Was geschah in der Halloween-Nacht in einem Sportheim im Bad Rodacher Ortsteil Elsa? Dort ist eine Party mit an die 100 Jugendlichen komplett aus dem Ruder gelaufen. Die Bilanz: mehrere Verletzte, ein 16-Jähriger in Untersuchungshaft und ein mutmaßlicher sexueller Übergriff auf eine 14-Jährige.

Nach Informationen unserer Zeitung soll eine Gruppe Jugendlicher eine private Halloween-Feier im örtlichen Vereinsheim ausgerichtet haben. Die Party mit rund 65 geladenen Gästen, allesamt junge Leute aus dem Umkreis, verlief zunächst friedlich und ohne besondere Zwischenfälle. Was dann passiert sein soll, schildert Volker Püttner vom Polizeipräsidium Oberfranken wie folgt: Ein Partygast sah sich aufgrund der guten Stimmung veranlasst, eigenmächtig weitere Freunde einzuladen, die auf der Gästeliste nicht vorgesehen waren.

Zwei junge Syrer aus Sonneberg, die auf diesem Weg zur Party fanden, sollen die körperliche Nähe zu den feiernden Mädchen gesucht haben. Hierbei soll zunächst ein 17-Jähriger eine 14-Jährige unsittlich berührt und beleidigt haben. Ein 16-Jähriger soll das Gleiche bei einer 13-Jährigen gemacht haben, ihr in den Intimbereich gegriffen haben, womit er die Schwelle zur Straftat des sexuellen Missbrauchs überschritt.

Letztlich eskalierte die Situation auf der Party aufgrund dieser Vorfälle so dermaßen, dass es zu einer handfesten Schlägerei unter den jungen Leuten kam, während der auch ein Baseballschläger gezückt worden sein soll.

Die Folge der eskalierten Halloween-Party sind nach bisherigem Stand der Ermittlungen acht verletzte Personen, die sich nach Erstversorgung durch zahlreiche Rettungskräfte mit leichteren Verletzungen in ambulante Behandlung in umliegende Krankenhäuser begeben mussten.

Die genauen Tatbeteiligungen, insbesondere im Zusammenhang mit den im Raum stehenden Körperverletzungsdelikten, waren trotz des Einsatzes mehrerer Streifenbesatzungen in der Tatnacht noch nicht zu klären und sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei Coburg, die noch in der Tatnacht die Arbeit aufnahm.

Nachdem zunächst die gesamte Gruppierung um die beiden Hauptverdächtigen zur Polizeiinspektion Coburg gebracht wurde, erfolgte in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Coburg die Festnahme des 16-Jährigen wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs der 13-Jährigen.

Er wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt, welcher auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Untersuchungshaftbefehl erließ. Während die umfangreichen Ermittlungen der Coburger Kripo derzeit noch andauern, befindet sich der Jugendliche in einer Justizvollzugsanstalt.

Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher ist von den Straftaten, die sich in dem Sportheim zugetragen haben sollen, betroffen. "Ich bin schockiert, dass es in unserem Stadtgebiet zu solch einem Vorfall gekommen ist, aber ich hoffe, dass die körperlichen und seelischen Wunden, die in dieser Nacht bei den Opfern entstanden sind, mit der Zeit heilen." Das Stadtoberhaupt warnt vor einer Vorverurteilung, sagt aber: "Sollten sich diese schweren Vorwürfe bewahrheiten, ist das zutiefst verabscheuungswürdig und dann hoffe ich, dass die Täter eine gerechte Strafe erfahren."