" Es ist uns gemeinsam gelungen, an die 1000 Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an ,Coburg ist bunt' und ,Coburg stellt sich quer' zu motivieren", schreibt René Hähnlein in einem offenen Brief an Dekan Andreas Kleefeld. Tatsächlich will er aber auch Landrat Michael Busch (SPD), den Zweiten Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD) und Regionalmanager Stefan Hinterleitner erreichen. Sie hatten eine Stellungnahme abgegeben, in der sie vornehmlich die Linke für ihre Vorwürfe gegenüber der Stadt und Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) krit isieren.

Es ist in der Stellungnahme die Rede davon, dass die Linke einen Keil zwischen die am Bündnis gegen Rechts Beteiligten treiben wolle. "Das war nie unsere Absicht", sagt René Hähnlein. Er bleibe aber dabei, dass die Stadt die Demo der JN hätte untersagen sollen. "Selbst wenn dann ein unabhängiges Gericht letztinstanzlich den Aufmarsch genehmigt hätte, würde durch die Verweigerung des OB ein deutliches Signal in die Bevölkerung ausgesendet werden, dass er - im Namen seiner Bürgerinnen und Bürger - keine nazistischen, menschenverachtenden und rassistischen Parolen in ,seiner Stadt' dulden will.

Außerdem habe Norbert Kastner nicht, wie zugesagt, eine Rede bei "Coburg stellt sich quer", sondern nur beim bunten Fest gehalten. Und er habe sich auch nicht nach dem Befinden von Klaus Dimler erkundigt, der bei der Demo verletzt und im Klinikum behandelt wurde. Nach dessen Aussage hatten ihn USK-Beamte geschlagen, worauf er Anzeige erstattete.

Klärende Worte erwünscht


"Die Kritik an der Handlungsweise eines gewählten Stadtoberhauptes ist somit aus meiner Sicht nicht nur legitim, sondern unausweichlich", schreibt dazu René Hähnlein. Und er ergänzt: "Eventuell wären die Übergriffe der USK-Kräfte auch nicht erfolgt, wenn Herr Kastner sich in die Reihen der friedlichen Blockierer eingereiht hätte." Der Kreisvorsitzende der Linken verweist auf die Bürgermeister anderer Städte, die das getan hätten. Dennoch will René Hähnlein den Erfolg der beider Veranstaltungen gegen die JN und für ein Miteinander der Kulturen in Coburg nicht leugnen.

"Wenn Sie und das evangelische Dekanat Coburg wirklich ein deutliches Zeichen gegen Nazis aussenden wollten - und nichts anderes würde ich Ihnen jemals unterstellen - dann haben wir unser gemeinsam formuliertes Ziel erreicht." Er würde sich freuen, sagt der Vorsitzende, wenn auch die CSU auf das Bündnis gegen Rechts zugehen würde, wie das in anderen Regionen der Fall ist.

"Klärende Worte sind auch ganz in meinem Sinne. Allerdings sollten unumstößliche Fakten auch ganz deutlich angesprochen werden", formuliert er in seinem Brief.