Die Infotafel fehlt noch, ein bisschen mehr Grün muss noch wachsen - aber grundsätzlich ist der Wohnmobilstellplatz hinter dem Festgelände einsatzbereit. Wird auch Zeit, schließlich findet am Freitag, 30. Juli, nicht nur die offizielle Einweihung der Anlage statt. Auch die ersten Wohnmobilisten haben sich bereits angekündigt. "Wir hatten im Bauamt schon einige telefonische Anfragen", sagt René Arnold, der bei der Stadtverwaltung der Projektleiter für die Verwirklichung des Stellplatzes war.

5500 Quadratmeter Gesamtfläche, 36 Stellplätze mit Stromanschluss - da ist Rödental erst mal für die Zukunft gerüstet. Wobei Bürgermeister Marco Steiner (Freie Wähler) in seiner Erwartungshaltung erst mal vorsichtig an die Sache heran geht: "Ich rechne jetzt nicht ernsthaft damit, dass der Stellplatz von Anfang an gleich voll sein wird." Aber ein bisschen Wirtschaftskraft aus dem im Coburger Land boomenden Bereich des Tourismus wird schon hängen bleiben, schätzt Steiner. Gastronomie, Hallenbad und die kulturellen Einrichtungen im Stadtgebiet - all das könne profitieren.

Das kostet der Stellplatz

Die Stellplatzgebühr liegt bei zehn Euro pro 24 Stunden, Wasser und Strom werden nach Verbrauch abgerechnet. Die Entsorgung der Abwässer kostet nichts.

Die Rödentaler haben aber auch was zu bieten für die Urlauber mit Wohnmobil. Rein aus praktischer Sicht führt René Arnold erst mal die Nähe zur Autobahn ins Feld, der Bürgermeister schickt gleich das Glasmuseum, die Rosenau und die derzeit noch im Aufbau befindliche Anbindung ans regionale Wanderwegenetz hinterher. Von den Radwegen in alle Himmelsrichtungen ganz zu schweigen. "Rödental ist eine gute Station, von der man aus richtig schöne Touren machen kann", schwärmt Marco Steiner. So sei der neue Stellplatz eine gute Ergänzung für die Tourismus-Region Coburg-Rennsteig, die ja die Wohnmobilisten als eine wichtige Zielgruppe definiert hat.

Mit Schwung aus dem Lockdown - so ging's wieder los in Bad Rodach

Bei der Entwicklung des Angebotes rund um den Stellplatz will die Stadt nichts übers Knie brechen. Für rund 250000 Euro (bei 86000 Euro Zuschuss durchs Regional-Förderprogramm Leader) steht die Basis. Sollte der Stellplatz gut angenommen werden, ist die Infrastruktur so ausgelegt, dass irgendwann auch sanitäre Anlagen aus technischer Sicht einfach ergänzt werden können. "Die Lehrrohre liegen. Wir können die für viele Sachen nutzen", sagt Arnold. Einer der nächsten Schritte wird öffentliches W-Lan, das bald kommen soll.

Derzeit mehr Licht als Schatten

Und bei Hunger und Durst müssen die Wohnmobilreisenden gar nicht weit laufen. Der Bürgermeister zeigt durch die Hecke hindurch zur ehemaligen "Alm" auf dem SG-Gelände: Die heißt jetzt "Spatzl & Spezl" und soll erster Anlaufpunkt für die Wohnmobilreisenden sein. Vorarbeiter Andreas Lutz, der gerade mit seinen Bauhof-Kollegen den Feinschliff am Stellplatzgelände vornimmt, wüsste schon, was er noch hin an die Stellplätze verlegen würde: "eine Bierpipeline". "Mal schauen", sagt Marco Steiner dazu und lacht.

Die Stadt hat zwar bei der Gestaltung des Geländes darauf geachtet, dass wenig Fläche versiegelt wird - aber so richtig grün kommt der Stellplatz nicht daher. "Noch nicht", grätscht der Bürgermeister verbal dazwischen und hebt den Zeigefinger. Die Stadt hat schon Hecken und Bäume bestellt, die nicht nur als optische Elemente gedacht sind. René Arnold: "Ein bisschen Schatten ist wichtig, nur Sonne ist auf Dauer im Wohnmobil ja nicht so toll." Zudem stelle der Bewuchs auch guten Lärmschutz dar.

Wo gibt es noch Stellplätze?

Stadt Coburg 22 Stellplätze mit "Vesteblick" befinden sich direkt neben dem "Aquaria"-Schwimmbad, auch am Angerparkplatz kann man sein Wohnmobil abstellen.

Landkreis Coburg In Neustadt gibt es 10 Stellplätze auf dem Schützenplatz, in der Bad Rodacher "Thermenaue" unterhalb des Thermalbades 70 Stellplätze und in Seßlach den privaten Campingplatz "Sonnland".