Wenn der Funkmelder bei den Helfern vor Ort (HvO) Ebersdorf geht, werden die Sanitäter meistens zu Verletzungen oder lebensgefährlichen Notfällen gerufen. Umso mehr freuen sich die Ehrenamtlichen, wenn es sich einmal um etwas äußerst Erfreuliches dreht. Am Morgen des 1. April um 5.53 Uhr erreichte Ralf Hansel, den diensthabenden Sanitäter, die Alarmierung zu einer "Entbindung akut" in Ebersdorf. Schnell war er an der Einsatzstelle. Und er staunte nicht schlecht: Bereits bei der ersten Untersuchung war ein kleiner Teil des Babykopfs zu sehen!

Nach einer kurzen telefonischen Lagemeldung an die Leitstelle Coburg ging alles sehr schnell: Bereits um 6.05 Uhr kam die kleine Eva zur Welt. "Sie begann auch gleich zu schreien und wurde schnell rosig", wie es in einer Mitteilung der HvO heißt. Als kurze Zeit später der Rettungswagen und der Notarzt aus Lichtenfels eintrafen, war die Kleine bereits abgetrocknet und warm eingepackt bei der stolzen Mutter.

Eva ist 54 Zentimeter groß und 3995 Gramm schwer. Gemeinsam mit Mutter Irina wurde Eva ins Klinikum Coburg gebracht. Beide sind wohlauf und inzwischen wieder zu Hause. Ralf Hansel und Bereitschaftsleiter Michael Butz brachten der Familie jetzt Blumen und ein kleines Geschenk vorbei.

Team In der BRK-Bereitschaft Ebersdorf engagieren sich derzeit 46 Helferinnen und Helfer, von denen 17 auch am "Helfer vor Ort"-Dienst mitwirken. Im vergangenen Jahr ist es diesem Team fast immer gelungen, einen 24-Stunden-Dienst aufrechtzuerhalten. Es ergaben sich 8711 Bereitschaftsstunden - davon waren 600 tatsächliche Einsatzstunden.

Einsatz Der diensthabende Helfer vor Ort erreichte durchschnittlich fünf Minuten nach der Alarmierung den Einsatzort. Der Zeitvorteil gegenüber dem Rettungsdienst belief sich im Schnitt auf sieben Minuten. Die häufigsten Einsatzarten waren chirurgisch (135 Einsätze) und internistisch (302). Bei zwei Einsätzen wurden Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 61 Jahren.