Rückschlag für den BBC Coburg in den Play-offs der Basketball-Liga ProB: Am Gründonnerstag unterlagen die Vestestädter beim FC Bayern München mit 79:86 (39:40). Damit steht für die Oberfranken am Sonntag in der HUK-Arena gegen die WWU Baskets Münster (16 Uhr, live bei sportdeutschland.tv) nun ein echtes Entscheidungsspiel an.

ProB, Play-offs

FC Bayern München II -

BBC Coburg 86:79

(23:24, 17:15, 16:21, 30:19)

Während sich draußen ein Frühlingsgewitter entlud, ging es in der Sporthalle des Bayern-Campus heiß her. Die Münchener konnten auf Jason George und Matej Rudan zurückgreifen, die später nicht beim Euroleague-Duell mit Zalgiris Kaunas gebraucht wurden.

Das erwies sich als Glücksfall für Trainer Andreas Wagner: Junioren-Nationalspieler George war mit 27 Punkten und acht Rebounds bester Mann auf dem Parkett, der Kroate Rudan überzeugte mit 14 Zählern und neun eingesammelten Abprallern.

Aufseiten des BBC Coburg dagegen machte sich die dünne Bank bemerkbar: Auch an der Isar musste Coach Valentino Lott auf Adrian Bergmann (Bänderriss), Sven Lorber und Leon Bulic (beide umgeknickt) verzichten, zusätzlich zum Ausfall von Kapitän Christopher Wolf. So standen nur neun Spieler zur Verfügung.

Trotzdem gelang es dem BBC, die Partie lange offen zu halten. Nach dem ersten Viertel lag Coburg knapp mit 24:23 vorne, obwohl von draußen nur einer der acht Wurfversuche fiel. Vor allem im Rebound konnten sich die physisch spielenden Hausherren aber merkliche Vorteile erspielen, die sie bis zur Halbzeit für eine 40:39-Führung nutzten.

Bayern holen sich 21 Offensiv-Rebounds

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng, und da Coburg nun drei von sechs Dreiern im dritten Spielabschnitt traf gingen die Gäste mit einem 60:56 in den letzten Spielabschnitt. Doch früh zeigten die Bayern nun, dass sie nun im Aufwind waren: Mit einem 15:2-Lauf drehten die Münchener die Partie. Immer wieder gelangen ihnen zweite Chancen dank Offensivrebounds, welche dem BBC enorm wehtaten. Coburg konnte zwar in Schlagdistanz bleiben, doch während die Münchener in den letzten Sekunden an der Freiwurflinie sicher blieben, fielen die letzten Würfe für die Vestestädter nicht.

"Wir hatten über das ganze Spiel hinweg Probleme beim Rebound und haben München dann in der entscheidenden Phase zu viele zweite Chancen erlaubt", ärgerte sich BBC-Trainer Lott nach der Partie.

Die Basketball-Statistik

München: George (27 Punkte/1 Dreier), Ersek (16/4), Rudan (14/3), Wulff (9/2), Rataj (7), Sillah (5), Zerner (4), Temoka (4), Skladanowski, Sauer

Coburg: Seric (25/2), Baggette (17), Ebert (16/2), Plescher (15/3), Sonnefeld (6), Urbano, Dippold, Mavridis, Wobst

Gesamtwurfquote: München 41 Prozent (30 Treffer/73 Versuche), Coburg 38 (27/72)

Dreierquote: München 37 Prozent (10/27), Coburg 29 (7/24)

Freiwurfquote: München 52 Prozent (16/31), Coburg 69 (18/26)

Rebounds: München 56 (35 defensiv/21 offensiv), Coburg 42 (29/13)

Ballgewinne/-verluste: München 4/17, Coburg 11/12

Assists: München 14 / Coburg 15

Fouls: München 23 / Coburg 25

Spieler des Spiels

Mateo Seric musste nach dem abermaligen Ausfall von Leon Bulic wieder viel Verantwortung auf den großen Positionen tragen. Mit 25 Punkten und zehn Rebounds gelang ihm das gut. Seine Trefferquote (8 von 8 aus dem Feld) war zumindest ordentlich. mg

BBC Coburg -

WWU Baskets Münster

Es ist fast schon höhere Mathematik: Nach der Niederlage in München ist die große Frage, wie der BBC Coburg nun noch die nächste Runde in den Play-offs erreichen kann.Viel hängt dabei vom Spiel der Bayern in Stahnsdorf ab. Gewinnen die bislang noch sieglosen Brandenburger, reicht ein einfacher Sieg der Coburger für den Gruppensieg und damit den Einzug in die nächste Play-off-Runde. Sind die Münchener erfolgreich, wird es schon komplexer: Auch hier reicht allerdings ein Erfolg gegen Münster zum Einzug in die nächste Runde. Gewinnt Coburg mit 16 Zählern Differenz oder mehr, reicht es wieder zum Gruppensieg, Münster wäre Zweiter. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der BBC mit mehr als 40 Punkten Unterschied gewinnt, wären Coburg und die Bayern weiter.

Verliert Coburg allerdings, muss man auf Schützenhilfe der 49ers hoffen: In diesem Fall muss Stahnsdorf gegen München gewinnen, allerdings mit weniger als 42 Zählern Differenz.

Kurzum: Ein Sieg über Münster wäre die sicherste Variante, um in die nächste Runde einzuziehen. Das ist allerdings eine enorm schwierige Aufgabe: Die Westfalen waren nicht nur als Tabellendritter eines der Topteams in der Nordstaffel der ProB, sondern siegten auch in ihren bisherigen zwei Play-off-Spielen souverän: Gegen die Bayern gab es einen 75:52-Erfolg in der heimischen Halle "Berg Fidel", am Donnerstag dann an gleicher Stelle einen 83:70-Sieg über Stahnsdorf. Trainer Philipp Kappenstein hat in der Universitätsstadt in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Manager Helge Stuckenholz einen der spannendsten Standorte im deutschen Basketball aufgebaut. Mit der Westfälischen Wilhelms-Universität WWU haben sie dabei einen spannenden Partner an ihrer Seite.

Bruder einer BBL-Legende führt Regie

Auf dem Spielfeld führt ein 22-Jähriger bei den Münsteranern Regie: Jasper Günther, jüngerer Bruder von BBL-Legende Per Günther, ist dank 13,8 Punkten und 5,3 Assists Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Baskets. Auch gegen Stahnsdorf war er mit 21 Zählern Topscorer der Baskets. Mit dem Austro-Amerikaner Marck Coffin, dem britischen Forward Malcom Delpeche sowie den Deutschen Thomas Reuter, Jan König und Stefan Weß kann Kappenstein dahinter auf eine breite Gruppe von Leistungsträgern zurückgreifen.

Eine schwere Aufgabe also für die Coburger, die trotz der Niederlage in München schnell den Kopf frei bekommen müssen: "Wir denken von Spiel zu Spiel. Bislang war unser Fokus voll auf den Bayern, nun müssen wir die zwei Tage Vorbereitung auf Münster nutzen, um uns diesen Sieg zu holen", erklärt Lott.mv