Heute wird der Stadtrat aller Voraussicht nach den Haushalt für 2012 verabschieden. Doch die Spardiskussion ist damit noch nicht beendet. Die Verbände, die in Coburg Kindergärten, Seniorentreff, Ganztagsschulen, ambulante Pflegedienste und andere Sozialeinrichtungen betreiben, wollen mitreden. Deshalb haben sie nun die Arbeitsgemeinschaft der freien Träger der Jugendhilfe neu belebt und zur SozialAG erweitert.
"Wir haben uns den Einsparmaßnahmen nie verschlossen", formulierte es Richard Reich, Geschäftsführer des Caritas-Kreisverbandes und einer der drei Sprecher der neuen SozialAG. Doch es gehe darum, an der richtigen Stelle zu sparen , betonte Michael Eckstein, Vorsitzender des Stadtjugendrings und ebenfalls Sprecher.
Kürzungen im sozialen Netz müssten, wenn, so stattfinden, dass das Netz als ganzes noch trägt, sagten Franz Schön (Diakonie, ebenfalls Sprecher der SozialAG) und Sandra Steiche (Blaues Kreuz).
Bislang habe es keine Gespräche mit ihnen gegeben, nur ein Treffen mit dem Zweiten Bürgermeister und Sozialreferenten Norbert Tessmer (SPD), berichtete Eckstein.
Die SozialAG hat vom Gesetz her beratende Funktion. Diese wollen die Verbandsvertreter auch wahrnehmen, wie sie betonten - "als Lobbyisten unserer Klientel, nicht für uns selbst", wie Richard Reich betonte. Schließlich gehe es auch um große politische Ziele wie die Familienstadt, die durch willkürliche Sparmaßnahmen auf Gutachter-Empfehlung bedroht sei.