Der Seßlacher Adventsmarkt, der immer nur am ersten Adventswochenende stattfindet, ist nicht mit dem Weihnachtsmarkt in Coburg zu vergleichen, der ganze vier Wochen dauert. Angesichts der ungewissen Corona-Lage stehen die Veranstalter aber in beiden Städten vor derselben kniffligen Entscheidung: lieber absagen oder doch durchziehen?

In Seßlach tagte am Dienstagabend der Ausschuss für Tourismus und Kultur. Dort wurde beschlossen, dass der Adventsmarkt - nach 2020 - auch in diesem Jahr nicht stattfinden wird. "Wir haben uns nach ausgiebiger Diskussion zu diesem Schritt entschieden, es ist uns nicht leichtgefallen", wird Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) in einer Pressemitteilung zitiert. Der Dritte Bürgermeister Carsten Höllein (SPD), der zugleich Vorsitzender des Ausschusses ist, ergänzt: "Die notwendigen Maßnahmen und Auflagen machen die Durchführung des Marktes fast unmöglich."

Digitales Angebot soll Händlern helfen

Denn angesichts der zurzeit wieder stark steigenden Corona-Infektionszahlen könne ja nicht ausgeschlossen werden, dass die momentane Situation noch zu weiteren Einschränkungen in den kommenden Wochen führt. Eine Entscheidung über die Durchführung des Adventsmarktes musste aber eben jetzt gefällt werden, wie auch Maria Brückner deutlich macht, die bei der Stadt Seßlach für den Bereich Tourismus zuständig ist. Wie Brückner erklärt, habe man sich bereits Gedanken über alternative Möglichkeiten speziell für Handel und Gastronomie in Seßlach gemacht, denen durch die Absage des Adventsmarkts eine wichtige Einnahmequelle wegbricht. Unter anderem soll es einen digitalen Adventskalender geben, bei dem Händler ihre Angebote präsentieren können.

Derweil laufen in Coburg nach wie vor die Planungen für einen "richtigen" Weihnachtsmarkt. Er soll am Freitag, 26. November, eröffnet werden und bis Donnerstag, 23. Dezember, auf dem Marktplatz stattfinden. Allerdings hatte der Stadtrat jüngst bereits entschieden, dass die "3G plus"-Regelung angewendet wird. Sprich: Der Budenbereich auf dem Coburger Marktplatz wird eingezäunt; wer hinein möchte, muss an den zwei offiziellen Eingangsbereichen vorweisen, dass er geimpft, genesen oder PCR-getestet ist. Für diese Einlasskontrollen wird eigens externes Sicherheitspersonal beauftragt; die damit verbundenen Mehrkosten übernimmt Coburg Marketing als Veranstalter.

Am Montag kommt der Baum

"Wir sind guten Mutes und sehen zurzeit keine Notwendigkeit, den Weihnachtsmarkt abzusagen", sagte Horst Graf, der Betriebsleiter von Coburg Marketing, am Mittwoch auf Tageblatt-Anfrage. Da es ja auf jeden Fall die Einzäunung und auch die Einlasskontrollen gibt, könnte übrigens problemlos auch die 2G-Regel zur Anwendung kommen, falls dies notwendig werden sollte.

Mit dem Aufbau des Coburger Weihnachtsmarktes wird am kommenden Montag, 15. November, begonnen. Und zwar wird als Erstes der Weihnachtsbaum aufgestellt.

Was macht Rödental?

Noch ungeklärt ist, ob der Rödentaler Weihnachtsmarkt von Freitag, 26., bis Sonntag, 28. November, in der Domäne stattfindet. Bürgermeister Marco Steiner (FW) teilte aber auf Tageblatt-Anfrage mit, dass noch diese Woche darüber entschieden wird.

Bad Rodach hat bereits abgesagt

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass die traditionsreiche "Fränkische Weihnacht" in Bad Rodach nach 2020 auch 2021 nicht stattfindet. Mehr dazu lesen Sie hier

Und auch in Neustadt bei Coburg wurde die Notbremse gezogen: Der Nikolausmarkt findet heuer erneut nicht statt - Hintergründe dazu lesen Sie hier