Es sei beim MSC seit Jahren schon eine gute Tradition, möglichst früh in der Saison eine Vielfalt von Fahrzeugen bis zum Baujahr 1990 den Coburgern und Interessierten zu präsentieren, sagte Ingo Ernst. Bereits kurz nach dem offiziellen Beginn um elf Uhr hatten sich auf dem Schlossplatz zwischen Landestheater und Ehrenburg viele prächtige Karossen eingefunden. Viele Oldtimer-Fans aus der Region, aber auch aus anderen Bundesländern gaben sich ein Stelldichein und präsentierten voller Stolz ihre teils recht wertvollen Schätze.
Trotz eines wolkenbehangenen Himmels kamen zahlreiche Besucher, um über die Fahrzeug-Raritäten zu fachsimpeln, in Erinnerungen zu schwelgen oder sich inspirieren zu lassen, sich selbst so ein wertvolles Vehikel anzuschaffen. Von den Arkaden aus genossen viele den Blick auf die noblen Karossen auf dem Schlossplatz.
Ein Schmankerl für alle Liebhaber von Oldtimern war sicherlich auch der BMW 503 Coupe aus dem Jahr 1959 von Karlheinz Wunder aus Marktrodach. Damals hatte der BMW mit einem 3,2-Liter-V8-Motor 32 000 DM gekostet. Da davon nur 413 Stück und davon 139 Cabrios produziert wurden, stieg der Wert heute auf rund eine halbe Million Euro. Der BMW wurde 1955 auf der IAA vorgestellt und war der erste Pkw mit elektrischen Fensterhebern und 16-Zoll-Felgen. Diese fast unbezahlbaren Raritäten sind mit einer Karosserie aus Aluminium ausgestattet.
Der Schlossermeister Alfred Schunk hatte einen VW Karman Chia aus dem Jahr 1968 und einen 56 Jahre alten Austin Healy mitgebracht. Mit dem VW hat Schunk auch schon Dolomitenrundfahrten und viele Pass-Straßen bewältigt. "Der Weg ist das Ziel", erklärte Schunk. Ein bisschen schrauben müsse man schon können, sonst werde das Hobby zu teuer. In dem Koffer am Heck des VW lässt sich mühelos alles unterbringen, was man für Kurztrips benötigt.
Julia und Ralph Büchner aus Rödental sind Nostalgie-Fans. Ihren VW T 1 aus dem Jahr 1966 hegen und pflegen sie. Bis auf die letzte Schraube war der T1 zerlegt und wurde fachmännisch restauriert, so dass er heute ein wahres Schmuckstück ist. "Ich habe einfach Freude an alten Autos", sagte der stolze Besitzer. Zu Oldtimer-Treffen in Franken und Bayern holen sie ihren "Bulli" aus der Garage und fahren damit im Jahr so zwischen 2000 und 3000 Kilometer.


Opel Blitz aus dem Jahr 1949

Neben der Drehleiter der Feuerwehr war auch ein 55 PS starker Opel Blitz aus dem Jahr 1949 zu bestaunen. Von 1959 bis 1976 war dieser als Rüstwagen bei der Feuerwehr Coburg im Einsatz.
Die breite Fahrzeugpalette bot für jeden Liebhaber von historischen Mobilen etwas. Neben den Klassikern Rolls Royce, Jaguar, Porsche und Cadillac gab es auch die legendäre Ardie und andere Liebhaber-Motorräder zu bestaunen. Fachkundig wurde alle eintreffenden Fahrzeuge von Ingo Ernst und Hartwig Hogrebe kommentiert.