Fast jeder Schüler und Erwachsener hat ein Smartphone. Es kann herunterfallen, nass oder gar gestohlen werden. Was liegt da näher, als über eine "Handy-Versicherung" nachzudenken? Das taten die Teilnehmer eines Projekt-Seminars am Arnold-Gymnasium, das sich "Versicherungsmathematik" nannte, auch.
Mit viel Akribie nahmen sich die angehenden Abiturienten der Thematik an und fanden in der HUK-Coburg sowie der Hochschule Coburg kompetente Partner, die ihnen gerne weiterhalfen.


Was wollen die Kunden?

Nach einer Einführung in die Versicherungsmathematik durch Prof. Jutta Michel von der Hochschule Coburg wurde zunächst analysiert, welche Versicherungsprodukte es für Handys und Smartphones bereits auf dem Markt gibt. Dabei wurden deutliche Unterschiede in Preis und Leistung bei verschiedenen Versicherern festgestellt. Um in Zusammenarbeit mit der HUK-Coburg ein eigenes Versicherungsprodukt anbieten zu können, mussten zunächst die Bedürfnisse potenzieller Kunden erfasst werden.

Mittels einer vom P-Seminar selbst durchgeführten Umfrage in der Coburger Innenstadt und per Internet konnten mehr als 1500 Personen befragt werden. Die Analyse der Umfrageergebnisse ergab, dass in der Bevölkerung zwar durchaus ein gewisses Interesse an einer Handyversicherung besteht, allerdings nur bei Personengruppen, die häufiger mit Schäden konfrontiert werden, wie Schüler und Jugendliche.

In Zusammenarbeit mit Mathematikern und Juristen der HUK-Coburg wurde dann festgelegt, welche Leistungen eine solche Handyversicherung bieten sollte und zu welchem Preis diese dann dem Kunden angeboten werden könnte. Ergebnis der Kalkulation war, dass eine zweckmäßige Handyversicherung im Hinblick auf den zu erwartenden Nutzen unverhältnismäßig teuer und dadurch wenig attraktiv wäre.


Da kam ihnen eine Idee

In Gesprächen mit Experten der HUK-Coburg entstand deshalb die Idee, statt einer Handyversicherung besser einen Reparaturservice anzubieten, der kostengünstig und ohne großen Aufwand für den Kunden die Reparatur des Handys durchführt. Diese Idee stieß bei den Experten der HUK-Coburg auf großes Interesse. Ob ein solcher Reparaturservice nun tatsächlich realisiert werden soll, steht derzeit zur Entscheidung bei der HUK-Coburg an.
Die Schüler bezeichneten die Erfahrung, die sie aus dem P-Seminar gewonnen haben, als durchweg positiv. Vor allem hoben sie hervor, dass sie Erfahrungen auch außerhalb des Klassenzimmers sammeln konnten.

Ganz so euphorisch sahen das Projekt die beiden anderen Protagonisten nicht ganz. Der Generalbevollmächtigte der HUK- Coburg, Jörg Rheinländer, musste einräumen, dass man sich am Anfang nicht darüber im Klaren war, welche Zeit und Kapazitäten das Projekt binden werde. Dennoch meinte er, dass es richtig gewesen sei, hier zu investieren. "Wenn sich das Unternehmen dazu entschließt, einen Reparaturservice anzubieten, können die Teilnehmer am P-Seminar mit Stolz darauf verweisen, dass sie den Grundstein hierfür gelegt haben", sagte Rheinländer.


Michel: Hoher Zeitaufwand

Von einem weinenden und einem lachenden Auge sprach auch Jutta Michel. Sie freue sich zwar, dass sich die zukünftigen Abiturienten für den Studiengang "Versicherungswirtschaft" interessieren, führte auf der Negativseite aber den enormen Zeitaufwand an.

Für Studiendirektor Heiko Klug, der seitens der Schule das Projekt begleitete, war die Erkenntnis erstaunlich, dass die Damen aufgrund der kleineren Gesäßtaschen an ihren Hosen öfter als Männer Handys in der Toilette versenken. "Handys stecken immer hinten rechts", stellte er fest.

Für drei Schüler hat sich das Engagement besonders gelohnt. Nach bestandener Abiturprüfung können sie bei dem Coburger Versicherungsunternehmen eine Ausbildung beginnen.