C+M+B schreiben die Sternsinger über die Haustüren, verbunden mit der Jahreszahl 2012. Der Volksmund übersetzt es mit "Caspar, Melchior, Balthasar", den Namen der Heiligen Drei Könige. Für die Sternsinger bedeuten die drei Buchstaben "Christus mansionem benedicat", "Christus segne dieses Haus". Doch den Segen bekommt in Coburg dieses Jahr nur, wer sich angemeldet hat. Die Zeiten, in denen die Sternsinger von Haus zu Haus zogen und ungefragt den Segen anboten, sind vorbei.
In der katholischen Pfarrgemeinde St. Augustin gibt es nicht mehr genug Kinder und Jugendliche, um alle Haushalte zu besuchen. 28 haben sich gemeldet, "vor zwei Jahren waren wir noch 57", sagt Markus Mai. Der 22-jährige ist Ministrant und in diesem Jahr zum 13. Mal auf der Straße, um als Sternsinger um Spenden für die Mission und die Ministranten zu bitten. Um um den Segen zu spenden. Die Kreide, mit der die sie auf die Türen schreiben, wurde am Mittwochmorgen im Gottesdienst geweiht, als die Sternsinger ausgesandt wurden. Schließlich handelt es sich um eine kirchliche Aktion, nicht um einen Kinder-Bettelbrauch wie "Süßes oder Saures" zu Halloween.
Drei Tage lang werden die Jungs und Mädchen durch die Straßen von Coburg ziehen, klingeln, ihren Spruch aufsagen, den Segen schreiben, mit den Büchsen klappern, sich bedanken und weiterlaufen. Als Belohnung gibt's einen Ausflug ins neue Bamberger Bad "Bambados" und die Süßigkeiten, die ihnen zugesteckt werden.
Etwa 100 Menschen haben St. Augustin mitgeteilt, dass sie den Besuch der Sternsinger wünschen. "Vermutlich haben viele nicht mitbekommen, dass sie sich anmelden müssen", sinniert Walta. Rund 20 Prozent der Coburger sind laut Statistik des Einwohneramts katholisch (Daten vom 1. September 2009). In der lutherischen Stadt hat die katholische Kirche keine lange Tradition. Seit 1802 sind hier wieder katholische Gottesdienste erlaubt, die Kirche St. Augustin entstand 1860. 55 Prozent der Coburger sind evangelisch-lutherisch, 25 Prozent gehören einer anderen oder keiner Glaubensrichtung an.
In der Gemeinde Ahorn kommen nur die Witzmannsberger in den Segen des Sternsingerbesuchs. Um auch in Ahorn und Schorkendorf zu sammeln, gebe es nicht genug Gruppen, sagt Kirchenpfleger Bernd Scholz. Besser sieht es in Seßlach und Kaltenbrunn aus. Die Kaltenbrunner Sternsinger werden am Donnerstag um 17.30 Uhr ausgesandt, die Seßlacher am Freitag um 8.45 Uhr. Beide Pfarreien unterstützen Einrichtungen in Indien.
Auch im Bereich der katholischen Kirchengemeinde St. Hedwig, die für das Stadtgebiet Rödental und Dörfles-Esbach zuständig ist, war die Suche nach Sternsinger-Kindern nicht einfach. Im Stadtgebiet Rödental besuchen die fleißigen Sammler am Donnerstag von 13.30 bis 18 Uhr aus organisatorischen Gründen nur die Haushalten, die sich bereits im Vorfeld des Dreikönigstages bei der Kirchengemeinde angemeldet haben. Die Meldefrist dafür ist schon abgelaufen. In Weißenbrunn und Dörfles-Esbach sind die Sternsinger bereits am heutigen Donnerstag - von 16 bis 18 Uhr - von Haus zu Haus unterwegs.

Mehr zum Thema im Coburger Tageblatt vom 5. Januar 2012.