In Handball-Eisenach herrscht "Entsetzen, aber keine Kopflosigkeit", so der Pressesprecher des Erstliga-Aufsteigers ThSV Eisenach Thomas Levknecht. Der Verein sucht "nach den besten, praktikablen Möglichkeiten" für eine Ausweichspielstätte.
Wie gestern berichtet hat das Schiedsgericht der Handball Bundesliga (HBL) entschieden, dass die Thüringer ihre Heimspiele in der nächsten Saison nicht in der Werner Assmus-Halle in Eisenach durchführen dürfen, weil die Arena nicht die erforderlichen Tribünen auf beiden Stirnseiten hat.
Die HUK-Coburg Arena wäre eine Alternative, zumal die Eisenacher bereits in der Saison 2013/2014 zwei Spiele in der Vestestadt austrugen - schon damals hatte der Klub die Auflage bekommen, seine Halle "nachzurüsten". Doch bis heute wurden die Voraussetzungen für Erstliga-Handball nicht geschaffen.
Coburg ist allerdings, nicht wie spekuliert wurde, bei der Suche des ThSV favorisiert.
"Der HSC spielt anders als vor zwei Jahren jetzt in der 2. Liga, unsere Sponsoren sind alle in Thüringen verwurzelt. Deshalb ist die erste Priorität die Messehalle Erfurt." Erfurt ist von Eisenach auch nur 50 Kilometer (Coburg 160 Kilometer) entfernt. "Wir müssen dabei vor allem an unsere Fans denken", argumentiert der ThSV-Pressesprecher. Nur die Überlegungen haben einen entscheidenden haken: Die Messehalle in Erfurt ist für einen Sportbetrieb nicht ausgelegt.Als zweite Option erwägt der Verein in Rotenburg an der Fulda zu spielen. Das liegt zwar ebenfalls nicht in Thüringen, ist aber von der Wegstrecke (75 Kilometer) deutlich näher als Coburg.

Bisher liegt keine Anfrage vor

Eberhard Fröbel, Leiter des Sportamtes in Coburg und zuständig für die Hallenbelegung, verschließt sich keineswegs gegen eine zu erwartende Offerte aus Eisenach. Er sieht die Angelegenheit jedoch skeptisch: "Die Rahmenterminkalender für die 2. Handball-Bundesliga und für die 1. Volleyball-Liga stehen bereits fest. Unsere Halle in Coburg ist an den Wochenenden ziemlich ausgebucht".
Er macht kein Hehl daraus, dass die eigenen Vereine absolute Priorität genießen, allerdings sei die Stadt in den jüngsten Diskussionen um die Arena auch angehalten worden, zusätzliche sportliche Veranstaltungen zu organisieren. Fröbel spricht von einer "logistische Meisterleistung", wenn die Eisenacher Spiele auch noch untergebracht werden müssten, schließlich geben sich in Coburg die Spitzensportler in Coburg inzwischen ja die Klinke in die Hand.
Sondierungsgespräche seien demnächst notwendig, zwar liege noch keine offizielle Anfrage seitens des ThSV Eisenach vor, doch Fröbel vermutet, dass die Thüringer in Coburg vorstellig werden. "Eine Bereicherung für unsere Region wäre Erstliga-Handball auf jeden Fall", daran lässt der handball-begeisterte Funktionär keinen Zweifel.