Rund 160 Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren waren die VIPs des Abends: Mal ganz ohne Eltern und Lehrer durften sie sich ein Bild von der Berufsvielfalt in der Region machen. Mit Unterstützung der Stadt und des Landkreises Coburg sowie zahlreichen Förderern aus der Wirtschaft hatte die Stiftung Lebenspfad diesen Abend (Motto: "Dein Weg zum Beruf - Deine Karriere") im Gemeindezentrum St. Augustin kurzweilig organisiert - mit Schülern für Schüler.
Coburg und die Region bietet viele Chancen und Möglichkeiten für die Karriere nach der Schule. Coburg sei gar "die Hauptstadt der hidden champions", wie es die beiden Schüler des Gymnasiums Albertinum, Marcel Schmalz und Tizian Stammberger, in ihrer Moderation gemeinsam mit Veranstalterin Elke Gillardon gleich zu Beginn auf den Punkt brachten. Und glücklicherweise moderierten sie so angenehm locker, dass sie ihren Gleichgesinnten erst mal erklärten, was "hidden champions" eigentlich sind: "Firmen, die auf ihrem Gebiet führend auf dem Weltmarkt sind, aber dennoch kaum bekannt." Davon gibt es in Coburg Stadt und Land 19 Stück. Das übrigens durfte das junge Publikum erraten. Alle Informationen und alle spannenden Gäste des Abends wurden nach dem TV-Spiel "1, 2 oder 3" präsentiert. Die Gäste auf der Bühne erhielten eine entsprechende Zahl, die Moderatoren stellten eine Frage zum Thema - und die Schüler konnten ihre Stimme abgeben mit weißen, grünen und roten Kärtchen.


Viele Chancen zur Karriere

Es gab viele Spieldurchgänge, die mit den Gästen aus Verwaltung, Wirtschaft und Medien auf die Bühne des Gemeindezentrums St. Augustin gebracht wurden. So wurden Karrierehelfer vorgestellt, verschiedene Karrierewege in Form von schulischen und beruflichen Ausbildungswegen gezeigt, Ausbildungsberufe erklärt und natürlich Tipps für die perfekten Bewerbungsunterlagen gegeben. Martin Schmitz, Wirtschaftsförderer des Landkreises Coburg, ermutigte die Schüler, in der Region zu bleiben: "Hier habt Ihr die Chance, aus versteckten Weltmarktführern echte zu machen", sagte er in Bezug auf die vielfältigen hidden champions. "Ihr könnt in Coburg zu Hause sein und in der Welt unterwegs."
Doch der Wunsch der anwesenden Schüler schien anders auszusehen: Eine Umfrage am Abend, organisiert von Schülern des Gymnasiums Ernestinum, ergab, dass nur 9 Prozent der anwesenden rund 160 Schüler nach dem Schulabschluss in Coburg bleiben möchten, hingegen 58 Prozent zieht es raus in die Welt. Immerhin zeigte sich aber auch ein Drittel der Schüler noch unentschlossen, wo es hingehen soll - und das nicht nur bezogen auf die Ortswahl. So waren Annabel (16) und Julia (17) am Abend zur Veranstaltung gekommen, weil sie eben noch nicht genau wissen, was sie beruflich machen wollen. Julia könnte sich vorstellen, Medizin zu studieren und Annabel Tiermedizin, aber beide Schülerinnen sind sich noch nicht sicher, ob ihr Notendurchschnitt beim Abitur dafür reichen wird. Dieses Gefühl, noch keinen genauen Plan zu haben, das kennen auch die beiden Zwölftklässlerinnen Nicole und Elena. Gemeinsam mit ihren Mitschülern haben die beiden Albertinerinnen im Rahmen ihres P-Seminars einen Imagefilm für die Wirtschaftsjunioren gedreht, der am Abend gezeigt wurde und großen Applaus erntete.


Wichtig: Kontakte knüpfen!

Eine kleine "Qual der Wahl" für den eigenen beruflichen Weg empfinden aber auch diese beiden Mädchen: Elena würde gerne BWL studieren in der Kombi mit Sprachen, Nicole gerne in den Bereich der Physiotherapie gehen. Beide können sich vorstellen, in Coburg zu bleiben, ein Aufenthalt im Ausland erscheint ihnen aber auch reizvoll. Der perfekt organisierte Abend hat den Schülern viele Inspirationen und Möglichkeiten zu Gesprächen gegeben. Denn eines haben sie auch mitgenommen für ihr Leben: "Netzwerken" ist wichtig, also Kontakte knüpfen, und dazu sollten sie auch immer ans Quäntchen Glück glauben.

Autorin: Christina Hauptmann