Den Ausgangspunkt bildete die Sonata "quasi una fantasia" Es-Dur op. 27 Nr. 1 von Ludwig van Beethoven, um die sich Fanta sien von Robert Schumann, Frank Martin und Franz Liszt rankten. Die so gefühlvoll wie virtuos vom Pianisten vorgetragenen Werke beeindruckten das erfreulich zahlreiche Publikum, was sich in anhaltendem Beifall äußerte.

"Quasi una fantasia"


Mit seiner 13. Klaviersonate Es-Dur op. 27 Nr. 1 begann Beethoven erstmals, das starre Sonatenschema aufzubrechen und freiere Formen einzubeziehen. Deshalb nannte er diese und die folgende "Mondschein"-Sonate "quasi una fantasia". Klaus Sticken setzte mit dieser Sonate das von Alexander Krichel mit der "Appassionata" begonnene Beethoven-Projekt fort, bei dem alle Sonaten in den nächsten Jahren sukzessive erklingen sollen.

Anschlagskünstler


Den Schritt zur reinen Fantasie vollzogen die Romantiker. Das Paradebeispiel hierfür ist die große, halbstündige Fantasie C-Dur op. 17 von Robert Schumann, in der rauschhaft leidenschaftliche Episoden mit zarten expressiven Teilen abwechseln. Klaus Sticken erwies sich dabei als Anschlagskünstler, der eine breite dynamische Skala ausbreitete und auch technisch dem anspruchsvollen Werk nichts schuldig blieb.
Nach der Pause gab es einen Kontrast in Gestalt der "Fantasie sur des rythmes flamenco" von Frank Martin, die dieser ein Jahr vor seinem Tod 1973 komponierte und dem Pianisten Paul Badura-Skoda widmete.


"Dante"-Sonate als Prüfstein



Ein besonderer Prüfstein für jeden Tastenkünstler ist die berühmte "Dante"-Sonate (als "Fantasia quasi Sonata" bezeichnet) von Franz Liszt mit ihren gewaltigen Schilderungen des Infernos und den verklärten Klängen der Erlösung. Klaus Sticken zeigte hier hohe pianistische Qualitäten, Treffsicherheit und feinsinnige nuancierte Gestaltung wie aus einem Guss.

Die vollständige Besprechung lesen Sie im Coburger Tageblatt