"Sie haben es tatsächlich geschafft", sagt eine Anwohnerin der Seidmannsdorfer Straße am Morgen, als Mitarbeiter einer Gartenbaufirma anfangen, die grünen Inseln zu bepflanzen. Über ein Jahr hat es gedauert, bis der Verkehr über Coburgs Osteinfahrt wieder fließen konnte. Eigentlich sollte es schon im Dezember 2012 so weit sein. Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB) spricht von einem Knick bei den Bauarbeiten und vom endlos langen Winter. Dennoch lobt er die Straßenbaufirma, die ihr Bestes gegeben habe. "Zum ersten Mal wurde die Straße vollständig und komplett ausgebaut." Davor habe im Untergrund ein ziemliches Chaos geherrscht. Dazu kamen mit den Jahren Frostschäden, Schlaglöcher, Unebenheiten und Risse.

"Die Straße war fertig." Die Anwohner beklagten sich über Verkehrslärm, verursacht durch die holprige Fahrbahn.
Immerhin: Rund 7000 Fahrzeuge bewegen sich pro Tag über die Seidmannsdorfer Straße. Das geht jetzt etwas ruhiger. Zirka 1,1 Millionen Euro hat die Baumaßnahme gekostet. Und es waren zum Teil abenteuerliche Umleitungen notwendig.

Hans-Heinrich Ulmann erinnert an das Frühjahr 2012, als der Verkehr für drei Monate über die Wettiner Anlage gelenkt wurde. "Als ich zuerst von dem Vorschlag gehört habe, dachte ich: ,Die sind doch verrückt'. Aber es hat funktioniert." Vor allem auch deshalb, weil, anders als zurzeit, das Wetter freundlich und warm war, so dass es kaum Schäden an der Anlage gab.

Zusätzlich zum Ausbau der Straße wurde die Beleuchtung erneuert. Querungshilfen und eine entsprechende Gestaltung der Bushaltestellen machen es behinderten Menschen leichter, sich zu orientieren. Vier Wartehallen werden demnächst noch aufgestellt. Zwei Bäume wurden neu gepflanzt und kleine Flächen für eine Bepflanzung angelegt. "Dort kommen Sommerstauden hin", sagt Christiane Zinoni-Peschel vom Grünflächenamt.

Queckbrunnen erneuert

Eine Veränderung, die sofort ins Auge fällt, ist das aufgemöbelte Umfeld des Queckbrunnens, eines der ältesten Wasserspender Coburgs, der aus einer Quelle gespeist wird. Fast zugewachsen, war er kaum noch sichtbar.

"Wir mussten die Wände seitlich des Brunnens zum Teil abbauen und erneuern. Schadhafte Stellen wurden ersetzt, das originale Geländer neu verzinkt", erzählt Harald Reißenweber vom Hochbauamt. Er verweist auf die Bedeutung der Quelle in der Vergangenheit. "Die Leute, die hier ihr Wasser geholt haben, waren froh über den Laufbrunnen, bei dem sie nicht pumpen mussten." Durch die Erneuerung ist nun auch der Löwenkopf, aus dem das Wasser läuft, wieder besser sichtbar. Zu beiden Seiten des Brunnens führen eine restaurierte und eine neu gebaute, großzügig gestaltete Treppe zur Seidmannsdorfer Straße.