Das Projekt "Kickboxen" ist ein kreatives, innovatives und interdisziplinäres Projekt, das sich proaktiv mit interessierten und gleichermaßen gefährdeten Jugendlichen befasst. Bei der Kick-off-Veranstaltung in der Sporthalle der Realschule Coburg II konnten sich Multiplikatoren informieren.
Jugendliche können sich zukünftig einmal wöchentlich in der Zweifachturnhalle der Realschule CO II zum Kickbox-Training unter qualifizierter Anleitung des Kickbox-Weltmeisters Marcel Hunger sowie des Sozialpädagogen und Bewährungshelfers Andreas Winkler treffen. Neben der sportlichen Betätigung sind bei dieser auch in Deutschland zunehmend beliebter werdenden Sportart aber noch andere Ziele von Bedeutung: Regelmäßigkeit des Trainingsbesuchs, Stärkung des Selbstwertgefühls, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, Umgang mit eigenem Kraft-, Gewalt- und Konfliktpotential, Aufbau von Frustrationstoleranz und Teamfähigkeit sind zentrale Bestandteile welche die Initiatoren mit dem Projekt erreichen wollen.
Nach ihrer Einschätzung scheint "Kickboxen" in besonderer Weise für Jugendliche geeignet, die aus unterschiedlichsten Gründen Probleme bei der Integration in unsere Gesellschaft haben. Die erfahrenen Trainer sind bereit, auch Jugendliche, die von dissozialem oder delinquenten Verhalten betroffen oder bedroht sind sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund (unter anderem auch unbegleitete Minderjährige) -neben den "normalen" Jugendlichen in den Trainingsbetrieb zu integrieren.


Kreatives Projekt

"Kickboxen ist ein kreatives, interdisziplinäres Projekt, das sich mit interessierten und gefährdeten Jugendlichen befasst", sagte Jürgen Forscht vom Amt für Jugend, Familie und Senioren des Landkreises Coburg bei der Kick-off-Veranstaltung.
Bei den Zielgruppen, die angesprochen werden sollen, sei es zwangsläufig so, dass deren Haltung zu Flüchtlingen und Ausländern sowie die eigenen Wertvorstellungen und Überzeugungen thematisiert werden müssen, sagte Forscht.


Extremismus aufgreifen

Es sei zu erwarten, dass etliche Jugendliche rechtsextremistisches Gedankengut in sich tragen und Sympathien rechtsextremistischen und fremdenfeindlichen, Gruppierungen und Parteien entgegenbringen. Es werde deshalb Aufgabe sein, latenten und manifesten Extremismus professionell aufzugreifen und zu thematisieren.


Drinnen und draußen

"Erlebnispädagogik ist grundsätzlich nicht nur auf naturnahe Outdooraktivitäten fokussiert", erklärt Forscht. Komplementär zum Hallensport "Kickboxen" sollen weitere Lern- und Erfahrungsfelder in naturnahen Erlebnisbereichen erschlossen werden. "Klettern" und "Kanu/Kajak" erfordern in besonderer Weise soziales Lernen in Gruppen und bieten sich an, weil alle Grundbedingungen vor Ort gegeben sind.
Träger dieses auf Dauer angelegten Projektes ist der Verein für Bewährungshilfe und soziale Integration mit Sitz in Coburg. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Resozialisierung zu fördern, Opfern zu helfen und die Integration sozial benachteiligter und verhaltensauffälliger Menschen zu fördern.
In diesem Kontext führt der Verein geeignete soziale Projekte wie das Kletterprojekt oder ein Kickboxtraining für jugendliche Interessierte und Probanden durch. des