Ein 43-jähriger Coburger hatte sich mit seinem 15-jährigen Sohn im abgesperrten Bereich der Unfallstelle aufgehalten und versuchte Videoaufnahmen zu machen. Gegen den 43 Jahre alten Vater, der eine Drohung gegen den Feuerwehrmann ausstieß, ermittelt nun die Polizei wegen Nötigung, Beleidigung, möglicher unterlassener Hilfeleistung und wegen einer Ordnungswidrigkeit wegen Nichtangabe der Personalien.

Wann aus der Ordnungswidrigkeit des Gaffens eine Straftat werden kann, ist gesetzlich klar geregelt - nämlich dann, wenn Bildaufnahmen angefertigt werden.


§ 201a StGB Im Strafgesetzbuch ist unmissverständlich geregelt, was passiert , wenn Bildaufnahmen den "höchstpersönlichen Lebensbereich" verletzen. "Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ...eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt." Dabei ist es unerheblich, ob Fotos oder Videoaufnahmen veröffentlicht oder weitergeben werden. Allein das Anfertigen der Bildaufnahmen ist strafbar und die dazu verwendeten technischen Geräte samt Bildträger können eingezogen werden.

2015 verschärft Dieser Paragraf wurde im Jahr 2015 letztmalig ergänzt und dabei noch verschärft. Christian Pfab von der Staatsanwaltschaft Coburg ist allerdings noch kein Fall bekannt, in dem dieser Paragraf in einem Gerichtsverfahren in Coburg im Zusammenhang mit einem Unfall in Anwendung gekommen ist.

Ausgenommen vom Verbot der Bildaufnahmen sind "Handlungen, die in Wahrnehmung überwiegender berechtigter Interessen erfolgen, namentlich der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens."

Gaffen gilt als Ordnungswidrigkeit und kann aus diesem Grund mit Bußgeldern von 20 bis zu 1000 Euro belegt werden. Als Ordnungswidrigkeit gilt beispielsweise die Behinderung der Rettungskräfte durch Befahren des Seitenstreifens auf der Autobahn ebenso wie das Behindern der Rettungskräfte durch Parken auf den Seitenstreifen. Wichtig im Zusammenhang mit dem Thema Gaffen ist auch der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung. Das gilt als Straftat und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.