Für die Musikfreunde in der Region Coburg wird 2013 gleich zum fünffachen Jubiläumsjahr. Während die Musikwelt im neuen Jahr den 200. Geburtstag der gern als Antipoden betrachteten Opernkomponisten Giuseppe Verdi und Richard Wagner mit einer Fülle von Veranstaltungen und Neuinszenierungen würdigt und zudem an den 100. Geburtstag Benjamin Brittens erinnert, gibt es für die Region Coburg noch zwei weitere Jubilare. Vor 100 Jahren starb der in Coburg geborene Romantiker Felix Draeseke, im Mai aber wird der in Ahorn lebende Komponist Gerhard Deutschmann seinen 80. Geburtstag feiern.


Wichtige Akzente im Spielplan

Verdi und Wagner, Britten, Draeseke und Deutschmann setzen denn auch in der Region wichtige Akzente im Theater- und Konzertspielplan. Im ersten Halbjahr beschränken sich die Coburger Verdi-Wagner-Beiträge zunächst noch auf ein konzertantes Projekt in der Morizkirche - freilich ein sehr ehrgeiziges. Wagners "Tristan und Isolde" wird am 21. und 22. März in zwei Teilen in konzertanter Form zu erleben sein - dirigiert von Generalmusikdirektor Roland Kluttig.

In der im Herbst 2013 beginnenden Saison am Landestheater verspricht Intendant Bodo Busse dann allerdings je eine Verdi- und Wagner-Inszenierung. Stück-Titel freilich will Coburgs Prinzipal vor der offiziellen Präsentation des nächsten Spielplans noch nicht verraten: "Lassen Sie sich überraschen!"


Kammeroper von Britten

Beim Thema Draeseke wird es das Landestheater dagegen mit einem konzertanten Beitrag bewenden lassen. Im 3. Sinfoniekonzert am 28. Januar - und damit knapp einen Monat vor Draesekes 100. Todestag am 26. Februar - wird Roland Kluttig Draesekes sinfonisches Vorspiel zu "Penthesilea" dirigieren.

Nachdem das Landestheater Benjamin Britten bereits in diesem Herbst mit der erfolgreichen Neuinszenierung seiner Kammeroper "Die Drehung der Schraube" ("The Turn of the Screw") gewürdigt hat, denkt Intendant Busse darüber nach, diese Produktion zu Brittens 100. Geburtstag im neuen Jahr als Wiederaufnahme mit einigen weiteren Aufführungen wieder zurück in den Coburger Spielplan zu holen.

Den gewichtigsten Beitrag zum Britten-Jahr in Coburg stellt die Aufführung des "War Requiems" am 24. November in der Morizkirche dar. Das ambitionierte Projekt bringt die Zusammenarbeit zwischen Coburger Bachchor und Landestheater. Die künstlerische Leitung hat Coburgs Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein.


Liederabend mit Rexroth

Eine bedeutsame Rolle im Coburger Konzertleben aber werden nicht zuletzt Aufführungen zum 80. Geburtstag Gerhard Deutschmanns spielen. Gleich mehrere Veranstalter würdigen das vielseitige Schaffen des Komponisten. In doppelter Form tut dies die "Gesellschaft der Musikfreunde", die in dieser Saison ihr eigenes hundertjähriges Bestehen feiert und aus diesem Anlass einen Liederabend mit dem in Coburg aufgewachsenen, international erfolgreichen Altus Matthias Rexroth veranstaltet.


Uraufführung im Juni

Bei diesem Konzert am 24. Juni wird Rexroth sogar eine Deutschmann-Uraufführung singen - neue Lieder, die Deutschmann, wie er verrät, "nach Lieblingsgedichten Rexroths" geschrieben hat. Und bei der Serenade mit dem "Collegium musicum" wird Deutschmanns Violinkonzert erklingen - ein Werk, das im Dezember 2010 durch das "Collegium" und die Solistin Megumi Ikeda uraufgeführt wurde.

Unmittelbar zu Deutschmanns Geburtstag Anfang Mai präsentiert der Coburger "Verein" seinen Beitrag - im Rahmen der Jubiläums-Veranstaltungen zu seinem eigenen 140-jährigen Bestehen.

Nicht zu vergessen das Jubiläumskonzert, das Leopold Schindler und sein Kammerchor Coburg Anfang Mai zu Deutschmanns Ehren planen. "Das hat sich Gerhard Deutschmann wirklich verdient", sagt Schindler. Schließlich ist der Komponist diesem Chor von Anfang an eng verbunden. Deutschmanns Chorsätze sind von zentraler Bedeutung im Repertoire des Kammerchors.