Karin Angermüller ist in der Neustadter Stadtverwaltung für die Kindergärten zuständig. Am Mittwoch stellte sie im Wellmersdorfer Kindergarten dessen neues Konzept vor. "Der Kindergarten wird ein integrierter Naturkindergarten. Das heißt, die Betreuung für die Regelkinder findet vormittags im und am Haus statt, nach dem Mittagessen in der Natur", erklärte Angermüller.

"Wir haben uns bereits 2011 mit der Kindergartenleitung zusammengesetzt und über ein neues Konzept nachgedacht", erinnerte sich Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD). "Es ist klug und sinnvoll unseren städtischen Kindergärten ein spezielles Konzept zukommen zu lassen. Auch damit Alleinstellungsmerkmale entstehen können", betonte Rebhan. "Nachdem sich herumgesprochen hat, dass das mit dem Naturkindergarten entwickelt wird, haben die Anmeldungen für den Kindergarten Wellmersdorf deutlich zugenommen.
Das ist toll", freute sich der Oberbürgermeister.

Ab März seien die Plätze vorläufig "ausgebucht". Sogar aus entfernteren Stadtteile würden inzwischen Eltern ihren Nachwuchs anmelden. "Qualität spricht sich rum, und eben auch das Konzept, dass die Kinder hier ganz bewusst die Natur kennenlernen können", betonte Rebhan.

Krippenkinder würden langsam an dem integrierten Naturkindergarten gewöhnt werden. "Gemeinsam spielen Regel- und Krippenkinder viel im neugestalteten Garten, im Wasserbereich, auf dem Sinnesparcours, im Weidentipi, im offenen Sandbereich oder an den Hoch- und Nachbeeten", führte Kindergartenleiterin Ilona Panhans aus. Selbstverständlich wird in der kälteren Jahreszeit nicht nur im Freien gearbeitet - aber auch an Wintertagen gibt es genügend Beschäftigung. "Verschiedene Vogelarten können an den Futterstellen beobachtet, erkannt und benannt werden. Im Frühjahr und im Sommer wird es dann zur Herausforderung, dieselben Vögel an ihrem Gezwitscher zu erkennen."

Natur direkt vor der Haustür

Der Kindergarten liegt am Wellmersdorfer Dorfrand, mit Feldern, Äckern und Wiesen gewissermaßen direkt vor der Haustür. Da können die Landwirte noch beim Säen oder Pflanzen erlebt werden. Besondere Einheiten bilden geführte Exkursionen mit dem Förster oder auch mit Mitgliedern des Vogelschutzbundes. Bei Bauernhofbesuchen lernen die Kinder nicht nur die Tierhaltung kennen, es kann auch bei der Ernte zugeschaut werden.

Die Mitarbeiterinnen wurden inzwischen bereits für das neue Konzept vorbereitet und besuchten entsprechende Fortbildungen. So etwa beim Landesbund für Vogelschutz, wo sie Wissenswertes über Fauna und Flora in der Umgebung des Kindergartens kennengelernt und im praktischen Teil eine Exkursion an den Fechheimer Berg unternommen haben. Eine weitere Exkursion in die Einberger Schweiz fand unter dem Gesichtspunkt "Mit allen Sinnen durch den Wald - naturerlebnis pädagogischer Waldtag" statt. Daneben gab es auch eine Fledermauswanderung.

Zwei Gruppen gibt es im Kindergarten Wellmersdorf, eine Regelkindergruppe und die Krippengruppe. Insgesamt besuchen über 40 Kinder die Einrichtung. "Ich bin glücklich, dass die Kolleginnen im Kindergarten offen für das neue Konzept sind", freute sich Oberbürgermeister Frank Rebhan.