerrtem Gesicht das Parkett. Der US-Amerikaner zog sich eine Verletzung am Daumen zu und konnte seinen Teamkollegen von da an nicht mehr zur Seite stehen (24.). Anschließend schloss Großkopf per Korbleger für die Ulmer ab und erhöhte auf 40:46.

Leon Bulic verkürzte im Schlussabschnitt per Dunk noch einmal auf drei Punkte Rückstand, in der Folge verloren die Coburger aber den Faden - die Orange Academy zog davon. Ballverluste nach Schrittfehlern von Lucas Wobst und Bulic sowie ein Fehlpass von Calin Nita (34.) spielten den Gästen in die Karten. Die Gäste setzten sich uneinholbar bis zum 68:55-Endstand ab.

Ulms Coach Gavel zeigte sich zufrieden mit der Defensivleistung seiner Schützlinge: "Nur 55 Punkte zugelassen in der fremden Halle - darauf lässt sich natürlich aufbauen. Offensiv war es aber nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Beide Teams sind junge Mannschaften, die natürlich offensiv noch viele Fehler machen. Letztendlich konnten wir unsere Wurfauswahl aber verbessern. Wir hatten aber auch einige Würfe, die katastrophal waren. Das müssen wir jetzt beseitigen." Sein Gegenüber Valentino Lott sieht ebenfalls noch Verbesserungsbedarf. "Alles in allem haben wir Ulm im Spiel gehalten. Zu viele Fehler, zu viele Turnover. Die wechselnde Verteidigung der Ulmer hat uns wirklich Probleme bereitet. Wir haben kaum noch den Ball über die Mittellinie bekommen. Unsere Aufbauspieler waren nicht in der Lage, sich darauf einzustellen, haben aber auch keine Hilfe bekommen."

Am kommenden Samstag (18 Uhr) gastieren die Coburger bei den Dresden Titans.