Auf der Brandensteinsebene sind Starts und Landungen nur erlaubt, wenn Sichtflug möglich ist. "Zum Glück hatten wir bisher einen sehr beschaulichen Winter", sagt Xaver Rupp, Geschäftsführer des Aeroclubs Coburg und Flugleiter im Tower. Wenig Schnee, wenig Eis, wenig Nebel. Am Mittwoch war's anders: Da wurden wegen Nebels zehn Flüge auf der Brandensteinsebene gestrichen. Die Piloten wichen zum Starten und Landen nach Nürnberg aus.

Wie nötig ist der Flugplatz? Diese Frage wird immer wieder gestellt, seit es Überlegungen gibt, im Landkreis Coburg einen neuen zu bauen mit einer längeren Landebahn. Die Frage wird - lauter - gestellt, seitdem der Flughafen Hof-Plauen im Gerede ist, weil er wegen der Pleite der Fluggesellschaft Cirrus aus dem Liniennetz herausfällt.

Laut dem Luftamt Nordbayern gab es 2010 in Coburg 5783 Starts, in Bayreuth 4901 und in Hof-Plauen 3831. "Es handelt sich um die Anzahl der Starts von motorgetriebenen Luftfahrzeugen, Segelflugzeugen und Ultraleichtflugzeugen. Eine Differenzierung von gewerblichem Verkehr, Privatflügen und Werksverkehr wird hierbei nicht vorgenommen", erläutert Günther Kiermeier, Pressesprecher der Regierung von Mittelfranken, zu der das Luftamt Nordbayern gehört.

2010 war in Coburg noch Instrumentenflugbetrieb möglich, das heißt, die Brandensteinsebene konnte auch bei schlechter Sicht angeflogen werden. Die dafür erforderliche Ausnahmegenehmigung lief zum Jahresende 2010 aus.
Trotzdem ging die Zahl der Flüge 2011 nicht zurück: 5463 Starts motorisierter Maschinen im nichtgewerblichen Flugbetrieb verzeichnete der Tower, dazu rund 1800 Starts von Segel-, Sport- und Ultraleichtflugzeugen. Die gewerblichen Flüge (dazu gehören Rundflüge gegen Geld oder gewerbliche Pilotenausbildung) sind extra erfasst.
Werkflüge von firmeneigenen Maschinen, wie Kapp und Brose sie nutzen, fallen unter "nicht-gewerblich". Im Werkflugverkehr gab es 2011 790 Starts. Alles in allem schätzt Rupp die Zahl der Flugbewegungen (Starts und Landungen) im Jahr 2011 auf rund 15 500. Das sind gut 2500 bis 3000 mehr als sonst. Ab Juli, hofft Rupp, ist auf der Brandensteinsebene wieder Instrumentenflug erlaubt. Wie sich die Zahlen dann entwickeln, bleibt abzuwarten. Denn um Instrumentenflugbetrieb zu ermöglichen, müssen neue Sicherheitsstreifen auf die Landebahn gemalt werden. Sie wird dann offiziell auch kürzer.