"Wir erwarten jetzt konkrete Antworten und Ergebnisse", sagt Wolfgang Weiß, Stadtrat von Bündnis 90/Die Grünen. Er hatte sich Ende Mai an den Bausenat gewandt. Sein Anliegen: Es solle geprüft werden, ob auf der Baustelle am Hofbrauhaus Bäume gefällt wurden, die nicht gefällt werden dürfen. Bauträger ist dort die Klappan-Gruppe aus Bamberg. Dritter Bürgermeister und Baureferent Hans-Heinrich Ulmann (CSB) hatte versprochen, die Angelegenheit prüfen zu lassen, was nunmehr geschehen ist. Das Ergebnis: Tatsächlich wurden Bäume beseitigt, die vom Grünflächenamt nicht freigegeben wurden. "Es gab im Umfeld der Berghallen Bäume, die abgesägt werden durften und solche, die hätten stehenbleiben müssen", sagt Hans-Heinrich Ulmann zum Ergebnis der Überprüfung. Die Baumschutzverordnung sei also nicht im vollen Umfang eingehalten worden. Es gebe deshalb jetzt ein Verwaltungsverfahren.

Klappen-Gruppe mache, was sie wolle


Laut Baumschutzverordnung könnte die Stadt 5000 Euro Strafe pro unrechtmäßig gefälltem Baum kassieren. "Wir arbeiten aber nicht mit solchen Summen. Hier wird es wohl auf eine Ersatzpflanzung hinauslaufen."
Wolfgang Weiß kritisiert aber nicht nur die Baumfällung, sondern auch den Umgang mit den Beschlüssen des Bau- und Umweltsenats. Er ist der Ansicht, die Klappan-Gruppe mache auf dem Hofbräugelände, was sie wolle. Zum Beispiel habe der Senat zwar dem Bau eines Studentenwohnheims zugestimmt, von einem Parkdeck sei aber nicht die Rede gewesen. "Dort wird beliebig mit unseren Beschlüssen umgegangen. Da sollte einmal kritisch nachgehakt werden", findet Wolfgang Weiß.

Hans-Heinrich Ulmann relativiert: Bisher hätten der Geschäftsführer Peter Klappan und der Architekt Harald Eichhorn lediglich erläutert, was sie auf dem Hofbräugelände vorhätten. Der Bau- und Umweltsenat habe einen Bebauungsplan genehmigt. Ein konkreter Bauantrag liege indes nicht vor. "Den Bau eines Studentenwohnheims hat der Bau- und Umweltsenat abgesegnet. Wenn auf dem Gelände noch etwas anderes vorgesehen ist, dann müssen wir prüfen, ob das mit dem Bebauungsplan in Einklang zu bringen ist", stellt der Dritte Bürgermeister fest.

Im Auftrag der Klappan-Gruppe äußerte sich der Architekt Harald Eichhorn zu der Problematik.

Ortstermin vereinbart


"Wir hatten von Anfang an Kontakt zur Stadt, speziell auch zum Grünflächenamt. Uns war nicht bewusst, dass wir dort nicht genehmigte Bäume fällen", erläutert er. Deshalb sei jetzt ein Ortstermin vereinbart worden, um noch einmal nachzuschauen, was genau erlaubt war und was nicht. Zum Bebauungsplan und den neuen Aspekten sagte Harald Eichhorn: "Bei einem solchen Projekt werden Dinge verworfen und Neues kommt hinzu." Wichtig sei dem Bauträger, Leben auf den Campus zu bringen. Dass all das im Rahmen des genehmigten Bebauungsplanes geschehen müsse, sei selbstverständlich. Deshalb gebe es den engen Kontakt zur Stadt.

Weil es im Juni keine Sitzung des Bau- um Umweltsenats mehr gibt, wünscht sich Wolfgang Weiß, dass das Hofbräugelände in der Juli-Sitzung noch einmal thematisiert wird.