Es bleibt also dabei: Die Filiale der Sparkasse in der Ortsmitte von Kaltenbrunn (Gemeinde Itzgrund Landkreis Coburg) ist Geschichte. Auch am Rumpfangebot mit lediglich einem Geldautomaten, aber keinem Drucker für Kontoauszüge, wird es keine Veränderung geben. Das ist das Ergebnis eines nichtöffentlichen Gespräches, das es zwischen der Sparkassenspitze und dem Itzgründer Gemeinderat gegeben hat.

Wobei: "Ergebnis" passt da schon nicht mehr ganz, denn aus den Stellungnahmen der Beteiligten wird ersichtlich: Verhandlungsmasse und Spielraum für Veränderungen oder gar neue Ergebnisse hat es nicht gegeben. "Der Sinn und Zweck unseres Austausches mit dem Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung war es, persönlich noch einmal die Hintergründe zu erläutern, die die Grundlage für die Entscheidung der Sparkasse zur Schließung der Filiale in Kaltenbrunn bilden", erklärte Dr. Martin Faber, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, auf Tageblatt-Anfrage. Sehr, sehr deutlich sei ihnen das von Anfang gesagt worden, bestätigten die Vertreter der Kommunalpolitik die konsequente Linie der Bank.

Vielleicht auch bisschen selbst schuld

Und dennoch war Bürgermeisterin Nina Liebermann (CSU/Landvolk) erst einmal "froh, dass wir endlich miteinander gesprochen haben". Auch wenn das Ergebnis der nichtöffentlichen Runde in der Bodelstadter Schule natürlich aus Sicht der Gemeinde "nicht wirklich befriedigend" gewesen sei. Aber: Die Sparkasse hat aufgeklärt. Das bestätigte auch Jürgen Alt als Sprecher der SPD-Fraktion im Gemeinderat: "Dr. Faber und Sebastian Straubel als Vorsitzender des Verwaltungsrates haben uns Gründe dargelegt, die wir verstehen und nachvollziehen konnten." Die Offenheit, berichtete Alt, sei erfreulich gewesen. Insbesondere das veränderte Kundenverhalten führte der Sparkassen-Chef beim Gespräch noch einmal ins Feld. Dem Tageblatt gegenüber tat er das auch: "Am Standort Kaltenbrunn hat nur noch sehr wenig Beratung stattgefunden und der Serviceanteil war gering." Die Sparkassen-Filiale sei einfach nur noch sehr gering frequentiert gewesen.

Vielleicht hat es auch die Itzgründer Bevölkerung vorher verpasst, mit mehr Frequenz ihren Anteil am Erhalt der Filiale zu leisten. Matthias Schorn (Sprecher der KUL) trauert dieser vergebenen Chance ein bisschen nach: "Vielleicht sollte sich jeder selbst an die Nase fassen, wenn er sich fragt, warum es zu dieser Entscheidung kommen musste." Für die Mehrzahl der Bürger sei halt Online-Banking und bargeldloses Zahlen zum Alltag geworden, meinte Schorn. "Den Lauf der Zeit" nannte dies Jürgen Alt, bei dem sich angesichts der Argument "durchaus Verständnis" für die Entscheidung der Bank entwickelte.

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Nichtsdestotrotz - es sei "nicht schön für unsere Gemeinde, besonders für die ältere Generation", ergänzte Alt. Und Matthias Schorn verwies darauf, dass mit der Filial-Schließung nun das in Gefahr gerate, was einst mit und für die Sparkasse aufgebaut wurde: "Das Konzept eines Gemeindemittelpunktes mit Bank, Markt, Arzt und Apotheke auf engstem Raum wird ein Stück weit zerstört." Sich nur auf das Kundenverhalten als Argument zurück zu ziehen, das ist für die Bürgermeisterin dann auch ein bisschen wenig. "Die Sparkasse hat einen öffentlichen Auftrag und sollte sich doch damit genau von den Online-Banken abheben", sagte Nina Liebermann, die ihre Enttäuschung auch weiterhin nicht verschweigt. "Dramatisch und traurig" findet sie es weiterhin, wie das Ende der Sparkassenfiliale umgesetzt worden sei. Die Gemeinde ist deshalb ihrer konsequenten Linie treu geblieben und wird ihre Bankgeschäfte künftig nicht mehr über die Sparkasse erledigen.

Selbst nach dem Gespräch mit der Bankspitze wollte Nina Liebermann die Sache nicht auf sich beruhen lassen. So ganz kann es die Bürgermeisterin nicht einsehen, dass die Schließung kleiner Filialen auf dem Land mit dem öffentlichen Auftrag des Geldinstitutes rechtlich in Einklang zu bringen sein soll. Die Bürgermeisterin hat sich deshalb an die Rechtsaufsicht bei der Regierung von Oberfranken gewandt - mit der Bitte, die Entscheidungen der Sparkasse einmal aus juristischer Sicht zu prüfen. Liebermann ist alles, was bisher kam, ein bisschen wenig: "Einfach nur so sagen, dass es halt so sein musste, reicht mir nicht."

Auch hier hat es Ärger nach der Schließung einer Sparkassen-Filiale gegeben

Am Ende müsse man "dankbar sein", sagte Liebermann, dass die Sparkasse den Geldautomaten in der Ortsmitte stehen lässt. Diesen wolle man zur "weiteren Sicherstellung der Bargeldversorgung der Bevölkerung" auch weiterhin betrieben, hieß es dazu in der Stellungnahme Fabers. Wobei es auch vor paar Jahren so ausgeschaut hat, als würde es die Kaltenbrunner Sparkassen-Filiale noch lange geben. Deshalb sagte Nina Liebermann mit Blick auf den Geldautomaten: "Wir haben aus diesem Fall gelernt, dass man nie weiß, was alles passieren kann."