Der erste Eindruck am Morgen danach: Offenkundig waren die fleißigen Männer vom CEB (Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb) schon wieder vielerorts unterwegs gewesen. Beim Gang zum Bäcker freilich ist da und dort dennoch Vorsicht ratsam. Zerbrochene Flaschen an provisorischen Bushaltestellen in der Hindenburgstraße beispielsweise künden von den alkoholischen Anstrengungen der vorangegangenen Nacht.

Coburg als Oberfrankens größtes Freiluft-Urinal

Und auch das gehört anscheinend zu einem Massenereignis wie dem Samba-Festival beinahe unvermeidlich dazu: Fast jede "passende" oder auch unpassende Ecke in der Coburger Innenstadt ist für alkoholisch oder sonstwie betankte "Wildpinkler" eine Versuchung, der nicht jeder widerstehen kann. Warum schließlich in mögliche Schlangen vor den Toilettenwagen einreihen, wenn sich eine freie Ecke anbietet? Coburg als Oberfrankens größtes Freiluft-Urinal - damit will offiziell natürlich dennoch niemand werben.

Die Veranstalter des Coburger Samba-Festivals sprechen in ihren Bilanzen mit stoischer Beharrlichkeit Jahr für Jahr von 200.000 Besuchern. Zählen freilich kann das sowieso niemand - mithin auch niemand wirklich widerlegen. Unwiderlegbar freilich ist auch: Ein Festival dieser geschätzten Größenordnung ist für eine Stadt mit engen Straßen und Gassen natürlich auch logistisch und sicherheitstechnisch eine große Herausforderung.

Kommt das Einsatzfahrzeug überhaupt durch?

So macht sich denn auch die Coburger Feuerwehr am Samstag in den Morgenstunden auf zu einer Erkundungsfahrt durch die Fußgängerzone. Hat ein großes Einsatzfahrzeug mit langer Drehleiter denn überhaupt eine Chance, zwischen den vielen Verkaufsständen hindurch im Slalom zu einem möglichen Einsatzort in der Innenstadt zu gelangen?

Anscheinend klappt's mit etwas Geduld - aber Fingerspitzengefühl braucht der Fahrer trotzdem schon bei der samstäglichen Trockenübung fast ohne jedes Publikum. Wie's aussehen würde, wenn tatsächlich ein Feuer ausbricht und Menschenmassen sich in Gassen und Straßen verkeilen, möchte man sich freilich lieber nicht ausmalen.

Coburg holt Luft

Am Morgen nach der ersten Samba-Nacht holt Coburg jedenfalls erstmal Luft. Manchem Gast war anscheinend schon die erste Nacht fast zu anstrengend. Da und dort finden sich jedenfalls auf verlassenen Freiluft-Tresen und Fensterbänken im Erdgeschoss nur halb geleerte Caipirinha-Gläser.

Na dann - auf geht's zum zweiten Samba-Tag.