Diese Auszeichnung konnte jeder Neustadter verstehen: Enzo Albanese wurde für sein überaus hohes und jahrzehntelanges Engagement zum Wohle seiner italienischen Landsleute in den Verdienstorden der Republik Italien aufgenommen. Höchst offiziell wurde ihm der Titel "Offizier des Ordens des Sterns von Italien" durch den italienischen Generalkonsul Renato Cianfarani verliehen. Stadtrat Heinrich Luthhardt (SPD) freute sich mit ihm und meinte: "Enzo hat es verdient."

Der Verdienstorden, der am 31. März 1951 durch den damaligen italienischen Staatspräsidenten Lugi Einaudi gestiftet wurde, wird in fünf Klassen verliehen und soll Menschen auszeichnen, die sich besondere Verdienste zum Wohle der italienischen Nation erworben haben. Enzo Albanese wusste zwar, dass er eine hohe Auszeichnung erhalten sollte, rechnete aber damit, dass ihm der Titel eines "Ritters" (Cavaliere) verliehen werde. Dass ihm dann sogar die nächsthöhere Stufe Offizier (Ufficiale) zuerkannt wurde, überraschte den Neustadter mit italienischen Wurzeln. Für Generalkonsul Cianfarani war es eine große Ehre, Enzo Albanese jemanden auszuzeichnen. Dessen positive Eigenschaften und überaus hohes soziales Engagement habe er schon in seiner Zeit als Konsul in Nürnberg hautnah erleben dürfen, sagte Cianfarani.


"Und ein bisschen Ruhm fällt auch für Neustadt ab"

Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) empfand es als große Ehre, Gastgeber für eine nicht alltägliche Ehrung zu sein. Besonders freute ihn, dass Enzo Albanese auf die Frage, wo er gerne die Auszeichnung erhalten möchte, sofort sagte: in meiner Heimatstadt Neustadt. So kam der Generalkonsul auch in den Genuss, der Puppenstadt erstmals einen Besuch abzustatten. "Und ein bisschen Ruhm fällt auch für Neustadt ab", stellte der Oberbürgermeister dankbar fest. Er betonte, dass sich Enzo Albanese in herausragender und bewundernswerter Weise seit Jahrzehnten für die Belange seiner Mitmenschen einsetze. Die Stadt habe dies bereits im Jahr 2011 erkannt und Enzo Albanese die goldene Stadtmedaille verliehen. Der Geehrte meinte von sich, dass er kein Mann großer Worte sei. Seine Dankesworte waren umso herzlicher, ehrlicher und ergriffener. Eines stellte er aber deutlich heraus: "Ich hätte nichts geschafft, wenn ich meine Frau nicht zu Seite gehabt hätte." So sah es auch Frank Rebhan und dankte Gisela Albanese unter Applaus der Anwesenden mit einem Blumenstrauß für die Unterstützung.


Begründung für die hohe Auszeichnung an Albanese

"Ein Leben lang hat sich Herr Enzo Albanese trotz einiger gesundheitlicher Probleme in beachtlicher und lobenswerter Weise für seine Mitmenschen und dabei insbesondere für schwache und behinderte Menschen engagiert, wobei er seine Herkunft aus dem Arbeitermilieu nie verleugnet hat. Mit seinem Einsatz hat er sich niemals in den Vordergrund bringen wollen und auch keinerlei persönliche Interessen verfolgt - und so darf Herr Albanese gewiss als Vorbild und als besondere Persönlichkeit gelten, die ebenso von den Landsleuten wie auch von den örtlichen Behörden stets hoch geschätzt wurde und wird.
Die Vorbildfunktion von Enzo Albanese im Zusammenwirken mit anderen Italienern, die sich durch ziviles Engagement und solidarische Hilfsbereitschaft auszeichnen, hat einen entscheidenden Beitrag zur großen Akzeptanz und Integration der in Deutschland ansässigen italienischen Gemeinschaft geleistet.
Dank dieses selbstlosen Einsatzes wird die italienische Gemeinschaft nicht allein wegen ihres Zutuns zur örtlichen Wirtschaft wertgeschätzt, sondern zumal auch deshalb, weil die eigene Kultur und Werte wie Solidarität, ehrenamtliche Tätigkeit und soziale Integration stets im Mittelpunkt stehen."