"Geht in diesen Tag mit Gottes Segen", so verabschiedete Einbergs Pfarrer Winfried Rucker nach einer Andacht mit Abendmahl in der Kirche von St. Marien eine ganze Reihe von Wanderern, die sich schon am frühen Sonntagmorgen auf den Weg nach Weißenbrunn v. Wald machten.
Mag die Wanderstrecke auch nicht die längste gewesen sein, so dauerte die Tour doch den ganzen Tag. Es war schließlich eine Musikwanderung anlässlich der Lutherdekade, die im Jahr 2007 begann und bis 2017 an die vor 500 Jahren stattgefundene Reformation erinnern soll. So sorgte denn entlang der Strecke so manche Rast für Erbauung durch Gesang und auch die leibliche Stärkung wurde nicht vergessen.
Den musikalischen Einstieg gestaltete der Kirchenchor in Einberg mit den beiden Bachchorälen "Wohl mir, dass ich Jesus habe" und "Wer nur den lieben Gott lässt walten" unter der Leitung von Andrea Schmidt-Danisch und mit Klavierbegleitung von Albert Bätz. Gekonnte und anspruchsvolle Vorträge, bildeten so den Auftakt für die musikalisch begeisterten Wanderer.
Die erste Etappe verlangte ihnen nicht allzuviel ab. Die Wanderschar zog es nämlich zu St. Johannis in Oeslau, in dessen Gotteshaus der Neno-Chor eindrucksvoll deutsche Choräle auf Kisuahili präsentierte. Der Reformator selbst hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass seiner einmal mit Liedern in dieser Sprache gedacht werden würde.
Nun ging es für die Wanderer an der Itz aufwärts in den Froschgrund hinein. Wenige Kilometer weiter, in Mittelberg traten die Sänger des Stadtteils auf mit Liedgut aus der Bewegung der deutschen Sängerschaft des 19. Jahrhunderts. Erneut ein ganz anderes Angebot, nach den bereits sehr unterschiedlichen Darbietungen in Einberg und St. Johannis.
Mittelberg war natürlich längst nicht die Endstation der Tour durch die Rödentaler Kirchsprengel. Das Ziel der Wanderer war Weißenbrunn v. Wald. Der dortige Posaunenchor und die Choradstanten ließen es sich nicht nehmen, ihre gelungenen Beiträge aus dem Bereich der Kirchenmusik zu dem wohl einmaligen Fußmarsch der Christenschar abzugeben.
Außerdem wartete hier auch eine Stärkung auf die inzwischen vielleicht doch ein wenig müde gewordenen Wanderer. Für Pfarrer Arnold Kroll, den Weißenbrunner Dorfpfarrer, war es die Heimkehr. Er hatte die Wanderer über die gesamte Strecke begleitet und bot nun als Abschluss noch eine Führung durch die Weißenbrunner Kirche an, ehe ein Bus die Teilnehmer zurück zum Startpunkt in Einberg brachte.

Angenehme Pflicht


Die Wanderer zu begleiten, war für Arnold Kroll indessen eine angenehme Pflicht: "Das Thema der Lutherdekade ist in diesem Jahr die Kirchenmusik. Die Wanderer sollen deren Vielfalt kennenlernen. Auch ich höre mir gerne derartige Darbietungen an und bin obendrein ein begeisterter Wanderer, der schon mal von München aus per pedes die Alpen überquert hat."