Das Leben und Wirken der Kirchengemeinde der Stadtkirche möge in die ganze Stadt hinausstrahlen. Das wünscht sich Michael Meyer zu Hörste, der beim Einführungsgottesdienst am Sonntag als Pfarrer in der Stadtkirche Sankt Georg willkommen geheißen wurde. Es war keine steife Feier. Denn als der Pfarrer mit seiner Gitarre im Arm zur Predigt auf der Kanzel erschien, waren alle Anspannungen verflogen.

Jetzt ist die erste Pfarrstelle von Sankt Georg wieder besetzt und im Pfarrhaus am Glockenberg ist mit der Pfarrfamilie, zu der Meyer zu Hörstes Ehefrau Lisa und vier Kinder gehören, wieder Leben eingekehrt. Unter der Leitung von Kantor Markus Heunisch schmückte der Kirchen- und Posaunenchor würdevoll den Festgottesdienst aus, als Dekan Andreas Kleefeld den neuen Pfarrer in sein neues Amt einführte. "Heute am Erntedanksonntag möchten wir Gott nicht für die Jahresgaben danken, vielmehr danken wir, dass unsere Gemeinde einen neuen Pfarrer bekommt", sagte Kleefeld. Der Wochenspruch heiße: "Alle Augen warten auf dich Herr, du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit." Daraus spreche großes Vertrauen - passend zum Erntedank und zur Einführung des neuen Pfarrers. Zuwendung, Ermutigung und Stärkung, das könne ein Seelsorger reichen. Die Gemeinde habe auf einen Seelsorger gewartet - war aber nicht passiv. Es hatte eine Art Image-Film gegeben, mit dem die Kirchengemeinde Seelsorgern "Lust auf die Pfarrstelle" in Neustadt bei Coburg machte.


Lust auf Neustadt

Diese Lust auf Neustadt habe der neue Pfarrer Meyer zu Hörste bekommen. "Darauf sind Sie in Weitramsdorf vorbereitet worden, wo Sie zehn Jahre lebten und arbeiteten", sagte der Dekan zu Meyer zu Hörste. Der neue Seelsorger bringe viel Erfahrung und Verständnis mit, wie das kirchliche Leben laufe. Dekan Kleefeld beschrieb "den Neuen" für die Gemeinde. Meyer zu Hörste sei ein Mensch, der seine Meinung sage, sich nicht verbiege, er sei ein begeisterter Fußballfan (FC Bayern!) und ein Meerschweinchen-Züchter - bei dieser Information ging ein Schmunzeln durch das Kirchenschiff. Weiter sagte der Dekan: "Und Sie bringen vor allem Ihre Familie mit, Ihre Kinder, und das alles sind gute Voraussetzungen, um hier in Neustadt den Menschen das Gotteswort zu predigen." Möge Gott Meyer zu Hörste und seiner Familie, den Kolleginnen Bettina-Maria Minth und Romina Rieder sowie dem Kirchenvorstand der Gemeinde eine gute Zeit und ein gutes Miteinander schenken, sagte der Dekan.
Am Altar legte Dekan Kleefeld dem neuen Pfarrer die Hand auf das Haupt, und Michael Meyer zu Hörste versprach vor Gott, mit Liebe und Treue zu dienen, die Gemeinde in Neustadt zu übernehmen und diese Herausforderung anzunehmen. Ebenso versprach die Gemeinde, mit Gottes Hilfe ihren neuen Pfarrer im Miteinander stets zu unterstützen.


Bei Gott geht es nicht um eine Rangordnung oder tolle Leistungen

Gott liebe jeden Einzelnen, so wie er ihn geschaffen habe, sprach Meyer zu Hörste in seiner ersten Predigt. Gottes Schöpfung sei genau das Gegenteil unserer menschlichen Gesellschaft. Meyer zu Hörste: "Gott macht uns groß, wenn wir an dieser Welt verrückt werden", denn Gottes Kraft sei mächtig, Gott gebe niemanden auf. Gott gehe gnädig mit uns um. Und das wünschte sich der neue Pfarrer auch: Man möge gnädig miteinander umgehen, "wenn wir heute gemeinsam einen neuen Weg beginnen". Und er bat: "Lasst uns alles vergessen, was wir über einander gehört haben, und lasst uns heute unseren gemeinsamen Weg als Neustadter Gemeinde beginnen."

Beim Empfang gab es dann viele nette Worte und Geschenke. "Heute ist das Haus voll. Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und öffentlichem Leben, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Gemeindemitglieder, Freunde, Nachbarn, schön, dass Sie heute da sind", grüßte Susanne Greiner-Schunk.

Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) meinte in seinem Grußwort: "Lieber Herr Pfarrer, Ihre Predigt war gut. Sie war präzise, tröstend, mitreißend. Ich habe beschlossen, ich verlasse mich auf die eigenen Eindrücke. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass eine Stadt eine politische Führung braucht, und sie braucht genau so eine seelsorgerische Führung. Fühlen Sie sich wohl in Neustadt und lernen Sie die Menschen kennen." Die auch durchaus streitbar seien.

Partnerschaftliche, offene und gute Zusammenarbeit mit der Stadt wünsche auch er sich, sagte der neue Pfarrer, weil die Stadtkirche, die an einem exponierten Ort stehe, den Neustadtern sehr wichtig sei.