Die oberfränkische Polizei war am Freitag besonders gefordert. Im Rahmen des dritten länderübergreifenden Sicherheitstages führte sie stellvertretend für die gesamte bayerische Polizei diese Aktion durch. Der Sicherheitstag ist das Ergebnis von Kooperationsvereinbarungen zwischen den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Ziel des gemeinsamen Aktionstages ist eine positive Beeinflussung der Sicherheit im öffentlichen Raum durch ein intensives und koordiniertes polizeiliches Vorgehen.

Begleitet werden die Polizeieinsätze durch umfangreiche Informationsstände zu verschiedensten Präventionsthemen. In der Coburger Innenstadt nahm man sich der Themen "Enkeltrick", "Betrügereien am Telefon" und "Einbruchdiebstahl" an. Kriminalhauptmeister Christian Wollinger von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Coburg verdeutlichte, dass Coburg in Sachen Betrugsversuchen keine Insel der Glückseligkeit sei. "Der Enkeltrick, bei dem ein Anrufer vorgibt, der Enkel des Angerufenen zu sein, um sich Bargeld zu erschleichen, ist kein Phänomen der Großstädte", ließ Christian Wollinger wissen. Dabei gingen Betrüger systematisch vor. Im Telefonbuch werde nach Vornamen gesucht, die darauf schließen lassen, dass es sich bei der Person um einen älteren Menschen handelt. Dann folge oft der Satz "Rate mal, wer hier spricht." Aus Erfahrung weiß der Kriminalbeamte, dass die Betrüger gezielt und professionell vorgehen, um ihre Opfer in ein Gespräch zu verwickeln.

"Wenn es ums Geld geht, einfach auflegen"

Ebenso warnten die Beamten vor Betrügern, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben, um die Opfer dazu zu bringen, Geldbeträge oder Wertgegenstände auszuhändigen. "Kein Polizist würde bei einem Bürger anrufen und dies fordern", betonte Wollinger. Auch mahnte er, am Telefon keine persönliche Daten herauszugeben oder gar Zugang zum Computer zu erlauben. Dass es im Coburger Raum immer wieder Opfer gibt, die auf die verschiedensten Maschen hereinfallen, zeige, dass die Aufklärung der Bevölkerung absolut wichtig sei. Ein kleines Patentrezept hatte der Fachmann parat: "Wenn es ums Geld geht, einfach auflegen."

Am Informationsstand konnte man sich auch über wirksame Maßnahmen für den Einbruchsschutz informieren. Christian Wollinger erläuterte hier, dass er gerne vor Ort komme, sich Häuser und Wohnungen anschaue und dann Möglichkeiten erarbeite, wie ein optimaler Einbruchschutz für das Anwesen aussehen könne. Wer sich vor Ort beraten lassen will, kann sein Interesse unter der Telefonnummer 09561/645-424 oder per E-Mail an kripo-beratungsstelle-coburg@polizei.bayern.de bekunden. Mit der Resonanz zeigte sich der Kriminalbeamte sehr zufrieden. "Die Menschen waren sehr neugierig", fasst er zusammen.

Szenenwechsel. Am Rastplast Coburger Forst an der A 73 wurden in beiden Richtungen Kontrollen vorgenommen. Richtung Ebersdorf konzentrierte sich das Augenmerk der Beamten von Polizei und Zoll auf den Schwerlastverkehr. Auf dem gegenüberliegenden Parkplatz standen Personenkontrollen im Vordergrund. Insgesamt waren rund 50 Polizisten im Einsatz. Für die Lkw-Kontrolle wurde die Höchstgeschwindigkeit weit vor dem Parkplatz auf 60 Kilometer pro Stunde gesenkt. "Dies geschieht nicht, um die Pkw-Fahrer zu ärgern, sondern dient der Sicherheit des Kollegen, der außerhalb des Parkplatzes steht und die Fahrzeuge, die kontrolliert werden sollen, auf den Parkplatz winkt", wurde erklärt. Einigen Fahrern dürfte es eine Lehre gewesen sein, dass die Zahl 60 auf den Verkehrsschildern für alle Fahrzeuge gilt. Nicht nur saftige Bußgelder, sondern auch die Tatsache, längere Zeit nicht hinter dem Steuer sitzen zu dürfen, waren die Quittung der Ignoranz. "Einer der Autofahrer ist mit 150 Stundenkilometern durch die Messstelle gefahren", erzählte Polizeipressesprecher Stefan Probst.

Keine Fahrzeuge mit gravierenden Mängeln

Bei der Lkw-Kontrolle standen hauptsächlich die Überprüfung der Lenkzeiten im Fokus der Betrachtungen. Natürlich wurden die Ladungssicherung, der technische Zustand der Fahrzeuge und die Ladungspapiere überprüft. Wer den Verdacht erregte, sein Fahrzeug überladen zu haben, durfte die mobile Waage benutzen. Fünf Stunden lang wurde eifrig kontrolliert. Nach der Hälfte der Zeit konnte Stefan Heinrichs, Leiter des Schwerlastzuges der Verkehrspolizeiinspektion Coburg, ein durchaus zufriedenes Resümee ziehen. "Fahrzeuge mit größeren Mängeln mussten nicht aus dem Verkehr gezogen werden", konnte er berichten. Dass dies nicht immer so ist, war seinen Worten auch zu entnehmen. "Wir haben schon Fahrzeuge anhalten müssen, die fast auseinandergebrochen sind."

Dass die Kontrollen Wirkung zeigen, bestätigte Stefan Probst. "Die rollenden Zeitbomben, wie sie vor zehn bis 15 Jahren über die Straßen gefahren sind, haben sich deutlich reduziert", ließ der Pressesprecher wissen. Hauptübel beim Lkw-Verkehr sei mittlerweile die Überschreitung der Lenkzeiten. "Dies ist nicht immer die Schuld der Fahrer", betonte Probst, sondern es seien oft die Unternehmen, die ihren Fahrern Vorgaben machten, die sie nur erfüllen könnten, wenn Pausenzeiten nicht eingehalten würden. "Es gibt Fahrer, die zeigen sich selbst an, um eine Pause einlegen zu können", wusste Stefan Probst aus Erfahrung zu berichten.

Es gab einen Stau

Zur "Halbzeit" mussten die Beamten lediglich vier Verstöße mit Bußgeldern ahnden. Auf der Ostseite der A73 wurde eine sogenannte Fahndungskontrolle durchgeführt. Dabei wurden nicht nur Personalien überprüft, sondern auch kontrolliert, ob eine Alkohol- oder Drogenfahrt vorliegt. Allein hierfür waren 35 Beamte der VPI Coburg und der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Auch Autofahrer, die nicht überprüft wurden, bekamen die Kontrolle zu spüren. Der Verkehr staute sich zeitweise vom Parkplatz bis zur Auffahrt Ebersdorf zurück.