Beim beliebten Gesellschaftsspiel "Monopoly" kostet die Seestraße 140 Euro. Ganz so günstig war es für die Stadt Neustadt nicht, die Straße beim Waldfriedensee in Wildenheid zu ertüchtigen. Etwa 100 000 Euro nahm die Puppenstadt in die Hand, um die sanierungsbedürftige Straße "auf Vordermann" zu bringen.

Fast unbemerkt von den Anwohnern fand am Mittwochnachmittag in kleinem Rahmen nach einer Rekordbauzeit die offizielle Verkehrsfreigabe statt.

Der Startschuss zu dem Bauprojekt war erst am 27. Juli erfolgt. Auf einer Länge von rund 800 Metern wurde eine neue Deckschicht aufgebracht. Bevor dies möglich war, musste erst die alte Deckschicht, die nach Aussage von Peter Werner vom städtischen Bauamt "total hinüber" war, vier Zentimeter tief abgefräst werden.



3500 Fahrzeuge am Tag


Der Zustand der Deckschicht war nach Expertenmeinung so schlecht, dass auch die Stabilität des Unterbaus in Gefahr war. Die Notwendigkeit der Sanierung kam für die Stadt nicht überraschend. Letztmals war in den 1980er Jahren an der Seestraße gearbeitet worden. Hinzu kommt, dass die Durchgangsstraße in Wildenheid seither mehr aushalten musste, als andere Ortsstraßen. Eine Verkehrszählung vor zwei Jahren brachte es an Tag: Über 3500 Fahrzeuge rollten am Waldfriedensee vorbei.

Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann (CSU) führte aus, dass die beauftrage Firma Stammberger aus Rödental unter einem sehr hohen zeitlichen Druck stand, da eine Vollsperrung nur während der Ferienzeit in Betracht kam. Protzmann: "Außerdem galt es, die Betriebsurlaube der ansässigen Firmen zu nutzen, um Beeinträchtigungen zu minimieren." Deshalb mussten auch die Asphaltierungsarbeiten bis zum 21. August abgeschlossen werden.


Punktlandung


Der ausführenden Firma gelang eine Punktlandung. Am vergangenen Freitag wurden die letzten Arbeiten durchgeführt, dann konnte der Verkehr wieder ungehindert rollen. Die Zweite Bürgermeisterin dankte aber auch den Anwohnern, die Lärm- und Staubbelästigung klaglos ertrugen und es auch hinnahmen, dass sie ihre Grundstücke manchmal nicht mit dem Auto anfahren konnten.

Stadtrat Peter Soyer (SPD), der in der Nähe der Seestraße wohnt, konnte bestätigen, dass es seitens der Betroffenen keinerlei nennenswerte Beschwerden oder Aufregungen gab. Ganz im Gegenteil: "Nachdem die Baumaschinen abgerückt waren, holten die Anwohner schnell die Besen hervor, um die Gehsteige zu reinigen", beschrieb Soyer die Stimmung.

"Die kleine Irritation, die es am Anfang durch die Beschilderung gab, war schnell vergessen. Die Wildenheider sind sehr zufrieden", so Peter Soyer.

Martin Stammberger von der Firma Stammberger ghab das Lob zurück: "Die Menschen waren immer sehr freundlich zu den Mitarbeitern."


Über 300 000 Euro investiert


Aber nicht nur in der Seestraße wurde Geld gut angelegt. Über 300 000 Euro investierte die Stadt zuletzt in den Erhalt ihrer Straßen. So flossen 60 000 Euro in die Dieselstraße, die ab dem Bahnübergang Coburger Straße bis zur Einfahrt der Stadtwerke halbseitig eine neue Deckschicht erhielt. Auch die Haarbrücker Straße bekam von der Coburger Straße bis zum Bahnübergang eine neue Decke.

Der Drehweg wurde auf einer Länge von 150 Metern saniert, die Industriestraße auf einer Länge von 200 Metern mit einer neuen Asphaltschicht überzogen. Elke Protzmann brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass Stadtrat und Bausenat auch für 2016 genügend Mittel für den weiteren Straßenerhalt bereitstellen werden.