Die Morizkirche gilt als akustisch bester Konzertraum in Coburg. Wegen der Sanierung des Innenraums steht das Gotteshaus aber ab Jahreswechsel längere Zeit nicht zur Verfügung. Das hat Konsequenzen für die Konzertpläne des Landestheaters. Wie er darauf reagiert, verrät Coburgs Generalmusikdirektor Roland Kluttig.

Sie gelten nicht gerade als ausgeprägter Richard-Strauss-Fan. Was hat Sie dazu bewogen, Strauss dennoch ein ganzes Konzert zu widmen? War's nur der 150. Geburtstag des Komponisten?
Roland Kluttig: Die Arbeit an den "Vier letzten Liedern" von Strauss in dieser Saison hat mir sehr viel Spaß gemacht. Für mich ist jetzt die Zeit gekommen, mich intensiver mit Richard Strauss zu befassen. Im Orchester ist die Begeisterung über das Strauss-Konzert, glaube ich, groß. Orchestermusiker lieben Strauss. Ich habe jedenfalls noch keinen Orchestermusiker getroffen, der Richard Strauss nicht gern spielt. Strauss war ein großer Musikerfreund, das merkt man.

Woher rührt Ihre Skepsis Strauss gegenüber?
Strawinsky hat einmal gesagt, er möge das Klima von Strauss' Musik nicht. Ich höre aus dieser Musik viel Gründerzeit, ich höre ihre sehr satte Bürgerlichkeit. Das kann ich nur in Maßen ertragen. Gleichzeitig bin ich fasziniert von seiner großartigen Meisterschaft. Deshalb denke ich, dass die Arbeit an diesem Programm riesigen Spaß machen wird.

Die Morizkirche steht wegen ihrer Sanierung ab Jahreswechsel zunächst nicht mehr als Konzertraum zur Verfügung. Was bedeutet das für Ihre Programmplanung?
Wir haben noch einmal zwei richtig wuchtige Programme mit großen Stücken von Mahler und Bruckner ganz am Anfang. In der nächsten Saison müssen wir dann erfindungsreich sein und uns auf kleinere Besetzungen konzentrieren. Aber dazu gibt es bereits Überlegungen. Und natürlich gibt es auch für kleinere Besetzungen sehr schöne Musik.

Wie sieht es mit alternativen Konzerträumen aus?
Ich bin an anderen Sälen dran, aber es ist noch zu früh, darüber zu reden. Auch für diese Aspekte bräuchte man eigentlich einen Konzertmanager oder einen Konzertdramaturgen, der sich ausschließlich um solche Dinge kümmern kann. Den gibt es am Landestheater aber leider nicht. Wir werden sicher das Kongresshaus verstärkt in unsere Überlegungen einbeziehen. Dabei werden wir in der nächsten Saison die Zusammenarbeit mit der "Gesellschaft der Musikfreunde" fortsetzen. Dafür gibt es sogar schon über die nächste Spielzeit hinaus einige Überlegungen. Zunächst will ich einmal erleben, wie sich das Kongresshaus bei unserem Beethoven-Programm macht.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihr Orchester frei hätten: Was würden Sie wünschen?
Für mich wäre es ein großer Wunsch, dass unserer Orchester endlich einmal in einem wirklich guten Saal spielen kann - in einem Saal, der seinem künstlerischen Niveau entspricht. Ich weiß natürlich, dass es nicht sehr realistisch wäre, einen eigenen Konzertsaal für Coburg zu fordern. Ich kann nur bedauern, dass es keinen adäquaten Raum dafür gibt. Das ist ein großes Manko.

In der vergangenen Saison haben Sie das Gesprächskonzert "Concertino" als neues Format eingeführt, in der neuen Saison kommen "Sitzkissenkonzerte" unter Leitung von Anna-Sophie Brüning hinzu. Gibt es Überlegungen für weitere neue Formate?
Nein, wir haben in den letzten Jahren genügend neue Formate erfunden. Die Aufgabe jetzt ist eigentlich eher, diesen Formaten Kontinuität zu sichern, den Spielplan so zu gestalten, dass eine regelmäßige Zusammenarbeit auch mit den Schulen stattfindet, dass diese Aktivitäten noch besser vernetzt werden. Das ist aus meiner Sicht die große Herausforderung.

Haben Sie noch eine besondere Konzertempfehlung für die Coburger Musikfreunde?
Wir freuen uns natürlich auf Sabine Meyer, die Mitte Dezember Carl Maria von Webers 1. Klarinetten-Konzert spielen wird. Dass wir Sabine Meyer zu einem Konzert in Coburg überreden konnten, ist einer privaten Freundschaft zu Anna-Sophie Brüning zu verdanken, die damit zugleich ihr erstes Sinfoniekonzert in Coburg dirigieren wird. Das wird sicher ein sehr schönes frühromantisches Programm zusammen mit Werken von Schubert und Schumann.



Der Konzert-Kalender des Coburger Landestheaters bietet in der Saison 2013/2014 viele Formate


SINFONIEKONZERTE

Montag, 7. Oktober "Kontrapunkt" - Werke von Bach und Bruckner, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Dirigent: Roland Kluttig (20 Uhr, St. Moriz)

Montag, 4. November "Rückert und Mahler" - Werke von Mahler; Verena Usemann (Mezzosopran), Dir.: Roland Kluttig (20 Uhr, St. Moriz)

Montag, 16. Dezember "Sabine Meyer in Coburg" - Werke von Schubert, Weber und Schumann; Sabine Meyer (Klarinette), Dir.: Anna-Sophie Brü ning (20 Uhr, Landestheater)

Montag, 10. März 2014 "Strauss zum 150. Geburtstag" - Werke von Richard Strauss; Betsy Horne (Sopran), Christoph Eß (Horn), Dir.: Roland Kluttig (20 Uhr, Landestheater)
Montag, 19. Mai "Heimat und Emigration" - Copland, Korngold, Dvorák; Martin Emmerich (Violine), Dir.: Roland Kluttig (20 Uhr; Landestheater)

Montag, 2. Juni "Heroisches" - Beethoven; Alexej Gorlatsch (Klavier), Dir.: Roland Kluttig (20 Uhr, Kongresshaus, in Zusammenarbeit mit der "Gesellschaft der Musikfreunde Coburg")

SONDERKONZERTE

Freitag, 11. Oktober "Kontrapunkt" - Bach und Bruckner, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Dir.: Roland Kluttig (Gesellschaftshaus Sonneberg)

Sonntag, 24. November Benjamin Britten "War Requiem" - Coburger Bachchor, Philharmonisches Orchester, Leitung: Peter Stenglein (Chor und Orchester), Lorenzo Da Rio (Kammerorchester) - St. Moriz

Mittwoch, 1. Januar "Neujahr nordisch" - Grieg, Sibelius, Vaughan Williams, Alven, Nielsen; Solistin: Megumi Ikeda; Dir.: Roland Kluttig (Landestheater)

Samstag, 28. Juni "Klassik Open Air" - Musikalische Meisterschaften; Dirigent und Moderation: Roland Kluttig (20.30 Uhr, Rosengarten)

Barockkonzert Riesensaal Schloss Ehrenburg - Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Leitung: Georg Kallweit (Termin und Programm werden noch bekannt gegeben)

CONCERTINO

Samstag, 2. November Gesprächskonzert - Mahler, 5. Sinfonie, Dirigent und Moderation: Roland Kluttig (Morizkirche)

Samstag 8. März Gesprächskonzert - Strauss "Don Juan", "Till Eulenspiegels lustige Streiche", Dirigent und Moderation: Roland Kluttig (Landestheater)

Samstag, 17. Mai Gesprächskonzert - Korngold Violinkonzert; Solist: Martin Emmerich (Violine), Dirigent und Moderation: Roland Kluttig (Landestheater)

KINDERKONZERTE

Sonntag, 10. November "Das tapfere Schneiderlein - Leitung: Anna-Sophie Brüning (11 Uhr, Landestheater)

Mittwoch, 25. Juni "Peter und der Wolf" - Leitung: Anna-Sophie Brüning (11 Uhr, Kongresshaus, im Rahmen der Kinderkulturtage der Stadt Coburg)

MITMACHKONZERTE

Mitmachkonzert Orchester Leitung: Anna-Sophie Brüning (Termin wird noch bekannt gegeben)

Sonntag, 2. Februar Mitmachkonzert Kinderchor, Leitung: Daniela Pfaff-Lapins (11 Uhr, Landestheater)

Montag, 7. Juli "Compose Strauss" - Projektleitung: Carmen Schmidt, Sören Schrader, Dirigent: Roland Kluttig (20 Uhr, Landestheater)

Sitzkissenkonzerte Philharmonisches Orchester, Leitung: Anna-Sophie Brüning (Termine werden noch bekannt gegeben; Spiegelsaal Landestheater)

Vorverkauf Per Internet (www.landestheater-coburg.de) und an externen Vorverkaufsstellen ist der Vorverkauf ab 1. August möglich: ab 1. August Geschäftsstelle Coburger Tageblatt, Tourist-Information Coburg, an der Theaterkasse ab 3. September.