Etwa 150 Künstler haben sich in Oberfranken zusammengeschlossen zum Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler. Ihre große Jahresausstellung, sonst in der Villa Dessauer in Bamberg beheimatet, wird heuer im Coburger Kunstverein präsentiert, weil die Räume dort anderweitig belegt sind. Coburg ist aber keineswegs nur Ersatzort, wie Vorstandsmitglied und Kurator Richard Wientzek betont, sondern günstige Gelegenheit, auch andernorts in Oberfranken Präsenz zu zeigen.

Motto heuer: "Wa(h)re Kunst". Ohne Fragezeichen, ohne Verurteilung des die Künstler schließlich auch ernährenden Kunstmarktes, sondern individuelle Auslotung des eigenen Schaffens nach Wert, Wertschätzung, Gehalt, Bedeutung für den Betrachter.

Im Kunstladen

Die Ausstellung präsentiert wohltuend konzentriert "nur" 16 Künstler der unterschiedlichen Sparten.
Der Besucher droht nicht, wie in manch anderer Gemeinschafts- oder auch Massen-Ausstellung, im Wirrwarr zu versinken. Mit den gezeigten dominanten Einzelwerken und spannungsreichen Folgen ergibt sich die Sicht auf ein künstlerisch vielfach packendes, in technischer Hinsicht auf hohem Niveau agierendes künstlerisches Wirken in Oberfranken.

Da reflektieren Monika Meinhard und Hans Kronenberg (Stegaurach) den Mu seumsshop in handlichen Täfelchen, die zum großen Bild geordnet sind, Vielfalt zwischen Dekorativem und Hintersinnigem.

Bestechend realistisch blickt Kuno Vollet, Weidenberg, auf die Buchrücken prächtiger Veröffentlichungen über die Kunst. Es gibt "30 % auf alles". Bei diesem Markt angekommen, dürfte man schon Christiane Toewes Fake erlegen sein: Vor dem Eingang zum Ausstellungsanbau hängen die Plakate der Bambergerin, in denen sie eine gewaltige Ausstellungsvita ihrer selbst behauptet. Ausstellungen in Mu seum of Modern Art in New York, in der Londoner Tate Gallery - hm, hm, soso...

Metall, Glas und Tafelbilder

Ob Mathias Börners Spektralwelten in stufenlosen Übergängen, Alena Tomaseks immer gleiche Kupferdrucke, die in unterschiedlicher Farbgebung, in Trauer-Schwarz oder rot glühend, jeweils andere Wirkung erzielen, oder Jannina Hectors comicartig lebendig bevölkerte Szenen - die Kunsträume sind reizvoll vielseitig. Dazwischen feixen die kleinen Metallskulpturen des Bambergers Adelbert Heil.

Gerd Kanz, Untermerzbach, füllt die Rotunde mit aufbrechender, hoffnungsvollerer Farbigkeit: in seinen handlichen - und damit auch besser zu handelnden - kleinen Tafeln. Seine in den letzten Jahren entwickelten kathedralenartigen Wandskulpturen werden immer feingliedriger und erstrahlen zunehmend ebenfalls farblicher, wirken damit floraler. Von der Architektur zur Natur, dazu offensichtlich in neuer Intensität.

Sogar das Medium Glas ist vertreten, in Johannes Schreibers großen, klaren "Gebilden". Reizvoll, alles in allem.